5000 Dollar für jeden Bürger? Gegen diesen Gegner ist selbst Trump chancenlos
Das Angebot hat es in sich: Donald Trump verspricht jedem US-Bürger 5000 Dollar, wenn die Republikaner bei den Zwischenwahlen ihre Mehrheiten im Kongress verteidigen. Die dauerempörten Demokraten sind ausser sich. Aber auch Republikaner sprechen von «Bestechung».
Mehr als eine Billion Dollar würde die «Dividende» kosten. Finanzieren will Trump sein Geschenk mit Zolleinnahmen. Doch die reichen laut Experten bei weitem nicht aus. Am Ende dürfte das ohnehin gewaltige Haushaltsdefizit weiter wachsen. Dabei haben die USA bereits mehr als 40 Billionen Dollar Schulden. Trump scheint das nicht zu stören. Die Finanzmärkte jedoch schon. Und das wird für ihn zum Problem.
Die USA müssen immer höhere Zinsen zahlen, wenn sie sich Geld leihen. Das zeigt sich am Markt für US-Staatsanleihen, den sogenannten Bonds. Wer solche Papiere kauft, leiht dem Staat Geld – und verlangt dafür immer mehr Rendite. Gründe sind die hohen Ölpreise – Stichwort Iran-Krieg – sowie die Angst vor Inflation. Aber auch die Sorge, dass Washington unter Trump immer mehr Schulden anhäuft. Bei zehnjährigen Bonds näherte sich die Rendite zuletzt der Marke von fünf Prozent. Zum Vergleich: Wer der Schweiz über zehn Jahre Geld leiht, bekommt dafür aktuell gerade mal 0,5 Prozent Zinsen.
Finanzminister Scott Bessent versucht deshalb, den Markt zu beruhigen. Das Finanzministerium kaufte für Milliarden Dollar Staatsanleihen zurück. Der Erfolg ist bislang bescheiden. In dieser für die amerikanische Wirtschaft brenzligen Zeit verspricht Trump seinen Wählern einen Geldregen, der die US-Finanzen noch weiter unter Druck setzen würde.
Die höheren Zinsen spüren dabei nicht nur die Händler an der Wall Street, sondern auch die normalen Bürger. Hypotheken und Kredite werden teurer. Es trifft damit genau jene, die Trump mit dem 5000-Dollar-Angebot locken will.
An den Märkten beisst sich Trump die Zähne aus
Trump hat in seiner zweiten Amtszeit einen Diktator entführt, einen Krieg begonnen, Gewässer umbenannt, Europa zu Milliardenausgaben für Verteidigung gebracht und viele weitere Grenzen verschoben. Was er allerdings nicht einfach per Dekret durchdrücken kann, ist der Preis, den Investoren aufrufen, damit sie den USA weiterhin Geld leihen. Je höher dieser steigt, desto enger wird sein politischer Spielraum.
Aktuell wird der umtriebige Präsident von zwei Korrektiven in Schach gehalten: Von Gerichten und den Finanzmärkten. Über erstere kann er sich zumindest noch versuchen, hinwegzusetzen. Den Bondmärkten kann er keine Befehle erteilen.
Für jene, die Trump das 5000-Dollar-Versprechen abkaufen, lautet die schlechte Nachricht daher: das Geld werden sie wohl nie sehen. Und falls doch, bezahlen sie selbst dafür. Dass der US-Präsident glaubt, überhaupt zu diesem Mittel greifen zu müssen, ist mit Blick auf die Zwischenwahlen im November ein böses Omen für die Republikaner. (schweizheute.ch)
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