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Diese Bilder sollen beweisen, dass Iran am Drohnen-Angriff auf Ölanlagen beteiligt war



Journalists film what Saudi military spokesman Col. Turki al-Malki said was evidence of Iranian weaponry used in the attack targeted Saudi Aramco's facilities in Abqaiq and Khurais, during a press conference in Riyadh, Saudi Arabia, Wednesday, Sept. 18, 2019.  (AP Photo/Amr Nabil)
Turki al-Malki

Journalisten filmen die Überreste der Drohnen und Marschflugkörper, die beim Angriff gegen die Aramco-Anlage verwendet wurden. Bild: AP

Was ist passiert?

Nach den Angriffen auf wichtige Öleinrichtungen in Saudi-Arabien hat ein Militärsprecher des Königreichs den Iran für die Attacken mitverantwortlich gemacht. Die Angriffe seien «ohne Frage vom Iran gefördert» worden, sagte Turki al-Malki am Mittwoch. Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Raketen nicht aus dem Jemen abgefeuert sein können, sondern aus dem Norden kamen.

Der Angriff «kam nicht aus dem Jemen, trotz der Versuche des Irans, das so aussehen zu lassen», sagte der Sprecher des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums.

Wie wird das begründet?

Die bei dem Angriff benutzten Drohnen seien ausserhalb der Reichweite der Drohnen, die die Huthis benutzten. Bei dem Angriff auf die Ölraffinerie in Abkaik seien 18 Drohnen eingesetzt worden, bei der Attacke auf die Ölanlagen in Churais insgesamt sieben Marschflugkörper. Vier der Raketen hätten ihr Ziel erreicht, drei weitere seien vorher auf den Boden geschlagen.

Saudi military spokesman Col. Turki al-Malki displays what he describes as an Iranian cruise missile and drones used in an attack this weekend that targeted the heart of Saudi Arabia's oil industry, during a press conference in Riyadh, Saudi Arabia, Wednesday, Sept. 18, 2019.  (AP Photo/Amr Nabil)
Turki al-Malki

Armeesprecher Turki al-Malki zeigt die Überreste der Drohnen und Marschflugkörper. Bild: AP

Bei der Pressekonferenz in der saudischen Hauptstadt Riad präsentierte das Verteidigungsministerium Überreste von iranischen Drohnen und Raketen, die dem Sprecher zufolge bei den Angriffen eingesetzt worden waren.

Was sagen die Huthis?

Die Huthi-Rebellen im südlich von Saudi-Arabien gelegenen Jemen hatten die Verantwortung für die Angriffe auf Öleinrichtungen in dem Königreich am Wochenende übernommen.

A Supporter of Houthi Shiites displays a poster of Abdel-Malek al-Houthi, the leader of Yemen's Shiite rebels, on his jacket during a rally to mark the third anniversary of the Houthis' takeover of the Yemeni capital, in Sanaa, Yemen, Thursday, Sept. 21, 2017. Al-Houthi, lashed out in a defiant speech broadcast Wednesday, the eve of the anniversary of the day his forces stormed into Sanaa. Al-Houthi accused the U.S., Saudi Arabia and the UAE of seeking to divide Yemen. (AP Photo/Hani Mohammed)

Ein Huthi-Sympathisant trägt ein Portrait des Houthi-Chefs Abdel Malek al-Huthi. Bild: AP/AP

Am Mittwoch wiederholte ein Militärsprecher der Huthis, dass die Angriffe aus dem Jemen gekommen seien. Die Angriffe seien mit Drohnen ausgeführt worden, die einen neuen Antrieb besässen, berichtete die von den Huthis kontrollierte Nachrichtenagentur Saba mit Verweis auf Militärsprecher Jahia Saria.

Er rief Ausländer und Firmen auf, sich von den Öleinrichtungen fernzuhalten, da diese sich weiter in Reichweite der Huthis befänden und jederzeit getroffen werden könnten.

Pompeo bezeichnet Angriffe als «Kriegshandlung»

US-Aussenminister Mike Pompeo hat die Angriffe auf die Ölanlagen in Saudi-Arabien als «Kriegshandlung» verurteilt. «Das war eine iranische Attacke», sagte Pompeo am Mittwoch nach der Landung in Dschidda in Saudi-Arabien.

Secretary of State Mike Pompeo, left, walks with U.S. ambassador to Saudi Arabia John Abizaid, right, after arriving at King Abdulaziz International Airport in Jeddah, Saudi Arabia, Wednesday, Sept. 18, 2019. (Mandel Ngan/Pool via AP)

Aussenminister Pompeo (l.) trifft in Dschidda seinen saudischen Amtskollegen Ibrahim al-Assaf (m.). Bild: AP

Der Angriff trage den «Fingerabdruck» von Irans geistlichem Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei.

Pompeo wollte in Dschidda mit Kronprinz Mohammed bin Salman zusammenkommen. Dabei sollte es nach Angaben des US-Aussenministeriums um die «Koordination der Anstrengungen zur Erwiderung der iranischen Aggression» gehen.

Und Trump?

US-Präsident Donald Trump hat zuvor eine «wesentliche» Verschärfung der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran angekündigt. Er habe seinen Finanzminister Steven Mnuchin instruiert, diese Verschärfungen in Kraft zu setzen.

President Donald Trump waves as he arrives at Moffett Federal Airfield to attend a fundraiser, Tuesday, Sept. 17, 2019, in Mountain View, Calif. (AP Photo/Evan Vucci)
Donald Trump

Bild: AP

Das teilte Trump am Mittwoch über den Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Mit den neuen Strafmassnahmen reagiert Trump offenbar auf die jüngsten Luftangriffe auf zwei saudiarabische Ölanlagen.

Zuvor hatte der Iran in einem offiziellen Schreiben an die USA jegliche Beteiligung an den Angriffen zurückgewiesen. Sie hätten mit dem Angriff nichts zu tun, hiess es in dem Brief, der den USA über die Schweizer Botschaft in Teheran zugestellt wurde. Die Schweiz vertritt im Iran die diplomatischen Interessen der USA.

«Falls gegen den Iran eine (Militär-)Aktion ausgeübt werden sollte, werden wir die umgehend erwidern und die Dimensionen wären nicht limitiert», heisst es in dem Schreiben des iranischen Aussenministeriums, aus dem die Nachrichtenagentur Irna am Mittwoch zitierte. Es soll der Schweizer Botschaft schon am Montag übergeben worden sein.

Am vergangenen Samstag wurden saudische Ölanlage aus der Luft angegriffen und in Brand gesetzt. Die Huthi-Rebellen im Jemen, die in dem Land immer wieder von der saudischen Luftwaffe attackiert werden, bekannten sich zu den Angriffen. Die USA bezichtigen aber den Iran. (jaw/sda)

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63 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Butzdi
18.09.2019 17:50registriert April 2016
Ein Land welches yemenitische Zivilisten und kritische Journalisten abschlachtet beschuldigt ein anderes Land Ölanlagen sabotiert zu haben indem es ein paar Schrottteile präsentiert.
Lächerlich billig, lächerlich verlogen.
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Gummibär
18.09.2019 17:49registriert December 2016
Dass der Iran Kriegsgerät an alle möglichen Milizen und Rebellen liefert ist unbestritten. Dasselbe tun übrigens auch die U.S.A.
Ebenso wissen wir, dass der Iran mit den U.S.A. noch verschiedene Rechnungen offen hat :
- Umsturz der gewählten Regierung Mossadeghs durch den CIA und Einsetzung des Shahs
- Unterstützung Saddam Husseins durch die U.S.A. im Irak-Iran Krieg
- Abschuss eines vollbesetzten Iranischen Verkehrsflugzeuges durch die U.S. Vincennes.
Inakzeptabel ist, dass die U.S.A. hier um des Geschätes willen einen Krieg zwischen zwei Gottes-Staaten anzetteln will -
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Philboe
18.09.2019 17:30registriert July 2015
Wirtschaftskrise, drohende Kriege irgendwie kommt mir das bekannt vor?!
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