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FILE - This April 28, 2010 file photo shows British drugmaker GlaxoSmithKline's headquarters in London. Hundreds of GlaxoSmithKline's 17,000 U.S.-based employees will lose their jobs by the end of 2015 under the pharmaceutical industry's latest restructuring. (AP Photo/Kirsty Wigglesworth, File)

Auch Opfer von Wirtschaftsspionnage: GlaxoSmithKline mit Schweizer Sitz in Münchenbuchsee (BE). (Archivbild). Bild: AP/AP

Die Schweiz will einen chinesischen Forscher in die USA ausliefern



Ein chinesischer Wissenschaftler soll an die USA ausgeliefert werden. Das Bundesamt für Justiz (BJ) hat einen entsprechenden Antrag gutgeheissen. Dem Mann wird Verletzung des Geschäftsgeheimnisses vorgeworfen.

Der Auslieferungsentscheid gegen den Mann sei am 12. Juli gefallen, sagte BJ-Sprecherin Ingrid Ryser am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Der Beschuldigte könne ab dem Zeitpunkt der Notifikation innerhalb von dreissig Tagen vor dem Bundesstrafgericht Rekurs gegen den Entscheid einlegen.

Der Beschuldigte lebt mit seiner Familie seit zwanzig Jahren in der Schweiz. Nach Angaben einer Sprecherin war er von 2008 bis 2015 beim Basler Friedrich Miescher Institute for Biomedical Research (FMI) angestellt.

Freilassung abgelehnt

Vor einer Woche hatte er bereits eine Niederlage vor dem Bundesstrafgericht erlitten. Dieses lehnte eine Beschwerde gegen einen Auslieferungshaftbefehl ab. Der Chinese hatte seine Freilassung beantragt, weil aufgrund seiner engen Verbindung zur Schweiz keinerlei Fluchtgefahr bestehe.

Das Bundesstrafgericht hatte das Begehren abgewiesen. Es verwies auf die bis zu zwanzig Jahre lange Freiheitsstrafe, die dem Mann in den USA drohe. Aus diesem Grund schloss das Gericht nicht aus, dass der Betroffene versuchen könnte, sich der Auslieferung an die USA zu entziehen. Ein Rekurs gegen diesen Entscheid ging gemäss BJ nicht ein.

Wirtschaftsspionage

In den USA wird bereits seit 2016 eine Strafuntersuchung gegen fünf Sino-Amerikaner geführt, denen Wirtschaftsspionage vorgeworfen wird. Zwei davon sollen als Mitarbeitende des Forschungszentrums von GlaxoSmithKline Forschungsresultate an die Firma Renopharm Inc. weitergegeben haben.

Renopharm hat einen Sitz in Delaware (USA) sowie Nankin und Shanghai (China). Gegründet hatten diese Firma die beiden GSK-Mitarbeitenden und zwei weitere Beschuldigte. Ihr Ziel war die Entwicklung eines eigenen Krebsmittels.

Schwester gab Daten weiter

Bei einer der in den USA beschuldigten Personen handelt es sich um die Schwester des in der Schweiz wohnhaften Chinesen. Wie aus im Internet zugänglichen amerikanischen Gerichtsunterlagen hervorgeht, haben die Geschwister per Mail Geschäftsinformationen ausgetauscht.

Die Schwester hat sich demnach bereits vergangenes Jahr schuldig bekannt. In der Folge stellten die USA im Juli 2018 ein Gesuch zur Auslieferung ihres Bruders an die Schweiz.

Gemäss des Bundesstrafgerichts gründete der in der Schweiz wohnhafte Chinese mit zwei früheren FMI-Mitarbeitern eine eigene Firma. Die Gesellschaft ist unter anderem im Bereich der Erforschung von Wirkstoffen gegen Krebs tätig. Die US-Justiz wirft ihm vor, dank der durch seine Schwester gestohlenen Daten in der Schweiz Tests durchgeführt zu haben. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 17.07.2019 14:59
    Highlight Highlight Die Chinesen sagen: Xiè Xiè
  • Hierundjetzt 17.07.2019 13:02
    Highlight Highlight Also ist er nicht Schweizer (sonst könnte er ja nicht ausgeliefert werden), somit stellt sich die Frage, welche Nationalität er tatsächlich hat, USA? China?

    Nur weil einer Chinese ist, muss er ja nicht zwangsläufig Bürger von China sein.

    • ChiliForever 17.07.2019 13:42
      Highlight Highlight Eigentlich stellt sich sogar die Frage, ob seine Ethnie hier überhaupt relevant ist. Denn soweit ich den Artikel verstanden habe geht es ja nicht mal um chinesische Industriespionage, obwohl ich das in Anbetracht der derzeitigen politischen Lage bei der Artikelbezeichnung ganz genau erwartet hatte...
    • Hierundjetzt 17.07.2019 14:02
      Highlight Highlight Ja, bei Wirtschaftsspionage mit geforderten 20 Jahren Haft (somit imens riesig) will ich das genau wissen.

  • Pius C. Bünzli 17.07.2019 12:41
    Highlight Highlight Ich dachte wir liefern nicht an Staaten aus, in welchen die Ausgelieferten nicht sicher sind..
    • Dunkleosteus6765 17.07.2019 12:54
      Highlight Highlight Amerika gehört ja zu den Guten.
    • Hierundjetzt 17.07.2019 13:04
      Highlight Highlight Nope. In denen Folter herrscht und kein Justizsystem vorhanden ist.

      Wenn er hingegen US-Bürger ist, gilt die gegenseitige Vereinbarung um Auslieferung
    • Asmodeus 17.07.2019 14:42
      Highlight Highlight Naja. Wer schonmal ein amerikanisches Gefängnis gesehen hat (vor Allem die privat geführten) würde das amerikanische Justizsystem durchaus als "Nicht vorhanden" einstufen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • mystiker 17.07.2019 12:17
    Highlight Highlight schade dass in so einem fall die wirtschaft über menschenleben steht.
    wir wollten gerechtigkeit und bekamen das Strafgesetzbuch, bilaterale verträge und auslieferungsabkommen. Immer mehr menschen, doch die menschlichkeit fehlt.

    Recht steht über leben.

    • Hierundjetzt 17.07.2019 13:05
      Highlight Highlight Du meinst, es ist nicht sooo schlimm, wenn danach 10‘000ende Ihren Job verlieren nur weil 1 Wirtschaftsspionage betreibt?

      Ernsthaft jetzt?
    • ChiliForever 17.07.2019 13:22
      Highlight Highlight Für das Opfer einer Vergewaltigung herrscht Gerechtigkeit, wenn der Vergewaltiger gehenkt ist oder man ihm zumindest die Eier abgeschnitten hat. Zum Glück haben wir als Reaktion auf solche Rachvorstellungen dafür gesorgt, daß die Opfer weder Ankläger noch Richter sind und das Strafgesetzbuch eingeführt.

      Zum Glück kann sich der Mörder einer Familie in der Schweiz nicht durch Flucht ins Ausland der Strafe entziehen, sondern dank Auslieferungsabkommen wieder in der Schweiz einem einem gerechten Urteil zugeführt werden.
    • Hierundjetzt 17.07.2019 13:34
      Highlight Highlight Forever falscher Kommentar. 😂😂😂

      Lies den Artikel 😒
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