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US-Präsident Joe Biden trat am Samstag in Warschau auf.
US-Präsident Joe Biden trat am Samstag in Warschau auf.Bild: keystone

Biden hält historische Rede – «Um Gottes willen: Putin darf nicht an der Macht bleiben!»

US-Präsident Joe Biden hielt am Samstagabend eine längere Rede zum Ukraine-Krieg. Er sprach dabei direkt das russische Volk und die Weltbevölkerung an.
26.03.2022, 19:2427.03.2022, 13:06

Die russischen Streitkräfte kommen dem Westen näher. Am Samstag ist es in der westukrainischen Metropole Lwiw zu schweren Luftanschlägen gekommen. Die regionale Militärverwaltung berichtete von drei heftigen Explosionen am östlichen Stadtrand und sprach von «russischen Raketen».

Was genau passierte, war zunächst von unabhängiger Seite nicht herauszufinden. Fotojournalistinnen dokumentierten dicke schwarze Rauchwolken über Lwiw. Ein SRF-Auslandskorrespondent vor Ort bestätigte solche Sichtungen und berichtete von einem grösseren Einsatz der Rettungskräfte. Der Bürgermeister sprach zunächst von fünf Todesopfern.

Biden warnt vor grosser historischer «Schlacht» um Ideologien

Der Anschlag ereignete sich nur gerade 80 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Und er ereignete sich vor allem kurz vor einem grossen Auftritt von Joe Biden im 400 Kilometer entfernten Warschau. Dieser reagierte auf die jüngsten Berichte mit einer energischen Rede, in der er dem ukrainischen Volk die Unterstützung der Vereinigten Staaten zusicherte. Der Rede wurde vor dem Auftritt eine historische Bedeutung zugesprochen.

Video: watson

Ob sie dieser gerecht wird, entscheiden irgendwann die Historikerinnen und Historiker. Klar ist nur, dass die Ansprache grosse Beachtung erzielte. So richtete sich der US-Präsident Joe Biden brüderlich an das russische Volk und versicherte ihnen: «Ihr seid nicht der Feind. Das entspricht nicht dem, was ihr seid, das ist nicht die Zukunft, die ihr für eure Familien verdient.» Der Krieg müsse jedoch für den russischen Präsidenten Konsequenzen haben: Putin dürfe – frei übersetzt – «um Gottes willen» nicht mehr länger an der Macht bleiben.

«For God’s sake, this man cannot remain in power.»
US-Präsident Joe Biden

Dieser eine Satz wurde von den US-Medien in den ersten Berichten als Schlüsselaussage bewertet. Doch Biden sagte mehr als das: Er schimpfte mit Putin auch auf inhaltlicher Ebene, als er die Kreml-Propaganda von der angeblichen «Entnazifizierung der Ukraine» verurteilte. Das sei eine zynische und obszöne Lüge angesichts der familiären Vorgeschichte des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj: Er sei Jude und hätte im Holocaust Verwandte verloren.

«Das ist eine Lüge, das ist einfach nur zynisch und ausserdem obszön.»
US-Präsident Joe Biden

«Und Putin, wie alle Autokraten, hat die Frechheit zu glauben, dass Macht Recht gibt», so Joe Biden. Der US-Präsident stimmte daraufhin die Welt auf einen langen Konflikt um die künftige internationale Ordnung ein:

«Es geht um eine grosse Schlacht zwischen Demokratie und Autokratie, zwischen Freiheit und Unterdrückung, zwischen einer regelbasierten Ordnung und einer, die von brutaler Gewalt bestimmt wird.

Wir müssen dabei klar sehen: Diese Schlacht wird nicht in Tagen geschlagen werden oder in Monaten. Wir müssen uns für einen langen Kampf stählen.»​
US-Präsident Joe Biden
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172 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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*Butterfly*
26.03.2022 19:12registriert Februar 2022
So klare Worte von Biden sind einfach nur eine Wohltat!
Er könnte sich ja auch ganz verhalten und vorsichtig äussern, tut er aber nicht.
Umso mehr: Thanks a lot!
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Vile
26.03.2022 19:50registriert Dezember 2021
Ich weiß nicht, wie es enden wird... aber dieser Achtzigjährige hat mehr Stil, Weisheit und Mut als der feige Despot im Kreml.
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Flexon
26.03.2022 19:36registriert Februar 2014
Biden hat Format.
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