International
Rassismus

Wegen Nazis: Einwohner von Ostritz kaufen Biervorrat von Supermarkt leer

Einwohner von Ostritz trollen Rechtsextreme – mit dieser einfallsreichen Aktion

23.06.2019, 03:4023.06.2019, 12:02

Ostritz, ein 2000-Seelendorf im sächsischen Landkreis Görlitz, macht gerade Schlagzeilen. Dort haben Bürger auf ungewöhnliche Art und Weise ein Treffen von Rechtsextremen getrollt.

In Ostritz war am Wochenende ein Rechtsrock-Konzert angekündigt. Erwartet wurden rund 750 Teilnehmer. Bereits im Vorfeld verbot das Verwaltungsgericht Dresden auf dem Gelände den Alkoholkonsum mit der Begründung, es bestehe die Gefahr, «dass Alkohol den offensichtlich kämpferisch-aggressiven Charakter der Veranstaltung noch mehr anheizen würde». Die Polizei setzte das Verbot um und konfiszierte sämtliche Biervorräte auf dem Gelände.

Die Einwohner von Ostritz setzten noch einen drauf – um wirklich sicher zu gehen: In einer organisierten Aktion kauften sie den gesamten Biervorrat des örtlichen Supermarktes leer, insgesamt mehr als 120 Kisten. Zusammen mit dem Internationalen Begegnungszentrum des Klosters Sankt Marienthal verluden sie die Kisten auf Anhänger und transportierten das Bier weg. Das führte dazu, dass die Teilnehmer des Rechtsrock-Festivals auch auf dem Weg zum Gelände auf dem Trockenen sitzen blieben. (ohe)

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83 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Popo Catepetl
23.06.2019 04:40registriert September 2014
Geili sieche!!!😂😂😂
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Luchs
23.06.2019 06:46registriert April 2016
Fachsprachlich:, den Nährboden entziehen.
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Yozef
23.06.2019 09:45registriert Oktober 2016
Keine Kisten für Faschisten!
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«Timmy wird sterben und niemand wird mehr an ihn denken»
Peter V. Kunz ist Präsident des Verbands Schweizer Tierschutz. Im Interview mit watson erklärt er, warum wir uns für gestrandete Buckelwale, nicht aber für vernachlässigte Hühner interessieren.
Seit einiger Zeit konzentriert sich das öffentliche Interesse stark auf Einzelschicksale von Tieren. Wir hatten den einsamen Pinguin, der in die falsche Richtung watschelt; dann kam das Äffchen Punch, das wir dabei beobachteten, wie es Anschluss an seine Gruppe suchte. Und seit knapp drei Wochen ist es nun Timmy, der Wal, mit dem Hunderttausende mitleiden. Warum interessieren Tierschicksale so fest?
Peter V. Kunz: Auch als Tierrechtler bin ich ja in erster Linie Mensch. Beim Lonely Penguin hatte ich Tränen in den Augen. Wenn ich Aufnahmen von Timmy oder von Punch sehe, dann bewegt mich das wie jeden anderen auch. Trotzdem habe ich gemischte Gefühle: Denn so sehr mich diese Einzelschicksale bewegen, so irrelevant sind sie letztlich für das Tierwohl im Allgemeinen. Die Tiere, die systematisch leiden, bleiben unsichtbar.
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