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Mann mit Down-Syndrom erschossen – Polizisten angeklagt



epa06925626 Police technicians search the site where a 20-year-old man was shot and killed by Swedish Police in Stockholm, Sweden, 03 August 2018. According to reports, a young man with a Down's syndrome and a form of autism was shot dead by Police on 02 August morning while carrying a toy gun that was mistaken for a real gun by the police.  EPA/STINA STJERNKVIST  SWEDEN OUT

Polizisten untersuchen den Tatort. Bild: EPA/TT NEWS AGENCY

Polizisten, die in Schweden auf einen 20-Jährigen mit Down-Syndrom geschossen haben, müssen sich dafür vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft in Stockholm teilte am Freitag mit, sie werde Anklage gegen drei Männer erheben.

Zweien werde Fehlverhalten im Dienst vorgeworfen. Ein dritter, der den tödlichen Schuss abgab, muss sich für den Tod des jungen Mannes beziehungsweise ebenfalls wegen Fehlverhaltens verantworten.

Der 20-Jährige war in der Nacht zum 2. August 2018 aus der Wohnung seines Vaters gelaufen und hatte eine Spielzeugpistole dabei. Zeugen alarmierten die Polizei, sie hätten einen bewaffneten Mann im Hinterhof gesehen.

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Blumenkränze am Ort wo der junge Mann starb. Bild: EPA/TT NEWS AGENCY

Als die Beamten eintrafen, hielten sie die Waffe für echt. Der junge Mann, der ausserdem eine Autismus-Diagnose hatte, reagierte nicht auf die Aufforderung, die Pistole fallen zu lassen und richtete sie auf die Beamten. Die Polizisten fühlten sich bedroht und gaben zusammen 25 Schüsse ab, drei trafen ihr Ziel.

Situation nach jedem Schuss neu prüfen

Staatsanwalt Martin Tidén räumte ein, dass die Polizisten nicht erkennen konnten, dass der Mann eine Spielzeugpistole in der Hand hatte. Die Beamten hätten in der Situation nicht prüfen können, ob die Bedrohung real war. Dennoch hätten sie nach jedem Schuss neu prüfen müssen, ob es einen Grund gab, weiter zu schiessen.

In diesem Fall sei das offenbar nicht geschehen. Obwohl sich der 20-Jährige abgewendet hatte, stellten sie das Feuer nicht ein. Der junge Mann wurde von zwei Schüssen in den Rücken getroffen, einer davon war tödlich.

Zuvor hatte der Einsatzleiter den Vater des jungen Mannes getroffen, der ihm berichtete, dass er nach seinem Sohn suche. Der Polizist sah aber den Zusammenhang nicht. Auch er ist nun wegen Fehlverhaltens angeklagt. (sda/dpa)

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • JackMac 12.04.2019 22:38
    Highlight Highlight 25 Schüsse und 3 Treffer? Echt jetzt? Meine 12-jährigen Jungs treffen eine Büchse aus 10 Meter Entfernung. Notabene ohne dass sich diese umdreht und den Rücken zeigt.
  • tzhkuda7 12.04.2019 16:01
    Highlight Highlight Ist schwierig zu sagen im Jahr 2018 wie man als Polizist reagieren soll wenn einer auf einem mit einer Waffe zielt die ähnlich aussieht und bei dunkleren Verhältnissen wie hier in der Nacht nicht mehr unterscheidbar ist, und er dann noch nicht reagiert auf Aufrufe ja da spielt echt alles tragische zusammen.

    Bin mir nicht sicher, ob es diesen Polizisten seelisch wirklich gut geht, wenn sie im Nachgang erfahren haben, das die Person Downsyndrom hatte.

    So schlimm. Leid für die Betroffenen auf beiden Seiten. Für mich ist hier ein Stückweit auch die Betreuung des 20 Jährigen verantwortlich.
    • Klaus07 12.04.2019 17:35
      Highlight Highlight Das Problem war nicht eine Schussabgabe. In dieser Situation hätten viele Polizisten ähnlich reagiert. Das Problem sind 25 Kugel, und davon einige in den Rücken des Toten!
    • Neruda 12.04.2019 17:50
      Highlight Highlight Leute mit Downsyndrom sind nicht komplett bescheuert und können z. T. sehr gut auf sich selber schauen, alleine wohnen etc. Aber wahrscheinlich hast du einfach wie ca. 90% der Leute Null Plan von Menschen Behinderung. Sehe genug Leute die sich total behindert verhalten bei Kontakt mit Menschen mit Behinderung. Vielen Dank an die Abschottung durch Institutionen.
  • Bündn0r 12.04.2019 15:26
    Highlight Highlight Ich hoffe die Polizisten werden frei gesprochen.
    In der Nacht ist eine Spielzeugpistole erst recht nicht von einer echten zu unterscheiden. Auch Autismus bzw Down-Syndrom können nicht wirklich erkennt werden in der Dunkelheit bzw überhaupt von Auge. Wird die Pistole nun auf die Polizei gerichtet sollte diese sich verteidigen dürfen.

    Ob wirklich 25 Schüsse dafür notwendig sind? Vermutlich nicht.
    • Bene_ 12.04.2019 18:08
      Highlight Highlight Das Problem liegt nicht darin, dass die Polizisten in dieser Situation auf das Opfer geschossen haben. Problematisch ist, dass sie anscheinend völlig schiesswütig waren und auch noch weitergeschossen haben, als ihnen das Opfer den Rücken zugedreht hat.
  • Alex_Steiner 12.04.2019 15:10
    Highlight Highlight "...gaben zusammen 25 Schüsse ab, drei trafen ihr Ziel."
    Schon alleine dafür sollten sie wohl alle entlassen werden. Abgesehen vom ganzen Rest.

    "Er hat ne Waffe!" *bang**bang*
    "Er dreht uns den Rücken zu!!" *bang**bang**bang**bang**bang*
    ...*bang**bang**bang**bang**bang**bang**bang**bang**bang*
    ...*bang**bang**bang**bang**bang**bang**bang**bang**bang*
    • trueteller 12.04.2019 17:20
      Highlight Highlight es ist extrem schwer mit einer handfeuerwaffe jmd zu treffen, im stress verringert sich die trefferquote um rund 400%. ich stimme ihnen zu 25 schüsse sind eine menge, doch muss wissen wir nicht, wie die verhältnisse waren, icj würde auch lieber 10 mal schiessen als nach der abgabe, im dunkeln nlch darauf zu warten, ob er nicht doch noch mit blei antwortet
    • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 12.04.2019 17:42
      Highlight Highlight Komm, lass uns Gerichte sparen. Es genügen anscheinend ein kurzer Pressebericht und die Beurteilung von Alex.
      Alles so klar... - von der warmen Stube aus (ohne den lästigen Stress einer auf dich gerichteten, möglicherweise echten Waffe).
    • Judge Dredd 12.04.2019 18:11
      Highlight Highlight Hier ist eine menschliche Tragödie passiert die nur Opfer zurück lässt und sie bringen nichts besseres zustande als einen derart undifferenzierten, reisserischen Kommentar vom Stapel zu lassen, echt jetzt?

      Sie kennen keinen der Involvierten, wissen nichts über deren momentanes Leid, welche Vorwürfe sich wohl sämtliche beteilite Personen machen, noch nichtmal wie sich die Situation genau zugetragen hat.

      Sorry, der Kommentar ist eine schwache Leistung. Versuchen sie es doch einmal mit etwas Empathie.
  • Basubonus 12.04.2019 14:46
    Highlight Highlight Tragisch, sehr tragisch. Dennoch halte ich es für fragwürdig, hier Beamte anzuklagen, die sich bei Leib und Leben bedroht gefühlt hatten. Klar, 25 Schüsse klingt nach erstmal viel, aber wenn dir Jemand die Knarre ins Gesicht hält will ich erstmal sehen, Wer da ruhig bleibt und nach jedem Schuss mal so nachdenkt, ob die Bedrohung eine andere sein könnte. In dieser Situation kommt der Raubtiermodus zum Tragen, und der sagt nur eins: Du oder ich.

    Bei aller Tragik und Traurigkeit des Falles sehe ich wirklich nicht ein, warum man da die Cops noch mehr belasten soll als sie es sicher schon sind.

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