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Wirbel um toten Kater Twiks in Russland: Einfach aus Zug geworfen

Wirbel um toten Kater Twiks in Russland: Einfach aus Zug geworfen

21.01.2024, 13:2221.01.2024, 19:22
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In Russland hat eine Zugbegleiterin einen scheinbar streunenden Kater bei eisiger Kälte aus einem Abteil geworfen und damit breites Entsetzen ausgelöst. Nach langer Suche Hunderter Freiwilliger wurde der Kater mit dem Namen Twiks nach Angaben des Besitzers tot gefunden, wie russische Medien meldeten.

«Den Passagieren war der Kater, der ohne Beaufsichtigung im Waggon herumlief, aufgefallen», hiess es in einer Mitteilung der Staatsbahn. Die Zugbegleiterin habe das Tier dann aus dem Waggon geworfen, weil sie vermutet habe, der Besitzer könne auf dem Bahnhof nach seinem Kater suchen.

Kater Twiks wurde in Russland aus dem Zug geworfen.
https://vk.com/wall-20845272_6944157
Kater Twiks wurde aus dem Zug geworfen.Bild: VK.com

Erst zehn Stunden nach der Abfahrt von Kirow habe der Fahrgast, der wohl geschlafen hatte, beim Zugpersonal den Kater als vermisst gemeldet. Laut Medien gab es für das Tier aber einen Fahrschein; weil in Russland zudem von jedem Passagier schon vor dem Einsteigen alle Ausweise, Papiere und Tickets geprüft werden, sei der Kater auch im System erfasst gewesen.

Die russische Staatsbahn RZD entschuldigte sich für den Vorfall und kündigte eine Änderung ihrer Richtlinien an. Demnach sollen in solchen Fällen Tiere künftig nur noch Bahnhofspersonal direkt übergeben werden – für die Suche nach dem Besitzer oder die Unterbringung in einem Heim.

Entsetzte Bürger veröffentlichten auf der Plattform change.org eine Resolution mit der Aufforderung an die Bahn, die Angestellte wegen des brutalen Umgangs mit dem Tier zu entlassen. Bis Sonntagmittag kamen dort mehr als 300'000 Unterschriften zusammen.

Die Zugbegleiterin war laut russischer Bahn davon ausgegangen, dass es sich um ein streunendes Tier handelte, dass bei einem Halt in Kirow in den Waggon geklettert sein könnte. Die Bahn habe ein internes Verfahren eingeleitet, hiess es. Die Frau habe im Zug von Jekaterinburg auf dem Weg nach St. Petersburg die Passagiere befragt, ob das Tier jemandem gehöre. Niemand habe geantwortet.

Der Vorfall ereignete sich laut Staatsbahn bereits am 11. Januar. Nach tagelanger Suche wurde am Samstag bekannt, dass Twiks am Morgen rund einen Kilometer vom Bahnhof Kirow entfernt tot gefunden wurde. Ersten Erkenntnissen nach starb der Kater nach Bissen von Hunden und an Unterkühlung. Er soll frisch operiert gewesen sein und bei den eisigen Temperaturen im Schnee nicht überlebt haben. (sda/dpa)

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37 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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DerTaran
21.01.2024 17:41registriert Oktober 2015
Nicht falsch verstehen, mir tut der arme Kater leid, aber ich würde mir trotzdem wünschen, die Russen würden mehr Empathie für die Menschen in der Ukraine oder zumindest für ihre eigenen toten und verwundeten Soldaten zeigen.
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EinBisschenSenfDazu
21.01.2024 16:27registriert September 2022
Solche Geschichten aus Russland - so tragisch sie auch sind - erscheinen mir in der aktuellen Situation einfach nur grotesk..
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Biko
21.01.2024 16:11registriert Juli 2023
R.I.P. Kater Twiks.
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