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Thailand bereitet sich auf Flüchtlingsstrom aus Myanmar vor

29.03.2021, 15:26
Vor den Militärs in die Wälder geflohen: Kinder und Jugendliche in Myanmar
Vor den Militärs in die Wälder geflohen: Kinder und Jugendliche in Myanmar
Bild: keystone

Angesichts des brutalen Vorgehens der Militärjunta in Myanmar gegen Demonstranten bereitet sich das benachbarte Thailand auf eine Welle von Flüchtlingen vor.

«Wir wollen keinen Exodus in unser Staatsgebiet, aber gleichzeitig müssen wir auch die Menschenrechte beachten», sagte Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha am Montag. Man sei sich der Lage in Myanmar bewusst und stelle Überlegungen an. Diese wolle man aber zunächst intern halten.

Kreml verteidigt Russlands Präsenz bei Militärparade
Der Kreml hat die umstrittene Teilnahme von Russlands Vize-Verteidigungsminister Alexander Fomin bei einer Militärparade in Myanmar verteidigt. Allein am «Tag der Streitkräfte» am vergangenen Samstag waren in dem südostasiatischen Staat mehr als 100 Menschen getötet worden.
Die Anwesenheit Fomins bedeute «absolut keine Billigung dieser tragischen Ereignisse», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. «Wir haben langjährige und recht konstruktive Beziehungen zu Myanmar. Unter diesem Gesichtspunkt müssen wir das betrachten.»
Fomin hatte bei seinem Besuch gesagt, Moskau wolle die militärische und militär-technische Zusammenarbeit mit Myanmar ausbauen. Die Staatsagentur Tass zitierte ihn mit den Worten, das Land sei ein «zuverlässiger Verbündeter und strategischen Partner». Für Myanmar ist Russland ein wichtiger Waffenlieferant. An der Parade nahmen Berichten zufolge Vertreter auch aus China, Indien und Pakistan teil.

Die örtlichen Behörden werden demnach Areale zur Unterbringung von Flüchtlingen vorbereiten. Details dazu wollte Prayut aber nicht nennen. «Wo sie hingehen werden, wie viele es sein werden: Darüber werden wir später sprechen», sagte er. Prayut selbst ist seit einem Putsch des Militärs 2014 an der Macht. Am Sonntag hatte Gouverneur Sittichai Jindaluang die Zahl der Geflüchteten in seiner Grenzprovinz Mae Hong Son auf rund 2200 beziffert.

In Myanmar hatte die Militärgewalt bei landesweiten Protesten mit mehr als 100 Toten am Wochenende einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Die Vereinten Nationen bezeichneten den Samstag als den «blutigsten Tag» seit dem Militärputsch vom 1. Februar. Das Nachrichtenportal Myanmar Now berichtete unter Berufung auf Angehörige, Anwohner und Hilfsorganisationen, dass am Wochenende mindestens 169 Menschen getötet wurden, mehr als 114 Menschen davon allein am Samstag. Unter den Opfern waren demnach mehr als ein Dutzend Minderjährige.

Auch am Montag protestierten Tausende gegen die Junta, darunter auch in der früher als Rangun bekannten Hauptstadt Yangon. Örtlichen Berichten zufolge gingen Einsatzkräfte mit Gewehren und Granaten gegen Demonstranten vor. Dabei sollen mehrere Menschen getötet und weitere verletzt worden sein.

Das Militär hatte gegen die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht. Die 75-Jährige sitzt seither im Hausarrest. Die Demonstranten fordern eine Wiedereinsetzung ihrer Regierung. (aeg/sda/dpa)

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