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Hier liegen im Mittelmeer Ertrunkene begraben. Der Friedhof sieht eher aus, wie eine Müllhalde. bild: dpa/simon kremer

Die EU streitet über Seenotrettung – Tunesien über die Toten

Während Europa darüber streitet, wie Migranten über die EU verteilt werden könnten, haben sie in Tunesien ganz andere Probleme. Dort kommen im Sommer auf die Insel Djerba die Touristen – und die Toten.

simon kremer / dpa



Worüber redet man, wenn man drei Tage an einer Holzplanke im Mittelmeer treibt? «Jedenfalls nicht über die Fussballkarriere», sagt Mamadou und grinst zum ersten Mal seit einer Stunde. «Du sprichst über alles mögliche, versuchst, dich gegenseitig wach zu halten, denn wenn du loslässt, dann bist du tot.»

Dann versinkt der 16-Jährige wieder in seiner Gedankenwelt, blickt zu Boden, knibbelt nervös an den zitternden Fingern. Vielleicht denkt er an sein Idol, Lionel Messi. Vielleicht an das, was er in der vergangenen Woche erlebt hat.

Vielleicht denkt er an sein Idol, Lionel Messi. Vielleicht an das, was er in der vergangenen Woche erlebt hat.

Zusammen mit 85 anderen setzt sich Mamadou, der schüchterne Junge aus Mali, an einem Strand der libyschen Hafenstadt Suara morgens um fünf Uhr in ein Gummiboot und macht sich auf in Richtung Europa. Er will Fussballprofi werden.

Sieben Stunden später ist das Boot in Richtung Tunesien abgetrieben, befindet sich ein paar Seemeilen vor der Küste. Wellen schlagen ins Boot, Panik bricht aus, das Boot kippt um. Mamadou hockt auf dem Boden des Gummibootes, der mit einer Holzplanke verstärkt ist. Er hält sich daran fest als er ins Wasser fällt, zusammen mit sechs anderen.

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Mamadou Kamarra (links), und Ousmane Koulibali, beide aus Mali, sitzen auf einer Terasse. Kamarra und Koulibali sind zwei Überlebende eines aktuellen Schiffsunglücks vor der tunesischen Küste, bei dem 83 Menschen gestorben sind. bild: dpa/simon kremer

Während um ihn herum mit jeder neuen Welle jemand der 86 Flüchtlinge verschwindet, hält er sich fest, drei Tage lang, bis sie von einem tunesischen Fischerboot gefunden werden.

Da sind sie nur noch zu viert und einer von ihnen wird noch im Spital sterben.

Leichen auf Touristeninsel

Ein paar Tage nach dem Unglück werden die ersten Leichen an den Strand gespült. 16 Tote finden die Helfer auf Djerba, der beliebten Ferieninsel, wo in dieser Sommersaison der Tourismus endlich wieder anzieht.

«Der Wind und die Strömung bringen die Toten hierher.»

Mongi Slim.

«Dass die Leichen bis nach Djerba kommen ist selten», sagt Mongi Slim. «Normalerweise werden sie hier angespült.» Seit 25 Jahren arbeitet der Arzt als Freiwilliger beim Roten Halbmond. Von der Terrasse eines Cafés blickt er auf den Strand, wo Familien ihre Sonnenschirme mit Tüchern zu kleinen Burgen ausgebaut haben und die Kinder mit aufblasbaren Gummikrokodilen im Wasser jauchzen. «Der Wind und die Strömung bringen die Toten hierher.»

Noch immer kein EU-Deal zur Seenotrettung im Mittelmeer

Er glaube, «dass wir deutlich weitergekommen sind und weiter sind, als wir bisher in dieser Frage jemals waren», sagte der deutsche Aussenminister Heiko Maas am Montag in Paris. Ein Deal stehe aber noch aus. Maas äusserte sich am Rande von informellen Beratungen mehrerer EU-Innen- und Aussenminister zu dem Thema. Deutschland und Frankreich hatten erst in der vergangenen Woche bei einem EU-Treffen in Helsinki versucht, eine gemeinsame Regelung zur Verteilung von Migranten auf den Weg zu bringen, die im Mittelmeer gerettet werden. Waren damals aber vorerst gescheitert.

Für die erste Septemberwoche ist nun ein neuerliches Sondertreffen auf Malta geplant. Dem Vernehmen nach sollen bis zu 15 EU-Staaten mitziehen. Laut Maas ist eine «kritische Masse» von Staaten nötig, die bei dem Verfahren mitziehen. Dabei könnten sich auch Länder abwechseln: «Es muss nicht jeder immer sich zur Verfügung stellen.»

Die geplante Übergangsregelung soll verhindern, dass Italien und Malta Schiffen mit geretteten Menschen die Einfahrt in ihre Häfen untersagen. Beide Staaten hatten dies in der Vergangenheit mehrfach getan, weil sie befürchteten, mit der Verantwortung für die Migranten von den EU-Partnern alleine gelassen zu werden. Infolgedessen harrten Menschen auf privaten Rettungsschiffen oft tagelang an Bord aus, bis eine Lösung gefunden wurde.

Maas gab sich zuversichtlich, dass eine Lösung in den kommenden Wochen gefunden werde. Frankreich erwarte eine Abmachung im September, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf eine namentlich ungenannte Diplomatenquelle berichtete. Aus Rom kam hingegen Kritik an dem Pariser Treffen. Innenminister Matteo Salvini von der rechtsradikalen Lega-Partei erklärte auf Twitter, sein Land sei «nicht mehr länger das Flüchtlingslager für Brüssel, Paris oder Berlin». Salvini hatte an dem Treffen nicht teilgenommen.

Italien und Malta machten sich vielmehr dafür stark, dass Schiffe mit geretteten Migranten nicht nur in ihren Häfen Anker werfen, sondern auch in anderen Ländern, hiess es aus Kreisen des römischen Innenministeriums.Erneute SeenotrettungUngeachtet des Streits in der EU wollen die Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen die Seenotrettung auf dem Mittelmeer wieder aufnehmen. Das neue Rettungsschiff «Ocean Viking» soll dort Ende des Monats einsatzbereit sein, wie beide Organisationen am Wochenende ankündigten. Sie hatten auf Druck Italiens ihre Aktivitäten mit dem Schiff «Aquarius» Ende 2018 vorerst eingestellt.

Die Ankündigung kommt einen Monat, nachdem die deutsche Kapitänin Carola Rackete in Italien festgesetzt wurde. Rackete hatte ihr Schiff «Sea-Watch 3» mit 40 Flüchtlingen an Bord trotz eines Verbots in den Hafen von Lampedusa gesteuert.Seit Jahren kann sich die EU nicht auf eine verbindliche Quote zur Verteilung von Flüchtlingen auf alle EU-Mitgliedsländer einigen - mehrere östliche Länder sind strikt dagegen. Die aktuell geltenden Dublin-Regeln der EU besagen, dass derjenige EU-Staat für Migranten zuständig ist, den sie zuerst erreichen. Die Schweiz beteiligt sich via Dublin-Abkommen an der EU-Asylpolitik. (sda/dpa/afp)

Der kleine Ort Zarzis liegt im Süden Tunesiens, zwischen der libyschen Grenze, wo ein Bürgerkrieg herrscht, und Djerba, wo die Touristen aus aller Welt in den Strandhotels chillen und zu schlechtem russischem Techno tanzen.

«Diese 83 hätten gerettet werden können, wenn nur Rettungsboote unterwegs gewesen wären.»

Mongi Slim.

Djerba, die Insel, auf die schon Odysseus bei seiner Irrfahrt durchs Mittelmeer getrieben wurde. Ein fünf Kilometer langer Damm verbindet die Insel mit dem Festland.

In diesem Sommer kommen die Toten verstärkt zurück. «Seit im April in Libyen wieder heftig gekämpft wird, machen sich immer mehr Leute auf den Weg», sagt Mongi Slim. «Diese 83 hätten gerettet werden können, wenn nur Rettungsboote unterwegs gewesen wären.»

Aber seit Italien und viele andere europäische Staaten ihre Häfen für Helfer dicht gemacht haben, sind kaum noch zivile Rettungsboote vor der libyschen Küste unterwegs. Zwar gehen die Gesamtzahlen der Flüchtlinge zurück, aber für die, die die illegale Überfahrt auf sich nehmen, wird sie immer gefährlicher.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr schon 682 Menschen im Mittelmeer ertrunken. «Und das sind nur die offiziellen Zahlen,» sagt Slim.

Streit über Beerdigungen

Während in Europa über die Verteilung der Flüchtlinge und die Abschottung der Grenzen diskutiert wird, streiten die Gemeinden in Tunesien darüber, wer die Toten beerdigen muss. Am Wochenende gaben mehrere südtunesische Gemeinden bekannt, die Leichen nicht annehmen zu wollen.

«Einige Orte sagen, dass die Gräber nur für Muslime sind», erklärt Slim, der mit den Gemeinden verhandelt. Denn derzeit ist es der Rote Halbmond, der sich vor allem um die Toten kümmert. Und wer weiss schon, ob es sich um einen angespülten Muslim handelt?

Momentan begraben sie die meisten Ertrunkenen noch auf einem Stück Acker, den sie von der Gemeinde bekommen haben. Der Ort sieht mehr aus wie eine Müllkippe.

Ein Helfer des Roten Halbmondes zeigt Fotos der Bergungen auf seinem Handy. Aufgedunsene Körper, verwaschene Tattoos. Bei dem einen fehlen mehrere Finger, bei dem anderen der Kopf und ein Bein. Der Tod, der hier an den Strand gespült wird, ist nicht still und friedlich, sondern abscheulich.

Friedhof auf Müllkippe

Vor zwei Monaten hat der Rote Halbmond ein eigenes Stück Land südlich von Zarzis gekauft, wo die Toten begraben werden sollen. Momentan begraben sie die meisten Ertrunkenen noch auf einem Stück Acker, den sie von der Gemeinde bekommen haben. Der Ort sieht mehr aus wie eine Müllkippe.

Der hart getrocknete Sand knirscht unter den Sandalen von Mamadou und seinem Kumpel Ousmane Koulibali. Auch der 20-Jährige hat das Unglück überlebt. Sie gehen zum «Friedhof der Unbekannten», der nur ein paar Hundert Meter vom Flüchtlingszentrum des Roten Halbmonds entfernt liegt.

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bild: dpa/simon kremer

Im Hintergrund erhebt sich das Fussballstadion von Zarzis. Die Stadt selbst ist weit entfernt. Hier wollen sie weder mit den Lebenden, noch mit den Toten zu tun haben. Verrostete Kühlschränke ragen aus dem Sand, unzählige Plastiktüten und -flaschen. Dazwischen ein paar Olivenbäume. Hier wird alles abgeladen, was nicht mehr benötigt wird.

Physische und seelische Wunden

Neben einem kleinen Sandwall stecken niedrige Pappschilder im Boden. 18 Gräber, frisch ausgehoben, zwei Meter tief, damit die Hunde die Kadaver nicht ausgraben, Baggerspuren über den platt gewalzten Gräbern. Dahinter deuten Hügel weitere Gräber an. Abgebrochene Ziegelsteine oder kleine Felsbrocken dienen als eine Art Grabstein. Vertrocknete Blumen versuchen, ein wenig Würde zu verleihen.

Mamadou und Ousmane werden noch stiller, als ohnehin schon. Hier liegt ein Teil der Menschen, die vor einer Woche mit ihnen in das wackelige Gummiboot Richtung Europa gestiegen ist.

Ousmane schlägt sich die Fliegen von den Waden. Dutzende haben sich dort auf die verheilenden Wunden gesetzt. Die Haut ist verbrannt von der Sonne und vom Benzin, das im Boot umgekippt ist. Die letzte Ruhestätte ertrunkener Träume. Ousmane will etwas sagen, bricht ab, stottert plötzlich. Dann dreht er ab und geht. (sda/dpa)

Zivile Schiffe als Retter im Mittelmeer

Kapitänin der Sea-Watch 3 verhaftet

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91Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • swilly 23.07.2019 04:24
    Highlight Highlight Afrika ist der reichste Kontinent. Trotzdem leiden die Menschen, welche auf diesem Kontinent leben, grösstenteils in Armut. Warlords und korrupte Politiker alleine sind es nicht gewesen, welche diese aktuelle Situation gefördert haben. Mir kommt das Kotzen, wenn ich da lese, wie nicht informierte, ignorante Menschen sich ein Urteil über einen Flüchtling erlauben. Schön für euch, wenn ihr ein reines Gewissen habt, ich habs nicht.
    • Kruk 23.07.2019 12:20
      Highlight Highlight Und was sollte man gegen diese unwissenheit tun?
      Auf jedenfall nicht auf den Boden kotzen. Andere informieren. Wer braucht das Uran aus dem Niger und warum wird der Niger damit nicht reich? Die Geschichte des Kongo in die Primarschule, wer war Lumumba? Ja ich weiss es auch nicht, aber unbedingt muss wissen darüber verbreitet werden und das gilt nicht nur für Afrika.
      Heute wo wir sowenig Zeit haben ist dies schwierig und unwissenden Ignoranz vorwerfen bringt nichts...
    • oh mein lieber Herr! 23.07.2019 21:07
      Highlight Highlight Kruk

      Auch wenn wir alle längst zu Afrika Experten geworden sind, wird dies nicht s ändern.

      Wir können nicht halb Afrika aufnehmen. Nicht mal 10%. Europa würde in sich zusammenfallen wie ein Kartenhaus.
  • JackMac 22.07.2019 23:00
    Highlight Highlight Don‘t use condoms .... and die as hard as possible. So die Aussage der katholischen Oberen.
    Einkind-Politik in Afrika ist längst angesagt. Es werden hunderte von Millionen Migranten in den nächsten Jahren versuchen ins gelobte Europa zu gelangen. Wer soll das tragen?
    Du, ich, unsere Gesellschaft?
    Meine Firma versucht in Afrika gewisse Strukturen und Arbeitsplätze im Niedrig-Bildungsniveau aufzubauen. Wie viele Steine durch Behörden und Regierungen in den Weg gelegt werden, könnt ihr euch nicht vorstellen.
    • RicoH 23.07.2019 06:44
      Highlight Highlight Was sind denn das für "Arbeitsplätze im Niedrig-Bildungsniveau"?

      Geht es darum, nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen, welche die Wohlfahrt der Bevölkerung verbessern sollen, oder sind das wieder nur Auslagerungen in das Billiglohn Land?

      Im zweiten Fall könnte ich sehr gut verstehen, dass die Behörden und Regierungen Steine in den Weg legen, denn Afrika wird von den europäischen Staaten schon genug ausgebeutet.
    • ChillDaHood 23.07.2019 09:06
      Highlight Highlight Sobald dort jemand mitbekommt, dass hinter einem Brunnenbau, Hausbau, oder generell irgend einem Erwerb ein Ausländer steckt, ausländisches NGO, Hilfswerk oder was weiss ich, kostet es das x-fache und erfordert an allen Ecken und Enden Schmiergelder. Die Leute mussten lange kämpfen um an diesen Stellen zu landen und wollen dann abkassieren. Da ist es egal um welchen Zweck es geht.
    • RicoH 23.07.2019 10:03
      Highlight Highlight ChillDaHood, was meinst du mit deinem Kommentar?

      Sind es die Ausländer, NGO's, Hilfswerke, etc. die lange kämpfen mussten um an diesen Stellen zu landen um dann abzukassieren?

      Oder sind es die AfrikanerInnen, die für ihre Armut lange kämpfen mussten, um dann abkassieren zu können?

      Wie man es dreht und wendet, deine Aussage ergibt keinen Sinn.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Miau 22.07.2019 22:55
    Highlight Highlight Es gibt keinen, absolut keinen Grund, eine unterlassene Hilfeleistung zu rechtfertigen. Niemand hat das Recht, Menschen bewusst sterben zu lassen. Kein Grund kann triftig genug sein. Es ist eine unterträgliche Schande, dies trotzdem zu tun. Vergessen wir nicht, dass es vielleicht nicht uns aber unsere Kinder treffen könnte. Die Besitzverhältnisse auf dieser Welt sind nicht in Stein gemeisselt, auch wenn das viele der hier Schreibenden glauben möchten.
    • Kruk 23.07.2019 09:45
      Highlight Highlight Die Besitzverhältnisse auf dieser Welt sind nicht in Stein gemeisselt und sind auch nicht das Ergebnis von Fleiss.
    • oh mein lieber Herr! 23.07.2019 13:21
      Highlight Highlight Schon zum dritten Mal

      (kann doch nicht sein, dass ein Comment, der sich zu 100% an die Regeln hält, nicht aufgeschaltet wird. 🤔)

      Miau

      Sie sollten die gesamte Situation nicht aus den Augen verlieren.
      Je mehr Sie retten, umso mehr werden kommen.
      Ohne Ende.

      Es wollen nicht etwa tausende kommen. Es wollen hunderte Millionen kommen.

      Dies wird zum Untergang von Europa führen.
      (aber auch Europäer haben ein Recht auf ihre Zukunft)

      Ihre Haltung verweigert sich, diese Konsequenz zur Kenntnis zu nehmen.

      Und dies halte ich für unredlich
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sonnenbankflavor 22.07.2019 22:48
    Highlight Highlight Ich habe letzthin eine Reportage geschaut. Da wurden Flüchtlinge in Italien interviewt und alle sagten, dass sie gerne wieder zurückgehen würden, weil es in Italien nicht so ist wie sie es sich erhofft haben.
    Das sagt schon alles.
    • RicoH 23.07.2019 06:55
      Highlight Highlight Und, soll uns das jetzt beweisen, dass sich die Flüchtlinge nur so mal zum Spass auf den Weg nach Europa machen und dabei ihr Leben riskieren?

      Man kann sich das Problem schönreden wie mal will. Das ändert nichts an den Umständen, warum die Menschen in die Flucht getrieben werden. Schon mal darüber nachgedacht, wieso der reiche Kontinent so arm ist?

      Kleiner Tipp: es liegt nicht an den "dummen" und "arbeitsfaulen" AfrikanerInnen.
    • chäsli 23.07.2019 08:07
      Highlight Highlight Das ist das eine, sie stellen sich das Leben in Europa anders vor, natürlich kommen diese Leute nicht aus Spass, natürlich sind nicht alle dumm und arbeitsfaul, es ist einfach schwierig ja fast unmöglich alle zu beschäftigen. Von den Eritreern sind fast 90% sozialabhängig. Es geht so nicht, auch wenn die linksgrünen noch so protestieren.
    • 3klang 23.07.2019 08:32
      Highlight Highlight @RicoH: Ich denke, diese Aussage zeigt eher auf, dass die meisten Flüchtlinge eine falsche Erwartungshaltung von Europa haben. Man kommt nicht übers Mittelmeer nach Europa und wird dann mal Fussbalsprofi oder hat gleich einen Job, bei welchem man Geld ohne Ende verdient.

      Ob diese jungen Männer immer noch ihr Leben riskieren und in ein Boot steigen würden, wenn sie wüssten, was sie in wirklich Europa erwartet?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Turicum04 22.07.2019 22:42
    Highlight Highlight Die Schweiz soll mit gutem Beispiel voran gehen und noch in diesem Jahr 50'000 Schutzsuchenden aus Afrika aufnehmen! Nicht immer nur davon reden.
    • derEchteElch 23.07.2019 07:01
      Highlight Highlight Du darfst diese 50'000 gerne in deinem Wohnzimmer beheimaten, solange du für sie alles zahlst und sorgst und nicht die öffentliche Kasse belastest..

      Na, bist du immer noch bereit, 50'000 Flüchtlinge willkommen zu heissen?

      > Ja? Gut, dann tu es und red nicht nur davon. Geh mit Beispiel voran..

      > Nein? Warum denn nicht? Ist dir dein Portemonnaie doch wichtiger?
    • flying kid 23.07.2019 07:12
      Highlight Highlight Ja klar doch.
      Und wohnen dürfen sie bei dir und finanziell kommst auch du dafür auf?
      1. Die Schweiz hat sich immer überdurchschnittlich an der Aufnahme beteiligt
      2. Ja, es können auch noch mehr aufgenommen werden. Aber erst, wenn sich ganz Europa FAIR an einer Verteilung beteiligt. Bis dahin sicher keine Alleingänge
      3. Rettungsaktionen auf dem Mittelmeer gehören in staatliche Hand, Private sollen die Finger davon lassen
    • ChillDaHood 23.07.2019 09:10
      Highlight Highlight Die Schweiz nimmt jetzt schon überdurchschnittlich auf. Ich hab nix dagegen zu helfen - was mich aber extrem nervt, ist, dass sich die weniger beliebten europäischen Länder skrupellos aus der Verantwortung stehlen. Ein Verteilschlüssel muss her, sofort. Die EU - respektive der Schnegen-Dublin Raum ist für jeden, der ertrinkt, weil man sich nicht einigen kann, wie es gelöst werden soll, (mit)verantwortlich.
  • Mirko Timm 22.07.2019 21:56
    Highlight Highlight Wieso in Europa verteilen ? Direkt wieder zurück
    • RicoH 23.07.2019 06:58
      Highlight Highlight Und was soll das ihrer Meinung nach ändern?

      Wissen sie denn WARUM diese Menschen in die Flucht getrieben werden? Bei solchen Aussagen kann ich nur den Kopf schütteln.
    • Aurum 23.07.2019 07:00
      Highlight Highlight Und dann dort verfolgen und sterben lassen?
    • ChillDaHood 23.07.2019 09:12
      Highlight Highlight Verteilen ist ein Muss! Viele kann man nicht zurückschicken, wegen Menschenrechten, weil der Staat sie nicht zurücknimmt. Und grundsätzlich ist es das Problem derer, die halt das erste Land sind, wo sie landen oder die "beliebt" sind. Und Orban und Co. drücken sich.

      Vielleicht sollte man mal ein bisschen die Personenfreizügigkeit ggü diesen Ländern bremsen um sie zu motivieren, auch ihren Teil zu übernehmen.
  • Patho 22.07.2019 21:52
    Highlight Highlight «Die geplante Übergangsregelung soll verhindern, dass Italien und Malta Schiffen mit geretteten Menschen die Einfahrt in ihre Häfen untersagen. Beide Staaten hatten dies in der Vergangenheit mehrfach getan, weil sie befürchteten, mit der Verantwortung für die Migranten von den EU-Partnern alleine gelassen zu werden.»

    Italien und Malta (und Griechenland) WERDEN von der EU vertraglich geregelt im Stich gelassen, man nennt diesen Vertrag Dublin-Abkommen... Ich weiss nicht, wie Spitzenpolitiker übersehen konnten, dass dies ein absolut bescheuertes und ungerechtes Abkommen ist...
    • Shabaqa 22.07.2019 23:11
      Highlight Highlight Das Dublin-Abkommen ergab ja schon Sinn, etwa zu Zeiten, als es noch Botschaftsasyl gab. Seit die meisten Asylbewerber versuchen, Europa via Mittelmeer zu erreichen, triffts halt die Anrainerstaaten. Die EU und einige Mitgliedsstaaen sehen das Problem ja schon. Aber wenn Salvinis Verbündete Orban und Konsorten in Osteuropa alles blockieren, kann es hier auch keine Reformen geben. Die EU kann keine Flüchtlingspolitik über die Mitglieder hinweg formulieren. Das liegt nicht in ihrer Kompetenz.
    • DemonCore 23.07.2019 01:12
      Highlight Highlight Hindsight is always 20/20. Damals in den 90er Jahren gab es praktisch keine Bootsflüchtlinge. Die EU will ja jetzt Reformen angehen, aber da müsste man sich ja auf einen Kompromiss einigen. Für Rechtspopulisten schlimmer als für den Teufel das Weihwasser.
  • Platon 22.07.2019 21:26
    Highlight Highlight Ertrinken lassen ist kein Asylverfahren!
  • Chrisiboy 22.07.2019 21:14
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • Cédric Wermutstropfen 22.07.2019 20:54
    Highlight Highlight „...und macht sich auf in Richtung Europa. Er will Fussballprofi werden.“

    🤦🏼‍♂️ Was soll man dazu noch sagen?
    • Elephant Soup slow cooker recipes 22.07.2019 23:35
      Highlight Highlight Und doch sind's Geschichten, die das Leben schreiben kann: https://www.unhcr.org/dach/ch-de/ueber-uns/prominente-unterstuetzung/yusra-mardini
    • Supermonkey 23.07.2019 05:12
      Highlight Highlight Dass dein Kommentar überflüssig ist? In erster Linie geht es ums Überleben. Und jeder junge Mensch hat Träume. Du wahrscheinlich nicht. Deswegen kannst du dir nicht im geringsten vorstellen wie es ist, in der Haut eines solchen Menschen zu stecken.
    • Cédric Wermutstropfen 23.07.2019 10:40
      Highlight Highlight @Elephant: Ich hoffe doch, die junge Dame aus dem Artikel wurde wegen Schlepperei verurteilt. Wenn diese Personen hierherkommen und hier von uns selbstlos aufgenommen werden, dann sollen sie doch wenigstens etwas nützliches für die Gesellschaft tun, etwas zurückgeben. Profisportlersein gehört übrigens nicht zu den nützlichen Dingen.

      @Supermonkey: Komm mir doch bitte nicht mit der Tour und dann noch in so unausgegorenen Sätzen. Der Gebrauch von „Deswegen“ lässt Deinen Kommentar inhaltlich reichlich absurd erscheinen. Das kannst Du unmöglich so meinen.
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  • Schiri 22.07.2019 20:36
    Highlight Highlight Googelt mal "Wasserleiche", und überlegt euch, ob die Behinderung von Rettungsaktionen eine gute Sache gegen Menschenhandel oder aber einfach nur widerlich ist.
  • simiimi 22.07.2019 20:35
    Highlight Highlight Eine elende Situation, die kaum zu lösen ist. Auf der einen Seite haben die Migranten haben in Europa keine Zukunft, da sie mit den Schwächsten um Arbeitsplätze konkurrieren, welche zunehmend automatisiert werden. Auf der anderen Seite zwingt das atemberaubende Bevölkerungswachstum in Afrika sie zur Emigration. Ich bezweifle, dass wir jemals damit zurechtkommen werden.
    • RicoH 23.07.2019 07:07
      Highlight Highlight Es ist eine sehr einfache Sichtweise, im Bevölkerungswachstum den Grund für die Flüchtlingswelle zu sehen.

      Afrika ist ein mit Bodenschätzen gesegneter Kontinent. Leider wurde er – und wird immer noch – systematisch von Europa ausgebeutet.

      DAS sollte uns in erster Linie zu denken geben, nicht der Bevölkerungswachstum.
    • oh mein lieber Herr! 23.07.2019 09:14
      Highlight Highlight Rico hör doch mit diesem Märchen auf.
      Indien wurde auch kolonialisiert, und ist heute ein Schwellenland !
    • Kruk 23.07.2019 12:34
      Highlight Highlight Oh mein Herr. RicoH schreibt nichts von Kolonialismus. Der Neokolonialismus ist teilweise sehr ausgeprägt.
      Wo geht denn das Uran aus dem Niger hin?
      Der vergleich mit Indien hat mich zum lachen gebracht, wo doch der Kommentar von Simiimi auf eine grosse Bevölkerung und Bevölkerungswachstum anspielt. Wissen Sie wie Indien ein Schwellenland wurde?

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  • Max Dick 22.07.2019 20:22
    Highlight Highlight Würden sie ihr Leben bei der Überfahrt auch riskieren, wenn sie wüssten, was sie wirklich in Europa erwartet? Dass nicht jeder Fussballprofi wird oder sonst das grosse Geld macht?
    • Binnennomade 22.07.2019 20:39
      Highlight Highlight Ja, würden sie. Informier dich mal ein bisschen, unter welchen Bedingungen Flüchtlinge in Libyen leben. Klar ist die Hoffnung auf eine Fussballkarriere naiv, aber am Ende füchten sie vor den Bedinungen in Libyen. Und solange sie das Gefühl haben, in Europa ein besseres Leben zu finden, werden sie auch weiter ihre Heimat verlassen.
    • Roterriese #DefendEurope 22.07.2019 20:48
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • Yolo 22.07.2019 20:54
      Highlight Highlight Da wäre ich mir nicht sicher. Keiner verlässt seine Heimat, bezahlt horrende Beträge für Schlepper riskiert sein Leben nur aus Abenteuerlust.
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  • The Joker 22.07.2019 20:15
    Highlight Highlight Man kann nur hoffen, dass das alles bald ein Ende hat. Die "helfer" (#rackete) sollten mal endlich verstehen, dass sie mit ihrem Verhalten allen Schaden.
    • Binnennomade 22.07.2019 22:40
      Highlight Highlight Wie im Artikel erwähnt, verkehren fast keine Rettungsschiffe mehr auf der Route. Und trotzdem wagen sich nach wie vor unzählige Flüchtlinge auf die Überfahrt. Bitte bitte bring das mal in deinen Kopf, sie flüchten trotzdem!!
    • Kruk 22.07.2019 23:38
      Highlight Highlight Ertrinken lassen ist keine Lösung. Die Situation vor Ort muss sich so ändern, dass nicht mehr so viele weg wollen.
    • RicoH 23.07.2019 07:21
      Highlight Highlight Einverstanden Kruk.

      Dann sollte man aber schleunigst die Ausbeutung durch die europäischen Rohstoffkonzerne unterbinden und den Ertrag endlich Afrika zugute kommen lassen.

      Ich bin mir aber sicher, dass genau das unsere FDP und SVP Anhänger fürchten und mit aller Kraft bekämpfen. Es lässt sich halt zu gut auf Kosten der Ärmsten leben...
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  • Do not lie to mE 22.07.2019 19:41
    Highlight Highlight Ein detaillierter Report von „LIBYA’S MIGRANT REPORT“ für März bis Mai enthält folgenden Daten: 57% der Migranten mieten ihre eigene Unterkunft (rund 360,000) 12% Sind in den informellen Lagern untergebracht (rund 75,000) 10% der Mieten werden vom Arbeitgeber bezahlt (rund 64,000)
    Die meisten Menschen sind von Niger 20% wo kein Konflikt herrscht, gefolgt von Ägypten und Chat mit je 15%. Dann 12% sprich 10% mit Sudan und Nigeria
    https://migration.iom.int/system/tdf/reports/DTMLibya_R25_MigrantReport_FINAL.pdf?file=1&type=node&id=6113
  • häxxebäse 22.07.2019 19:39
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • hansueli45 22.07.2019 19:31
    Highlight Highlight So brutal das ist, aber jeder muss selber wissen, auf was er sich einlässt.
    • RicoH 23.07.2019 07:36
      Highlight Highlight Ich erlaube mir, deinen Beitrag umzuformulieren und auf den Punkt zu bringen.

      Warum ward ihr auch so blöd, in Afrika auf die Welt zu kommen. Ihr wusstet doch genau, dass euch dort Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger erwarten würde.

      Tja, liebe AfrikanerInnen, selber Schuld also bleibt gefälligst dort, wo ihr seit.
  • Yolo 22.07.2019 19:17
    Highlight Highlight Da kannst du stolz auf dich sein, Europa. Ganz grosses Kino des Versagens.
    • Armend Shala 22.07.2019 19:24
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    • Jacky Treehorn 22.07.2019 19:31
      Highlight Highlight Nein!! Als Bewohner dieses Kontinents fühle ich mich in keinster Weise schuldig für das Schicksal dieser Menschen. Genauso wenig wie sich jemals ein Asiate, Ozeanier, Afrikaner oder Amerikaner für das meinige schuldig fühlen muss solange er nicht persönlich nach meinem Leben trachtet. Warum du dich für diese Misere mitverantwortlich fühlst überlasse ich dir.
    • atomschlaf 22.07.2019 19:34
      Highlight Highlight @Yolo: Inwiefern sollte Europa "versagen", wenn afrikanische Migranten in Libyen nicht seetaugliche Boote besteigen, weitab einer europäischen Küste Schiffbruch erleiden und ertrinken?
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«Tomatenernte ist die schlimmste»: Migranten arbeiten wie Sklaven auf Italiens Feldern

Reporter der SRF-Sendung «Kassensturz» haben hinter die Kulissen der Tomatenernte in Süditalien geblickt. Und decken auf, wie dort Migranten aus Afrika unter unmenschlichen Bedingungen leben und arbeiten.

Afrikanische Erntehelfer demonstrieren in Süditalien für mehr Rechte. Sie berichten von harter Arbeit unter unmenschlichen Bedingungen, wie ein Bericht in der Sendung «Kassensturz» vom Dienstagabend zeigt. «Die Tomatenernte ist die schwierigste und schlimmste Arbeit auf den Feldern Italiens», sagt ein Arbeiter. Andere strecken ihre geschundenen Hände in die Kamera: «Das ist von der Tomatenernte!»

Es sind Migranten, die als Erntehelfer für Pelati-Dosentomaten in Süditalien arbeiten. Sie reissen …

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