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Journalisten leben im arabischen Raum am gefährlichsten: Dort sterben am meisten bei der Arbeit



Mehr als 700 Journalisten weltweit sind von 2006 bis 2014 bei der Ausübung ihres Berufes getötet worden. Das geht es aus einem Bericht hervor, den die UNO-Kulturorganisation UNESCO am Montag anlässlich des Internationalen Tags gegen Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten veröffentlichte.

«Durchschnittlich alle fünf Tage wird ein Journalist aufgrund seiner Arbeit umgebracht», erklärte Wolfgang Schulz von der deutschen UNESCO-Kommission. Allein von Januar bis September 2015 seien über 70 Journalisten weltweit bei der Ausübung ihres Berufes getötet worden. «Diese Straftaten müssen geahndet und die Täter zur Verantwortung gezogen werden», forderte Schulz.

Opfer dieser Verbrechen seien nicht nur die Journalisten selber, sondern die gesamte Gesellschaft, erklärte der Professor von der Universität Hamburg. Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten führe «allzu häufig zu einer angstgeleiteten Selbstzensur in der Berichterstattung und somit zu weniger verlässlichen Informationen für alle».

Arabischer Raum am gefährlichsten

Allein in den Jahren 2013 und 2014 seien 178 Journalisten aufgrund ihrer Arbeit getötet worden, heisst es im Bericht weiter.

64 von ihnen befanden sich demnach in arabischen Ländern, die in diesem Zeitraum damit die für Journalisten gefährlichste Region weltweit waren.

51 Journalisten wurden den Angaben zufolge in Lateinamerika und der Karibik umgebracht.

30 waren es in Asien und der Pazifikregion,

23 in Afrika und

10 in Zentral- und Osteuropa.

FILE - In this May 27, 2011 file photo, American journalist James Foley, of Rochester, N.H., poses for a photo in Boston. Jake Zelinski has been named Wednesday, Aug. 19, 2015, the first recipient of a scholarship named for journalist Foley, who was kidnapped in Syria and later beheaded by Islamic State militants. (AP Photo/Steven Senne, File)

US-Journalist James Foley ist von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat entführt und geköpft worden. 
Bild: Steven Senne/AP/KEYSTONE

Mehr Auslandkorrespondenten getötet

2013 waren dem UNESCO-Bericht zufolge nur acht Prozent der insgesamt 91 getöteten Journalisten Auslandkorrespondenten. 2014 stieg dieser Anteil schlagartig auf fast 20 Prozent von insgesamt 87 Fällen.

12 der 17 im Jahr 2014 getöteten Auslandskorrespondenten kamen demnach in Syrien oder der Ukraine ums Leben. Beides sind zumindest teilweise Kriegsgebiete. In Syrien hielt die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat zeitweise zahlreiche Journalisten gefangen und sorgte mit bestialischen Hinrichtungen von Journalisten für Aufsehen.

Obwohl weltweit mehr und mehr Staaten Gesetze erlassen und strukturelle Massnahmen ergreifen, um gegen Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten vorzugehen, bleibe die Zahl der aufgeklärten Mordfälle gering, kritisiert die UNESCO. Im Jahr 2012 seien nur fünf Prozent der Fälle aufgeklärt worden, im Jahr 2014 seien es immerhin acht Prozent gewesen. (trs/sda/afp)

Türkei verhaftet Journalisten

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