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Christian Levrat, sortant et candidat PS pour le Conseil des Etats, parle lors de la journee des resultats des elections federales ce dimanche 18 octobre 2015 a Fribourg. (KEYSTONE/Christian Brun)

«Jeremy Corbyn als Person war viel glaubwürdiger und authentischer als Theresa May», glaubt SP-Präsident Christian Levrat. Bild: KEYSTONE

SP-Chef Levrat über den Erfolg von Labour: «Trump hat viele Menschen wachgerüttelt»

Das überraschend gute Abschneiden der britischen Genossen bei den Parlamentswahlen freut SP-Präsident Christian Levrat. Er glaubt, dass die Themen der Sozialdemokratie wichtiger denn je sind. In der Krise sieht er den politischen Gegner am anderen Ende des Spektrums – die Rechtspopulisten. Ihnen schade das Verhalten von US-Präsident Donald Trump.

othmar von matt / schweiz am wochenende



Ein Artikel von

Überrascht Sie der Erfolg von Labour-Chef Jeremy Corbyn in Grossbritannien?
Christian Levrat: Noch vor vier Wochen hätte ich sicher nicht damit gerechnet, aber in den letzten Tagen hat sich die Wende abgezeichnet. Labour hat einen brillanten Wahlkampf geführt und jene Themen ins Zentrum gestellt, die den Menschen wichtig sind: Eine gerechte Gesellschaft, soziale Sicherheit, ein starker Service public und gute Arbeitsplätze. Labour hat Tausende Basismitglieder mobilisiert und war nahe bei den Leuten. Und vor allem war Jeremy Corbyn als Person viel glaubwürdiger und authentischer als Theresa May.

Was hat den Erfolg Corbyns möglich gemacht?
Labour war überzeugend, «for the many, not the few» ist aktueller denn je. Und natürlich haben die Tories und Theresa May unglaublich viele Fehler gemacht. Sie trat autoritär auf und hat sich allen Debatten mit Jeremy Corbyn verweigert. Das wurde ihr als Arroganz und Unsicherheit ausgelegt.

Macht die neue Situation die Lage in Europa unübersichtlicher?
Das werden wir sehen. Theresa May hat ja angekündigt, die Verhandlungen wie geplant aufzunehmen. Aber ihre Position ist geschwächt, das ist klar.

Sind die Resultate der letzten europäischen Wahlen ein Hinweis darauf, dass die Sozialdemokratie wieder zulegt – als Gegenreaktion auf Donald Trump?
Das angebliche Ende der Sozialdemokratie haben die Medien herbeigeschrieben, das war von Anfang an Unsinn. Soziale Gerechtigkeit, die Verteilung von Reichtum und Einkommen oder der Schutz der Umwelt sind wichtiger denn je. In dieser Hinsicht hat Trump sicher viele Menschen in Europa wachgerüttelt. Er beweist täglich, dass Rechtspopulisten regierungsunfähig sind. Ich stelle jedenfalls fest, dass der gross angekündigte Angriff der Rechtspopulisten durchwegs gescheitert ist, so hat Ukip gerade noch 1,8 Prozent.

Briten-Wahl: Desaster für May – Erfolg für Corbyn

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Roterriese #DefendEurope 11.06.2017 14:18
    Highlight Highlight Der Levrat ist eben bloss ein Laveri
  • Maria B. 11.06.2017 13:01
    Highlight Highlight Fragt Levrat doch mal, wie er sich die hohen Stimmenzahlen von Frankreichs FN, den unerwarteten Wahlsieg Trumps und die stark zunehmende Partizipation der AfD in deutschen Bundesländern erklärt ;-)!

    Oder was er von den menschenverachtenden sozialistischen Beharrungsversuchen und der grassierenden Hungersnot von Maduros Venezuela hält, wo Hunderttausende seit Monaten auf die Strasse gehen.

    Levrat riskiert eine grosse Lippe über die angebliche "Regierungsunfähigkeit" aller konservativer Parteien, was wohl auch Merkels CDU miteinschliessen mag :-)

    Hauptsache: Venezuela wird links regiert.
  • Kaviar 11.06.2017 12:04
    Highlight Highlight SP-Chef Levrat über den Erfolg von Labour: «Trump hat viele Menschen wachgerüttelt»

    Levrat hat vollkommen recht. Trump kontrastiert unseren Bundesrat so sehr, dass es richtigehend schmerzt, zu sehen was für traurige Luschen den Bundesrat stellen. Man wünscht sich nun, der Bundesrat würde Trumpf spielen und nicht Misère.
  • Richu 11.06.2017 09:48
    Highlight Highlight Auf jeden Fall verliert beispielsweise die Sozialdemokratie in Deutschland zurzeit bei jeder Umfrage, weil viele deutsche Wählerinnen und Wähler bemerkt haben, dass Martin Schulz ein "unfähiger" Bundeskanzler wäre!
    Nach den 3 SP-Wahlniederlagen bei den Landtagswahlen geht es also mit der deutschen SP weiterhin "bergab".
    • Juliet Bravo 11.06.2017 11:42
      Highlight Highlight Ich glaube, Schulz wäre ein fähiger Kanzler. Er hat schon als EU Ratspräsident eine gute Figur gemacht. Leider hat er den Hype um seine Person nicht "abgestellt" und das rächt sich jetzt für ihn und die SP.
    • Fabio74 11.06.2017 12:51
      Highlight Highlight es war schon immer so dass der Juniorpartner einer Koalition die Abrechnung kassiert hat. Nicht umsonst ist bei der letzten Wahl die FDP aus dem Parlament geflogen.
  • Hypnos350 11.06.2017 09:06
    Highlight Highlight Nun ist es an der SP die "wachgerüttelten Menschen" nicht wider durch Utopische Forderungen zum einschlafen zu bringen 😉
  • rodolofo 11.06.2017 08:22
    Highlight Highlight Gute Analyse von Levrat!
    Ich seh's eigentlich ganz ähnlich.
    Die Sozialdemokratie, ergänzt von ihrer ökologischen Schwesterpartei, den Grünen repräsentiert weiterhin den "Linken Teil" unserer Gesellschaft, der sich zwar wandelt und laufend modernisiert, der aber in seinen Grundorientierungen auch mehr oder weniger gleich bleibt, ebenso, wie sich der "Rechte Teil" unserer Gesellschaft ständig wandelt und modernisiert und in seinen Grundorientierungen mehr oder weniger gleich bleibt.
    Zusammen bilden wir eine GANZE Gesellschaft.
    Und das ist auch gut so und soll so sein, bis der Tod uns scheide.
    • Richu 11.06.2017 13:17
      Highlight Highlight @rodolofo: So gut ist die Analyse von Levrat auch nicht, wie du (fälschlicherweise) meinst, Bereits heute wird es bei den franz. Parlamentswahlen ein riesen Debakel für die Linken geben. Bisher hatten in Frankreich die Linken im Parlament eine absolute Mehrheit.
      Nach den letzten Umfragen sind bei diesen Parlamentswahlen für die SP nur noch 8% und für die Grünen 3% Wähleranteil prognostiziert!
    • Roterriese #DefendEurope 11.06.2017 14:35
      Highlight Highlight @Richu, psst! Nicht den Messias kritisieren!
    • Sophia 11.06.2017 16:02
      Highlight Highlight Richu, es wird erwartet, dass Macrons progessive Mitte "La République en Marche" gewinnen wird. Also wo progressiv draufsteht, ist immer Sozialdemokratie drin. Das gehört heute doch zur Allgemeinbildung! Wir Sozialdemokraten müssen hin und wieder unseren Namen wechseln - nicht unser Inhalte - weil sich viel Gesindel eben auch sozialdemokratisch nennt, es aber nicht ist, wie zum Beipiel diese Clique in Venezuela oder Rumänien, oder auch in Portugal.
      Es leider so, dass die Rechten keine Wahl gewinnen können, ohne sozialdemokratisches Mimikri, darum die Verwirrungen bei dir und vielen anderen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • pachnota 10.06.2017 19:09
    Highlight Highlight Levrat sollte sich besser um das Image seiner "Islamversteher" Partei kümmer, statt grosse Töne zu spucken.
    • Fabio74 11.06.2017 12:52
      Highlight Highlight und solltest lieber deinem SVP-Propganda-Medium folgen, anstatt bei jeder Gelgenheit diesen Schwachsinn zu posten.
    • Gender Bender 11.06.2017 14:28
      Highlight Highlight @pachnote. Du meinst sicher den Amstutz mit "Islamversteher". Der ist immer Feuer und Flamme wenns drum geht wiederliche Geschäfte seiner Freunde (Ruag, usw...) mit den Saudis einzufäden.
  • trio 10.06.2017 18:55
    Highlight Highlight SVP mit 1.8 Prozent wäre schön!
    • Sophia 11.06.2017 15:53
      Highlight Highlight Warum so viel? 0,8% täte es auch!

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