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Für welche «Taten» man in der Türkei bestraft werden kann, Folge 187: Beleidigung des Nationalgetränks Ayran



BERLIN, GERMANY - APRIL 08:  An ayran container and a plastic bottle are among detritus lying on the ground at the former temporary refugee camp at Oranienplatz in Kreuzberg district after riot police sealed it off on April 8, 2014 in Berlin, Germany. Several hundred riot police sealed off the square after, according to an eyewitness, violence broke out between refugees who had accepted a deal by the city to leave the camp and a small number who insisted on staying. Refugees, many of them from Africa who came to Germany via Lampedusa, began dismantling their shelters today after many of them agreed to a deal with city authorities to move to a renovated hostel. Not all of the several hundred refugees, some of whom have been living at the Oranienplatz camp almost a year, have agreed to the deal, and while some said they will go elsewhere, some insisted they will stay, despite a city order to vacate.  (Photo by Sean Gallup/Getty Images)

Unachtsam weggeworfenes Nationalgetränk: Der Joghurtdrink Ayran liegt Präsident Erdogan sehr am Herzen.
Bild: Getty Images Europe

Wegen eines Werbespots mit abfälligen Bemerkungen über das türkische «Nationalgetränk» Ayran ist ein staatliches Tee-Unternehmen in der Türkei laut Medienberichten zu einer saftigen Geldstrafe verknurrt worden.

Im Fernsehspot für den Eistee «Didi» der Firma Caykur wird gesungen: «Ich habe Ayran getrunken, das hat mich einschlafen lassen.»

Das Handelsministerium verdonnerte daher die Firma Caykur zu einer Geldstrafe von umgerechnet 70'250 Euro, weil das Joghurtgetränk «Ayran grundlos beleidigt» worden sei, wie die Zeitung «Hürriyet» am Sonntag berichtete. Auch werde den Konsumenten die «schlechte Botschaft» vermittelt, dass sie weniger davon trinken sollten.

Das Joghurtgetränk war im Jahr 2013 vom islamisch-konservativen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in den Rang eines «Nationalgetränks» erhoben worden. Erdogan will, dass die Türken mehr Ayran trinken und dafür weniger Raki, ein Schnaps mit Anis-Aroma. (trs/sda/afp)

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