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epa07783102 The Spanish humanitarian ship 'Open Arms', with migrants on board, arrives in Lampedusa island, southern Italy, 20 August 2019. An Italian public prosecutor has ordered the confiscation of the migrant ship Open Arms, carrying some 140 migrants, and the evacuation of migrants on board to the island of Lampedusa on 20 August 2019 after inspecting the boat, according media reports.  EPA/ELIO DESIDERIO BEST QUALITY AVAILABLE

Nach 19 Tagen «in Gefangenschaft auf dem Deck eines Schiffes» dürften nun alle 83 Migranten der «Open Arms» an Land. Bild: EPA

Nach dreiwöchiger Blockade: Hier legt das Rettungsschiff «Open Arms» in Italien an



Nach knapp dreiwöchiger Blockade auf dem Mittelmeer hat das Rettungsschiff «Open Arms» mit mehr als 80 Migranten an Bord am späten Dienstagabend nun doch in Italien anlegen dürfen. Aktivisten bejubelten die Ankunft im Hafen der Insel Lampedusa.

Bilder im italienischen Fernsehen zeigten in der Nacht, wie die 83 Geretteten nach und nach das Rettungsschiff verliessen. Einige humpelten oder trugen Verbände.

Nach 19 Tagen «in Gefangenschaft auf dem Deck eines Schiffes» dürften nun alle Migranten an Bord an Land, twitterte die spanische Hilfsorganisation Proactiva Open Arms und zeigte in einem Video, wie sich die Menschen freuten, Fäuste in die Luft reckten, in den Armen lagen und ausgelassen «Bella Ciao» sangen.

Allerdings gab es bei der Ankunft auch Missklänge. Eine kleine Gruppe von Menschen, unter anderem die Senatorin Angela Maraventano von der rechten Lega, protestierte gegen die Migranten und behauptete, diese würden «dem Image der Insel schaden», wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Sprünge ins Wasser

Zuvor hatte die sizilianische Staatsanwaltschaft nach dem verzweifelten Sprung mehrerer Migranten ins Meer die Anlandung angeordnet. Das Schiff sollte danach beschlagnahmt werden. Der Staatsanwalt von Agrigent, Luigi Patronaggio, habe die vorläufige Beschlagnahme und die Anlandung nach einem Besuch auf dem Schiff angeordnet, berichteten italienische Nachrichtenagenturen. Grund seien auch die hygienischen Zustände an Bord und der Zustand der Menschen. «Endlich, der Alptraum hat ein Ende, und die 83 Menschen an Bord bekommen sofortige Hilfe an Land», teilte Proactiva mit.

Eigentlich hatte die spanische Regierung am Dienstag nach tagelangem Hin und Her angekündigt, ein Marineschiff nach Lampedusa zu schicken. Die «Audaz» sollte die «Open Arms» von dort bis nach Palma de Mallorca begleiten. Allerdings hätte die Fahrt zuerst von Spanien nach Italien und dann wieder zurück mindestens sechs Tage gedauert.

epa07783101 The Spanish humanitarian ship 'Open Arms', with migrants on board, arrives in Lampedusa island, southern Italy, 20 August 2019. An Italian public prosecutor has ordered the confiscation of the migrant ship Open Arms, carrying some 140 migrants, and the evacuation of migrants on board to the island of Lampedusa on 20 August 2019 after inspecting the boat, according media reports.  EPA/ALFREDO PECORARO BEST QUALITY AVAILABLE

Bild: EPA

Italiens rechter Innenminister Matteo Salvini hatte die Einfahrt des Schiffes blockiert, obwohl sich mehrere EU-Staaten - darunter auch Deutschland - zur Aufnahme der Migranten bereit erklärt hatten. Er selbst hatte am Dienstag in einem Facebookvideo gesagt, die Staatsanwaltschaft werde gegen unbekannt wegen Amtsmissbrauchs ermitteln - das könne nur er sein.

Seit Tagen vor Lampedusa

Das Schiff lag seit Tagen vor Lampedusa. Mehr als ein Dutzend Migranten waren am Dienstag über Bord gegangen und mussten aus den Fluten gerettet werden. Sie hatten versucht, die einige Hundert Meter entfernt liegende Insel Lampedusa schwimmend zu erreichen.

Auf der «Open Arms» sei die Lage «ausser Kontrolle», hatte die Organisation zuvor mitgeteilt. Bereits am Wochenende hatten sich mehrere Migranten ins Meer gestürzt, sie waren aber von Helfern zurück aufs Schiff gebracht worden. Am Dienstag wurden zudem zwei weitere Menschen mit gesundheitlichen Problemen von Bord gebracht, wie Medien berichteten.

«18 Tage in einer Eisenkiste eingesperrt, Wasser und Lebensmittel rationiert... Die Situation ähnelt der eines libyschen Lagers, aber in italienischen Hoheitsgewässern», hatte Proactiva-Gründer Oscar Camps getwittert.

Zeitweise hatten sich rund 160 Migranten an Bord befunden, jedoch waren mehrmals Menschen in prekärem Gesundheitszustand an Land nach Italien oder Malta gebracht worden. Mehrere Frauen hatten zuvor Panikattacken und Weinkrämpfe erlitten. (sda/dpa/afp)

Die Ziele des Uno-Migrationspakts

115 Migranten nach Bootsunglück vor libyscher Küste vermisst

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    Alle Leser-Kommentare
  • Thadic 21.08.2019 17:37
    Highlight Highlight Liebe Landsleute im Ausland, ich bin auch Italiener und habe ein Teil meiner Kindheit in Italien verbracht. Es ist nun die Zeit gekommen, wo ihr Farbe bekennen musst. Es geht darum, ob ihr wollt, dass Italien wieder eine faschistische Regierung hat wie vor bald 100 Jahren. Dann ist Salvini die richtige Wahl für euch. Er wird euch in eine Ära des modernen Faschismus geleiten. Italien wird aber noch mehr an Bedeutung verlieren und der bereits jetzt gewaltige Bevölkerungsrückgang wird sich verstärken und der Süden wird massiv entvölkert werden. Die globale Erwärmung wird den Rest tun.
  • #Technium# 21.08.2019 09:13
    Highlight Highlight Die Grundsatzfrage bleibt, lösen wir mit der Aufnahme dieser Menschen die Fluchtursachen in ihren Herkunftsländern?
  • Ich_bin_ich 21.08.2019 08:52
    Highlight Highlight Hach, wie schön für den Rest Europas es doch ist, dass Italien die geografische Arschkarte gezogen hat.
    Schwingen wir doch mit den Deutschen zusammen noch ein bisschen den Moralfinger.
    • Thadic 22.08.2019 22:46
      Highlight Highlight Für gibt es einerseits Geschwätz und andererseits Tatsache. Italien ist auf dem 25. Rang der Länder mit am meisten Flüchtlinge. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Länder_nach_geflüchteter_Bevölkerung
      Wir Italiener waren immer Weltmeister im Opfer spielen. Tatsache ist Millionen von alten Menschen werden von Frauen (badanti) versorgt und diese Frauen sind fast nie Italienerinnen.
  • Ueli der Knecht 21.08.2019 06:45
    Highlight Highlight Das wird den Rechtspöblern gar nicht gefallen, dass der Staatsanwalt nicht etwa gegen angeblich "illegale Migranten" sondern ein Strafverfahren gegen gegen die Behörden und vorallem gegen Ex-Innenminister Salvini führt.

    Damit wird wieder einmal mehr klar, wer hier tatsächlich kriminell und illegal ist. Aber Rechtspopulisten lachen nur über Gesetze und Menschenrechte.
    • ghawdex 21.08.2019 07:59
      Highlight Highlight Stimmt du hast vollkommen recht. Ich habe auch immer noch nicht begriffen warum es nicht DIE Lösung ist einen Gratis Fährdienst zwischen Afrika und Europa auf Staatlicher Basis zu betreiben um Tod durch ertrinken zu vermeiden.
    • PeteZahad 21.08.2019 09:14
      Highlight Highlight Hör Mal auf mit "pöblern" - machst ja das als erstes. Lösungen sehe ich von dir auch keine, ausser das du alle disst die nicht deine Meinung haben. Die italienische Justiz ist jetzt auch nicht gerade bekannt dafür besonders zuverlässig und integer zu sein. Das dauert noch ein paar Jahre mit gegenteiligen Entscheiden durch alle Instanzen. Ich bin kein Fan von Salvini aber ich verstehe dass er Druck auf die EU ausüben will, die kauen jetzt schon 4 Jahre an einem Verteilschlüssel rum, da die Schengenregelung nicht funktioniert bei so einem Ansturm. Wo ist die Koallition der willigen Länder?
    • Ueli der Knecht 21.08.2019 13:12
      Highlight Highlight ghawdex: Die Lösung wäre im Migrationspakt vorgezeichnet. Aber die Rechtspöbler wollen gar keine Lösungen sondern nur Probleme schaffen, die sie dann lauthals ihren Gegner in die Schuhe schieben und bewirtschaften können.$

      Auch der rassistische Salvini ist nicht wirklich an Lösungen interessiert. Ohne sein einziges hetzerisches Thema wäre Salvini ein kümmerliches Würstchen.

      Nicht unbedingt ein Fährdienst wäre sinnvoll, aber Fluchtkorridore aus Libyen heraus in die Nachbarländer. Nur eben, ohne Migrationspakt ist von denen keine Hilfe zu erwarten. Fährdienst nach Europa wäre aber auch okay.
    Weitere Antworten anzeigen
  • WID 21.08.2019 06:38
    Highlight Highlight Warum konnte das Schiff innert dieser 3 Wochen nicht einen der angebotenen Häfen anlaufen?
    • Ueli der Knecht 21.08.2019 13:15
      Highlight Highlight Weil das Seerecht klar und deutlich regelt, wer für die aus Seenot geretteten Flüchtlinge verantwortlich ist. Das ist in diesem Fall eindeutig Italien.

      Daher richten sich die Strafverfahren gegen Unbekannt in erster Linie gegen italienischen Behörden, allen voran gegen den Rassisten Salvini.

      Warum können Rechtspopulisten sich nicht an geltende Gesetze halten?

      Warum machen sich Rechtspopulisten lustig über die Menschenrechte und treten sie mit ihren Stiefeln?

      Warum ergötzen sich Rechtspöbler daran, hilf- und wehrlosen Menschen derart eklatantes Unrecht anzutun?

      Man darf doch mal fragen!
    • WID 21.08.2019 16:16
      Highlight Highlight @Ueli der Knecht: Das ist keine Antwort auf meine Frage. Wäre es der Besatzung primär um die Menschen gegangen, hätten sie einen anderen Hafen angesteuert. Dann hätten die Migranten auf dem Schiff schneller festen Boden unter den Füssen gehabt. Darum meine Frage. Hast Du nun eine konkrete Antwort auf meine Frage?
    • Ueli der Knecht 22.08.2019 00:09
      Highlight Highlight Ich habe geantwortet, WID: "Weil das Seerecht klar und deutlich regelt, wer für die aus Seenot geretteten Flüchtlinge verantwortlich ist. Das ist eindeutig Italien."

      Italien hat keinen anderen Hafen zugewiesen, bzw. der nach langen drei Wochen endlich zugewiesene spanische Hafen war von der Open Arms gar nicht erreichbar.

      Die Besatzung muss unbedingt darauf achten, sämtiche Gesetze einzuhalten. Man kann Gesetzlose nicht zu Gesetzestreue bewegen, indem man Gesetze bricht.

      Man kann Unrecht nicht mit Unrecht aus der Welt schaffen, WID. Aber mit Recht. Und Gesetz.

      Alles klar?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Thadic 21.08.2019 06:11
    Highlight Highlight Ich hoffe dass Salvini eines Tages für dieses Verbrechen (Freiheitsberaubung) vor Gericht sich verantworten muss.
    • WID 21.08.2019 07:29
      Highlight Highlight @Thadic: welches Verbrechen? Freiheitsberaubung von wem?
    • Ueli der Knecht 21.08.2019 13:21
      Highlight Highlight Der Staatsanwalt ermittelt gegen Salvini (und unbekannt), weil die Freiheit der Migranten unrechtmässig und ungesetzlich eingeschränkt wurde, und die Behörden Migranten und die Crews der Schiffe genötigt haben. Salvini hat die Menschen menschenunwürdigen Verhältnissen ausgesetzt. Das ist Folter.

      Sag mal, WID: Verstehst du, dass dies strafbar ist, oder bist du auch so einer, dem es Spass macht, über Gesetze und Menschenrechte zu spotten?

      Macht es dir Freude, WID, zuzuschauen, wie hilf- und wehrlosen Menschen derartiges offensichtliches Unrecht angetan wird?
    • Thadic 21.08.2019 13:31
      Highlight Highlight WID: ich glaube du stellst dich absichtlich dumm hin. Versuche einmal dir vorzustellen wie es diesen Flüchtlingen geht. Du würdest es keinen Tag aushalten, was diese Menschen durchmachen. Aber eben Salvinis Propaganda bewirkt, dass die Empathie für solche Menschen abgeschaltet wird.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Do not lie to mE 21.08.2019 03:24
    Highlight Highlight Interessanter weise hatte Obama, für die kubanischen Bootsmigration, eine ähnliche harte Politik wie Salvini eingeführt. Sie gilt heue noch. Welt.de „Das heißt: Migranten, die keine Aussicht auf Asyl haben, müssen direkt zurück in ihre Heimat. Es ist eine Position, die jener des italienischen Innenministers Matteo Salvini nicht unähnlich ist. Ein Argument für die Abschaffung der alten Regel lautete, dass das in Aussicht gestellte US-Asyl Kubaner zu der gefährlichen Seeüberquerung gerade zu ermuntere." Also ist es auch Obamas Meinung "Pull-Effekt = Ertrinkungstote und beides muss stoppen"
    • WID 21.08.2019 07:31
      Highlight Highlight @Do not lie to mE: Obama war gut, Salvini ist schlecht. Manchmal sind die Wertungen in den Medien seltsam um nicht zu sagen gesteuert.
    • Ueli der Knecht 21.08.2019 13:28
      Highlight Highlight "„Das heißt: Migranten, die keine Aussicht auf Asyl haben, müssen direkt zurück in ihre Heimat. Es ist eine Position, die jener des italienischen Innenministers Matteo Salvini nicht unähnlich ist."

      Erst nach einem Asylgesuch und dessen ordentlicher Überprüfung, kann festgestellt werden, ob "Aussicht auf Asyl" besteht oder nicht.

      Salivini hindert aber Flüchtlinge daran, ordentliche Asylgesuche zu stellen. Die Leute, die von Libyen flüchten sind praktisch zu 100% Flüchtlinge gemäss Genfer Konvention (bedroht von Folter!), was bei Kubaner nicht zutrifft.

      Insofern ist der Vergleich deplatziert.
  • flausch 21.08.2019 01:39
    Highlight Highlight Salvini poltert. Doch Salvini hat weder Rückgrat noch Charakter. Salvini hat keine Lösungen aber ist unglaublich laut...
    Hilft weder ihm noch seinen Jüngern...
    Rechte Regierungen haben noch nie etwas anderes gemacht als das Volk verraten.
    • ghawdex 21.08.2019 07:55
      Highlight Highlight Hat der Rest von Europa eine Lösung? Eben, darum sind sie auch schön leise.
    • MaskedGaijin 21.08.2019 08:05
      Highlight Highlight Für den Rest von Europa ist es so Ideal. Sie können mit dem Finger auf die bösen Italiener zeigen und sich empören.
    • PeteZahad 21.08.2019 09:15
      Highlight Highlight Genau wo ist die Koallition der Aufnahmewilligen Ländern?

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