DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Zahl der Toten in Myanmar steigt auf 510 – «Müllstreik» in Yangon



epa09105861 Demonstrators march during a protest against the military coup in Mandalay, Myanmar, 30 March 2021. Anti-coup protests continued in Myanmar as more than 500 people were reportedly killed in the military junta's deadly crackdown on demonstrations against the 01 February coup, according to local monitoring group Assistance Association for Political Prisoners (AAPP) on 30 March.  EPA/STR

Umkämpft: Myanmar. Bild: keystone

Die Zahl der Toten in Myanmar seit dem Putsch vor zwei Monaten ist nach dem bislang blutigsten Wochenende weiter gestiegen. Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP zufolge sind bislang mindestens 510 Menschen durch die Gewalt des Militärs ums Leben gekommen.

Beobachter gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus. Allein am Samstag hatten Einsatzkräfte mehr als 100 Menschen getötet. Am Montag seien landesweit mindestens 14 weitere erschossen worden, teilte AAPP mit. Das brutale Vorgehen der Armee sorgt auch international für immer grösseres Entsetzen.

Derweil beteiligten sich am Dienstag zahlreiche Menschen in der ehemaligen Hauptstadt Yangon (früher: Rangun) an einem «Müllstreik». Die Organisation «Clean Yangon», die normalerweise dabei hilft, die Strassen Yangons sauber zu halten, hat die Bürger auf Facebook aufgefordert, möglichst viele Abfälle mitten auf den Strassen abzuladen.

«Müll ist auch eine Waffe, um Widerstand gegen die Junta zu leisten», hiess es. «Lasst uns Müllbeutel und anderen Unrat aus unseren Häusern auf die Strasse werfen.» Fotos in sozialen Netzwerken zufolge türmten die Abfälle in verschiedenen Stadtvierteln. Proteste mit Tausenden Teilnehmern gab es auch wieder in zahlreichen anderen Regionen des früheren Birma.

Vier bewaffnete ethnische Gruppen drohten derweil, die Bevölkerung zu unterstützen, sollte die Junta die Gewalt nicht beenden. Die neue Militärführung müsse die politische Krise lösen und auf die Forderungen der Bevölkerung eingehen, so die Rebellengruppen. Wenn das Militär diese Forderungen nicht erfülle und weiter töte, dann werde man den Menschen dabei helfen, sich selbst zu verteidigen.

Im Vielvölkerstaat Myanmar leben 135 staatlich anerkannte Ethnien. Besonders im Kachin-Staat im Norden und im Shan-Staat im Osten kommt es schon lange zu immer neuen Kämpfen zwischen dem Militär und bewaffneten Gruppen. Mehr als 20 ethnische Gemeinschaften kämpften landesweit schon lange vor dem Umsturz für mehr Autonomie und Selbstbestimmung. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Frau dreht Aerobic-Video in Myanmar – und filmt versehentlich Militärputsch

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Wir haben die Hoffnung verloren»: Zwei Ärzte im Exil erzählen, was in Myanmar passiert

Verfolgungsjagden, erschossene Zivilisten und beschlagnahmte Ambulanz-Fahrzeuge: Zwei Ärzte im Exil erzählen gegenüber watson von Szenen, die sich seit dem Militärputsch auf Myanmars Strassen abspielen.

«Meine Familie sagt, ich soll mich so lange wie möglich verstecken. Aber wenn ich jetzt in Myanmar wäre, würde ich auf die Strassen gehen, protestieren und den verletzten Menschen helfen», sagt San. Der 32-jährige Arzt aus Myanmar, ausgebildet um Leben zu retten, verfolgt täglich aus der Ferne, wie Menschen in seiner Heimat im Konflikt mit der Militär-Diktatur auf den Strassen sterben.

Zusammen mit seinem Berufskollegen Youn verliess er Myanmar Ende 2020 für eine Ausbildungsreise. Am 1. Februar …

Artikel lesen
Link zum Artikel