International
Nordkorea

Nordkorea: Sprengung des Verbindungsbüros im Bild und Video

Hier sprengt Nordkorea das Verbindungsbüro

17.06.2020, 08:5817.06.2020, 15:51

Trotz Warnungen und Beschwichtigungsversuchen Südkoreas setzt Nordkorea seinen Konfrontationskurs gegenüber dem Nachbarn fort. Einen Tag nach der Sprengung des innerkoreanischen Verbindungsbüros veröffentlicht Nordkorea nun Bilder davon.

This photo provided by the North Korean government shows the explosion of an inter-Korean liaison office building in Kaesong, North Korea, Tuesday, June 16, 2020. South Korea says that North Korea has ...
Nordkorea veröffentlichte am Mittwoch Bilder von der Sprengung des Verbindungsbüros.Bild: keystone

Ausserdem kündigt Nordkorea an, wieder Militärübungen an der Grenze durchführen und Soldaten in die ehemals gemeinsam genutzten Industrie- und Tourismusgebiete verlegen zu wollen.

Das südkoreanische Verteidigungsministerium veröffentlichte ebenfalls ein Video der Sprengung.

Was kündigte Nordkorea weiter an?

Zudem sollen bereits zurückgezogene Kontrollposten in der militärischen Pufferzone zwischen den beiden Ländern wieder aufgestellt und Flugblattaktionen gegen Südkorea gestartet werden, wurde der Generalstab der Volksarmee von den Staatsmedien zitiert. Das wegen seines Atomwaffenprogramms isolierte Land hatte zuvor mit solchen Schritten gedroht.

Nordkoreas Militärführung kündigte ausserdem an, Einheiten in Regimentsstärke würden in den Industriepark von Kaesong sowie in das Erholungsgebiet am Kumgang-Gebirge an der Ostküste geschickt. Der Industriekomplex ist seit 2016 schon nicht mehr in Betrieb. Touristische Reisen von Südkoreanern in das Diamanten-Gebirge sind seit 2008 nicht mehr möglich. Seoul hatte ein gemeinsames Reiseprogramm auf Eis gelegt. Grund dafür waren tödliche Schüsse eines nordkoreanischen Soldaten auf eine südkoreanische Touristin in einem Sperrgebiet in der Region.

Was hält Nordkorea von den Vermittlungsversuchen?

Nicht viel. Das Angebot der Regierung des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In, Sondergesandte für eine Deeskalationsmission zu schicken, lehnte die kommunistische Führung nach eigenen Angaben entschieden ab. Die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, Kim Yo Jong, warf der südkoreanischen Seite vor, einen «taktlosen und dunklen Vorschlag» gemacht zu haben. Südkorea müsse erst die «Worte und das Verhalten solcher Dummköpfe kontrollieren, die uns weiter provozieren», erklärte Kim in Anspielung auf die Propagandaflugblatt-Aktionen südkoreanischer Aktivisten und nordkoreanischer Flüchtlinge an der Grenze.

Seit der jüngsten Aktion, bei der die Gruppen Ende Mai etwa 500 000 in Ballons verpackte Flugblätter mit Kritik an der autokratischen Führung in Pjöngjang in Richtung Norden geschickt hatten, verschärfen sich wieder die Spannungen. Pjöngjang wirft Seoul vor, diese Aktionen zu tolerieren. Die Kommunikationskanäle zu Südkorea hatte Nordkorea zuletzt gekappt. Nach der Zerstörung des Verbindungsbüros in der Grenzstadt Kaesong am Dienstag hatte Südkorea das abgeschottete Nachbarland vor weiteren Schritten gewarnt, die die Situation verschärfen würden.

Was bedeutet das für den Friedensprozess?

Mit der Umsetzung der nun angedrohten militärischen Schritte würde Nordkorea bilaterale Vereinbarungen von 2018 über vertrauensbildende Massnahmen unterlaufen. Damals hatten sich beide Seiten unter anderem auf die Einstellung von Schiessübungen an der Grenze und die Zerstörung von Kontrollposten innerhalb der demilitarisierten Zone sowie die Räumung von Landminen an bestimmten Stellen der Pufferzone geeinigt.

Seit dem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Nordkorea und den USA im Februar 2019 in Vietnam stecken nicht nur die Atomverhandlungen zwischen diesen beiden Ländern fest. Auch die innerkoreanischen Beziehungen kommen seitdem nicht mehr voran. (jaw/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Gipfeltreffen in Vietnam
1 / 12
Gipfeltreffen in Vietnam
Acht Monate nach ihrem historischen Gipfel in Singapur wollen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bei ihrem zweiten Treffen in Vietnam über einen Fahrplan für Frieden und Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel sprechen. Die Gespräche finden am 27. und 28. Februar statt.
quelle: epa/epa / fazry ismail
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Reiseziel: Nordkorea. Eine Fahrt ins Ungewisse
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
Russische Zeitung kündigt Angriff auf Litauen an – und löscht den Beitrag kurz darauf
Peinliches Versehen oder Kalkül? Ein brisanter Beitrag der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti sorgte am Freitag für Verwirrung. Der Autor kündigte nämlich eine neue «militärische Spezialoperation» gegen Litauen an, berichtet das russische Exilmedium «Medusa».
Zur Story