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Demonstranten versammelten sich am Montag am Flughafen in Hongkong für einen Sitzstreik. Der Flughafen strich darauf alle Flüge.
Demonstranten versammelten sich am Montag am Flughafen in Hongkong für einen Sitzstreik. Der Flughafen strich darauf alle Flüge.
Bild: AP

So sieht es aus, wenn Demonstranten einen der grössten Flughäfen der Welt lahmlegen

In Hongkong haben die seit Monaten immer wieder aufflackernden Proteste eine neue Eskalationsstufe erreicht. Tausende von Demonstranten blockierten am Montag den Flughafen in Hongkong und brachten den Betrieb zum Erliegen.
13.08.2019, 01:51

Aus Wut über immer brutalere Polizeigewalt hat Hongkongs Protestbewegung den Betrieb auf dem Flughafen der Stadt zum Erliegen gebracht. Der Airport, einer der belebtesten weltweit, strich ab Montagnachmittag sämtliche Flüge für den Tag.

Tausende Demonstranten hatten Abflugs- und Ankunftshalle belagert. Wie der Flughafen mitteilte, wurde der Check-in für die verbliebenen Flüge wegen ernsthafter Störungen des Betriebs ausgesetzt. Zuvor hatten noch Maschinen in der chinesischen Sonderverwaltungszone abheben können.

Bild: AP

Schwarz gekleidete Aktivisten skandierten im Flughafen Parolen. Die Polizei solle einer Demonstrantin, die am Wochenende durch ein Gummigeschoss schwer im Gesicht verletzt worden war, ihr Auge «zurückgeben». Viele der Demonstranten trugen aus Protest Augenbinden mit roter Farbe.

Die Demonstranten wollen mit ihrer Aktion internationale Aufmerksamkeit erreichen. Den ankommenden Reisenden riefen sie auf Englisch zu «Halte zu Hongkong!» und «Kämpft für die Freiheit!».

Auch zeigten sie Bilder von Polizisten, die mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen waren. Viele der Regierungsgegner verliessen am frühen Abend den Flughafen. Einige Hundert blieben aber zunächst im Gebäude, wie die Hongkonger Zeitung «South China Morning Post» berichtete.

Bild: AP
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Die Lufthansa hat wegen der anhaltenden Proteste am Flughafen Hongkong mehrere Flüge in die Millionenmetropole gestrichen. Betroffen sind Lufthansa-Verbindungen von München und Frankfurt sowie der Swiss nach Zürich, wie ein Konzernsprecher am Montag mitteilte. Die Entscheidung gelte zunächst nur für den Montag, die Lage müsse in den Folgetagen jeweils neu bewertet werden.

Vielen Reisenden blieb nichts anderes übrig als auf weiteren Bescheid zu warten. Einige davon versuchten in den Check-In-Schaltern etwas Schlaf zu finden.

Bild: AP
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China mit Drohgebärde

Derweil übte sich Peking in martialischer Symbolik. Zeitgleich mit den Protesten am Flughafen veröffentlichte die staatliche Zeitung «Global Times» am Montag ein Video, das Polizeieinheiten mit gepanzerten Fahrzeugen in Shenzhen, der Nachbarstadt Hongkongs, zeigte. Die Polizei bereitet sich demnach auf eine Übung vor. Ein ähnliches Manöver mit Tausenden Polizisten hatte es in Shenzhen schon in den vergangene Wochen gegeben.

Chinas Regierung mahnt immer energischer, die Ordnung in der Sonderverwaltungszone wieder herzustellen und die Gewalt zu beenden. Yang Gang, der Sprecher der für Hongkong zuständigen Behörde, warf den gewaltbereiten Demonstranten am Montag «erste Anzeichen von Terrorismus» vor. In den letzten Tagen hätten «radikale Demonstranten» wiederholt Polizisten mit «äusserst gefährlichen Werkzeugen» angegriffen.

Dies sei eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit der Menschen in Hongkong. Die «Kriminellen» müssten so schnell wie möglich vor Gericht gebracht werden, sagte der Sprecher weiter.

Update: Am Dienstagmorgen ist der Flugbetrieb wieder angelaufen. Dies bestätigte die Flughafenverwaltung in Hongkong.

Allerdings sei noch nicht abzusehen, wann wieder mit einer störungsfreien Rückkehr zum normalen Flugplan zu rechnen ist, hiess es. Auf der Webseite des Flughafens waren am Morgen noch immer zahlreiche Verbindungen mit dem Hinweis gestrichen versehen.

(ohe/sda)

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Wenn an Demonstrationen Kunst entsteht

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Wenn an Demonstrationen Kunst entsteht
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