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Flugzeug-Absturz in Taiwan

Verzweifelter Funkspruch vor dem Absturz: «Mayday, Mayday! Triebwerk ist ausgefallen!»



Der Rettungseinsatz: «Es sieht nicht gut aus»

In einem dramatischen Kampf versuchen Rettungskräfte in Taipeh, weitere Passagiere zu retten. Wie die Nachrichtenagentur AP schreibt, sind im Flugzeug-Wrack immer noch Menschen eingeschlossen. Das Flugzeug, das in einen Fluss gestürzt ist, versinkt immer tiefer im Wasser. Es habe sich förmlich ins Flussbett gebohrt, weil die Maschine mit Wucht auf dem Wasser aufgeschlagen sei.

«Es sieht nicht gut aus», sagt Wu Jun-hong vom Taipei Feuer-Departement, der die Rettung organisiert. Die Überlebenschance jener Passagiere, die sich im vorderen Teil der Maschine befunden haben, sei gering, so Jun-hong weiter.

Von Schlauchbooten aus und auf dem noch schwimmenden Rumpf des Flugzeugs stehend, versuchen die Rettungskräfte, Überlebende aus den Kabinen zu ziehen. Zudem müsse das Flugzeugwrack von Gepäck befreit werden.

Blackbox geborgen

Die Ursache für den Absturz lag völlig im Dunkeln. Die Auswertung der Daten aus der inzwischen geborgenen Blackbox des Flugzeuges soll Aufschluss über die Hintergründe geben.

«Mayday, Mayday»

Kurz vor dem Absturz funkte der Pilot der zweimotorigen Maschine zum Tower: «Mayday, Mayday! Triebwerk ist ausgefallen!», wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Flugzeug kracht auf Fahrbahn und erwischt ein Taxi

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Kurz nach den ersten Meldungen des Unglücks in Taipeh kursierte dieses spektakuläre Video im Internet. Ob es echt ist, blieb zunächst unklar. video: youtube

Mindestens 23 Menschen sind bei dem Flugzeug-Unglück ums Leben gekommen, berichtete die taiwanesische Nachrichtenagentur CNA am Mittwoch. 15 Menschen seien gerettet worden. Die anderen Passagiere werden noch vermisst. Unter den Fluggästen sollen sich auch drei Kinder befunden haben, die mit leichten Verletzungen ins Spital gebracht wurden. 

Unter den Passagieren befanden sich 31 Touristen aus China. Für ihre Angehörigen wurde nun eine Hotline eingerichtet. 

Dashcam-Videos zeigen, wie das zweimotorige Turboprop-Verkehrsflugzeug auf die Verkehrsbrücke zusteuert. Mit einer Tragfläche schlägt die Maschine auf der Fahrbahn auf und streift ein Auto, wie die Aufnahmen zeigen. Trümmerteile fliegen durch die Luft. Dann stürzt das Flugzeug in den Keelung-Fluss.

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Hier ist der Absturz (am Ende des Videos) aus einer anderen Perspektive zu sehen. video: youtube

Zu sehen ist auch, wie die Maschine mit dem Flügel ein Auto erfasst. Bei dem Auto soll es sich um ein Taxi handeln. Dem News-Channel Focus Taiwan zufolge war der Fahrer mit einer Passagierin unterwegs, als das Flugzeug sein Taxi erfasste: Sie wurde verletzt ins Spital gebracht, sei aber stabil. Ebenso der Fahrer, der mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden sei. Dies twitterte der internationale Reporter Jackson Board.

Die Schneise der Verwüstung.

Der Inlandflug GE235 war auf dem Weg von Taipeh zu der Insel Kinmen vor dem chinesischen Festland. Gegen 10.55 Uhr soll kurz nach dem Start vom Songshan-Flughafen der Funkkontakt abgebrochen sein.

TransAsia-Chef bittet um Verzeihung

Transasia-Chef Chen Xinde bat nach dem Absturz um Verzeihung. Während einer Medienkonferenz verbeugten er und weitere Führungskräfte sich aus Respekt vor den Angehörigen der Todesopfer. Nach dem Absturz im Juli habe die Airline ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft, und alle Flugzeuge würden regelmässig intensiven Prüfungen unterzogen.

Zweites Flugzeugunglück für TransAsia innerhalb von sechs Monaten

Seit Anfang des Jahrtausends hat Taiwans erste private Fluggesellschaft Transasia mehrere schwere Flugzeugunglücke verkraften müssen. Im Dezember 2002 stürzte ein zweimotoriges Turboprop-Flugzeug des Typs ATR 72 auf dem Weg nach Macao ins Meer und beide Piloten starben. Vor sieben Monaten krachte eine ATR 72 bei Sturm auf der Insel Penghu in ein Wohngebiet. 48 Menschen kamen ums Leben. Bei dem jüngsten Unglück in Taiwans Hauptstadt Taipeh war ebenfalls ein Turboprop-Flugzeug des Typs ATR 72 abgestürzt.

 Die Airline besitzt insgesamt elf dieser Flugzeuge, wie die Luftfahrtbehörde am Mittwoch mitteilte. Allerdings gebe es bislang keinen Grund, an der Qualität der Maschinen zu zweifeln.

(viw/feb/meg/sda/dpa/afp)

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