International
Niederlande

Niederlande: Parteien einigen sich auf Minderheitsregierung

Niederlande: Parteien einigen sich auf Minderheitsregierung

09.01.2026, 18:1509.01.2026, 18:15
epa12638955 Leader of the Democrats 66 party (D66) Rob Jetten (L) speaks with journalists at the Zwaluwenberg estate following talks on cabinet formation in Hilversum, the Netherlands, 09 January 2026 ...
Rob Jetten, Parteivorsitzender der D66, am 09.01.2025.Bild: keystone

Mehr als zwei Monate nach der Parlamentswahl in den Niederlanden hat sich die linksliberale Partei D66 mit Christdemokraten und Rechtsliberalen auf die Bildung einer Minderheitskoalition geeinigt. Das teilten die drei Parteien auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit. Seit Dezember verhandelt die D66, die die Wahl gewonnen hatte, mit den beiden anderen über die Bildung einer Koalition. Die Gespräche sollen Ende Januar abgeschlossen werden.

In der Zweiten Kammer des Parlaments verfügen die drei Parteien aber nur über 66 der 150 Sitze. Sie wollen nun mit der Opposition über eine Zusammenarbeit reden und hoffen auf wechselnde Mehrheiten. «Es wird harte Arbeit für die neue Regierung», sagte D66-Fraktionschef Rob Jetten, der vermutliche neue Ministerpräsident, auf dem Landgut Zwaluwenberg bei Hilversum, «aber wir glauben, dass wir das können.»

Die rechtsliberale VVD wollte einen deutlich rechten Kurs einschlagen und daher die radikal-rechte Partei Ja21 an der Koalition beteiligen. Das aber stiess auf den Widerstand von der linksliberalen D66. Sie hatte für eine grosse Koalition mit dem rot-grünen Bündnis GroenLinks-PvdA votiert. Doch das hatte die VVD blockiert.

Keine Zusammenarbeit mit Wilders

Bei der Wahl am 29. Oktober wurde D66 stärkste Kraft und kam auf 26 Mandate. Doch das Parlament ist stark zersplittert und zählt nun 15 Fraktionen. Die Niederlande haben kaum Erfahrung mit Minderheitsregierungen. Beobachter fürchten, dass eine solche Regierung nicht stabil sein könnte.

Zweitstärkste Kraft bei der Parlamentswahl wurde die radikal-rechte Partei PPV des Rechtspopulisten Geert Wilders. Doch alle etablierten Parteien hatten eine Zusammenarbeit mit ihm abgelehnt. Die Wilders-Partei war nach der Wahl von 2023 erstmals an einer Regierung beteiligt. Aber die rechte Koalition von vier Parteien zerbrach bereits nach elf Monaten. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3
Europäer verlegen Soldaten nach Grönland – kommt es jetzt zum Clash mit den USA?
Verschiedene europäische Nato-Länder schicken nach den ergebnislosen Verhandlungen in Washington Militärkontingente nach Grönland. Die Nato-Verteidigungsallianz findet sich immer mehr in einem Katastrophenszenario.
Ein Nato-Land hat dermassen Angst vor einem anderen Nato-Land, dass es seine Freunde um militärischen Beistand bittet? Klingt absurd, ist aber beim Grönland-Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und der dänischen Regierung mittlerweile Realität geworden.
Zur Story