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In this October 2018 photo, American adventurer John Allen Chau, right, stands for a photograph with Founder of Ubuntu Football Academy Casey Prince, 39, in Cape Town, South Africa, days before he left for in a remote Indian island of North Sentinel Island, where he was killed. Chau, who kayaked to the remote island populated by a tribe known for shooting at outsiders with bows and arrows, has been killed, police said Wednesday, Nov. 21. Officials said they were working with anthropologists to recover the body. (AP Photo/Sarah Prince)

John Allen Chau (rechts) im Oktober in Südafrika. Bild: AP/AP

«Jesus liebt euch»: Auf indischer Insel getöteter US-Tourist wollte missionieren



Ein von Ureinwohnern auf den indischen Andamanen-Inseln getöteter US-Bürger wollte Medienberichten zufolge das Volk der Sentinelesen unbedingt missionieren. Seine Leiche soll auf der Insel begraben worden sein.

FILE – In this Nov. 14, 2005 file photo, clouds hang over the North Sentinel Island, in India's southeastern Andaman and Nicobar Islands. An American is believed to have been killed by an isolated Indian island tribe known to fire at outsiders with bows and arrows, Indian police said Wednesday, Nov. 21, 2018.
Police officer Vijay Singh said seven fishermen have been arrested for facilitating the American's visit to North Sentinel Island, where the killing apparently occurred. Visits to the island are heavily restricted by the government. (AP Photo/Gautam Singh, File)

North Sentinel Island: Diese Insel soll Chau laut den Behörden betreten haben. Bild: AP/AP

Als er das Volk auf der Insel North Sentinel aufsuchte, habe der 27-jährige John Allen Chau gerufen: «Mein Name ist John. Ich liebe euch und Jesus liebt euch», berichteten Medien am Donnerstag. Die in selbst gewählter Isolation lebenden Sentinelesen beschossen den Eindringling jedoch mit Pfeilen.

Chau hatte sich den Berichten zufolge zuvor entschlossen gezeigt, das Inselvolk zum Christentum zu bekehren. «Ihr werdet mich für verrückt halten, aber ich denke, dass es sich lohnt», schrieb Chau demnach in einem Brief an seine Eltern. «Bitte seid nicht wütend auf sie oder auf Gott, wenn ich getötet werde.» Der 27-Jährige fügte jedoch hinzu: «Gott, ich will nicht sterben.»

Chau kehrte trotz Vorwarnung auf Insel zurück

Als er mit seinem Kanu auf der Insel anlegte, habe Chau eine Bibel dabei gehabt sowie Fisch und Fussbälle als Geschenke. Die Bewohner hätten ihn mit Pfeilen beschossen und seine Bibel getroffen. Anschliessend sei der Missionar zu einem Fischerboot zurückgekehrt, habe seine Eindrücke aufgeschrieben und auf dem Boot übernachtet.

Am nächsten Tag sei er trotz der Vorwarnung noch einmal zur Insel gefahren – und nicht mehr zurückgekommen. Die Fischer, die Chau zu der Insel gebracht hatten, sagten den Medienberichten zufolge, nach dem Beschuss mit Pfeilen hätten die Inselbewohner ein Seil um den Hals gelegt und ihn hinter sich hergezogen.

Die «Washington Post» berichtete, ein anderer Missionar habe seiner Mutter geschrieben, die Sentinelesen hätten Chaus Leiche am nächsten Tag auf der Insel begraben.

Nicht der erste Zwischenfall

Auf Chaus Instagram-Seite wurde im Namen der Familie eine Erklärung veröffentlicht. Darin wurde versichert, der 27-Jährige habe «nichts als Liebe für das Volk der Sentinelesen gehabt.» «Wir verzeihen denjenigen, die Berichten zufolge für seinen Tod verantwortlich sind», hiess es weiter.

Behördenvertreter auf den Andamanen hatten am Mittwoch von der Pfeil-Attacke berichtet. Die nur 150 noch lebenden Sentinelesen zählen zu den letzten sogenannten unkontaktierten Völkern. Sie wollen nichts mit der Aussenwelt zu tun haben, Fremde müssen fünf Kilometer Abstand zu ihren Wohngebieten einhalten.

Dadurch sollen sie ihre Kultur pflegen können und vor der Ansteckung mit Zivilisationskrankheiten bewahrt werden. 2006 hatte das Inselvolk Berichten zufolge zwei Fischer getötet, deren Boot auf die Insel getrieben war.

Unklare rechtliche Lage

Die Bergung von Chaus Leiche gestaltete sich mithin schwierig. Die indische Polizei bezog in ihre Bemühungen Anthropologen, Forstbeamte und auf Ureinwohner spezialisierte Sozialarbeiter ein. Ein Schiff und ein Hubschrauber seien losgeschickt worden. Sie hätten den Abstand zur Insel eingehalten und die Leiche noch nicht entdeckt.

Weil auch indische Behördenvertreter die Insel nicht betreten, ist zudem unklar, ob die Tötung rechtliche Konsequenzen hat. Die indische Polizei leitete Ermittlungen gegen unbekannt ein. Mehrere Fischer wurden festgenommen, weil sie Chau in die Nähe der Insel gebracht haben sollen. (leo/sda/afp)

Mehr als 370 Tote bei Überschwemmungen in Südindien

Video: srf

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