BlackRock-Boss Fink liebäugelt mit WEF-Abschied aus Davos – das hält Trump davon
Sind die Tage des Weltwirtschaftsforums in Davos gezählt? Larry Fink, Co-Präsident des WEF und Chef des Vermögensverwalters BlackRock, hat eine Debatte über mögliche andere Standorte vom Zaun gerissen.
In einer Rede sowie in einem Beitrag auf der Plattform LinkedIn äusserte Larry Fink grundlegende Zweifel am aktuellen Format. Er betonte, das WEF müsse dort präsent sein, «wo die moderne Welt tatsächlich gebaut wird». Zwar stellte er klar, dass der Name des Forums eng mit Davos verknüpft sei, doch «der Berg muss auf die Erde kommen».
Fink ging so weit und nannte alternative Durchführungsorte: Dublin und Detroit, oder auch Metropolen wie Jakarta oder Buenos Aires. US-Medien spekulierten bereits über ein Rotationsprinzip: Das Jahrestreffen könnte in einem Turnus den Kontinent wechseln.
Ignazio Cassis betont die Bedeutung
Selbst bei Bundesräten sorgen diese Gedankenspiele für eine gewisse Unsicherheit. Aussenminister Ignazio Cassis betonte die Bedeutung des Anlasses für die Schweiz:
Was ist wirklich dran an den Spekulationen? CH Media sprach gegen Ende des Kongresses beide Co-Präsidenten direkt darauf an. Larry Fink wollte sich nicht äussern und eilte davon. André Hoffmann, Schweizer und Vizepräsident von Roche, reagierte mit einem fast schelmischen Lächeln. Er deutete mit dem Finger auf den Pin, der an seinem Revers steckte: ein Schweizer Kreuz. Alles klar?
Dass Larry Fink plötzlich wortkarg wurde, hat seinen Grund, wie aus verlässlichen Quellen zu erfahren ist. Es war nämlich WEF-Dominator Donald Trump, der höchstpersönlich eine Lanze für Davos brach.
Er sagte am Donnerstag, an seinem zweiten Tag in Davos, Fink und Hoffmann hätten einen «fantastischen Job» gemacht. Und dann kam es: «Davos ist ein grossartiger Standort» («great location»). Das genügte offenbar, um Finks Träume von einem Wegzug aus Davos vorerst zu beenden.
Trumps Signal ist durchaus logisch. Solange er dem WEF seinen Stempel aufdrücken kann, ist Davos für ihn ideal – es zeigt seine Macht, selbst weit weg von Amerika alle nach seiner Pfeife tanzen zu lassen.
Der operative Chef des WEF, der Zentralschweizer Alois Zwinggi, ist ebenfalls überzeugt, dass der Anlass in Davos bleibt. Nach Abschluss des Kongresses sagte er in der «Südostschweiz», angesprochen auf Larry Finks Alternativstandorte: «Er nennt zwar auch andere Städte, aber Dublin und Detroit beginnen ja wie Davos mit dem ersten Buchstaben D, darum klingt das für mich auch etwas literarisch.»
Die Standortdiskussion als Literatur: Der Wegzug aus Davos entpuppt sich vorderhand als fiktionaler Beitrag von Larry Fink. (aargauerzeitung.ch)
