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Mit Geschossen und Selbstmordattentätern: Rebellen starten Gross-Offensive auf Aleppo



Seit Tagen wurde die Offensive erwartet, nun ist sie offensichtlich Tatsache: Seit den frühen Morgenstunden bläst eine breite Koalition von Aufständischen zum Angriff auf das von Assad-treuen Truppen gehaltene West-Aleppo. Ihr Ziel: Die monatelange Belagerung von Ost-Aleppo zu durchbrechen. Im Osten der Stadt sollen sich – je nach Quelle – zwischen mehreren 10'000 und mehreren 100'000 Zivilisten aufhalten sowie tausende Aufständische. In West-Aleppo leben über eine Million Menschen. Gemäss ersten Berichten sind dort bislang mindestens 15 Zivilisten getötet wurden, hunderte wurden verletzt.

Eine erste Übersicht über die berichteten Frontverläufe:

Bild

Die Frontverläufe auf einer Karte, die unter anderem von Aufständischen-Propagandisten verbreitet wird – sie stimmt mit den ersten Meldungen überein. quelle: twitter

Die Aufständischen setzten zum Auftakt ihrer Offensive mehrere Selbstmordattentäter ein, die sich in sprengstoffbeladenen Fahrzeugen in den Verteidigungslinien des Regimes in die Luft sprengten. Gemäss Beobachtern und oppositionsnahen Kanälen sind weitere Selbstmordattentäter auf dem Weg an die Front.

Erste Verteidigungslinien seien durchbrochen worden. Bewohner West-Aleppos berichten von heftigen Gefechten. Offenbar wurden mehrere Fronten eröffnet. Massiv eingesetzt würden auch Artillerie und Raketen, heisst es.

Angeführt wird die Koalition von radikalislamischen Milizen, darunter Jabhat Fatah al-Sham (die frühere Nusra-Front) und Ahrar al-Sham. Auf Regierungsseite kämpfen unter anderem Milizen der libanesischen Hisbollah-Miliz, die in der EU als Terrororganisation gilt, und iranische Truppen.

Treffen von Syrien, Russland und Iran

Russland und seine Verbündeten, Syrien und Iran, haben in Moskau ihre Aussenministerberatungen über die Lage im syrischen Bürgerkrieg begonnen. Die Regierung in Damaskus sei bereit, den innersyrischen Dialog sofort wieder aufzunehmen, sagte der syrische Aussenminister Walid al-Muallim am Freitag. Auch sei die Regierung von Präsident Baschar al-Assad zu einer weiteren Feuerpause für Aleppo bereit, wenn garantiert werde, dass die Zivilbevölkerung die Stadt verlassen könne. Der russische Aussenminister Sergej Lawrow sagte, die jüngsten Ereignisse hätten gezeigt, wie wichtig ein kompromissloser Kampf gegen den Terror sei. (sda/tat)

Die Aufständischen setzen Autobomben gegen die Regime treuen Truppen ein – im Bild: Ein umgebauter Bulldozer. quelle: mena observer

(tat)

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    Alle Leser-Kommentare
  • smoking gun 28.10.2016 14:46
    Highlight Highlight Ja die "Freiheitskämpfer" von Ost-Aleppo. Wie wärs mit dem nächsten Friedensnobelpreis für al-Sham/al-Nusra/al-Qaida?

    Sorry für meinen Sarkasmus. Aber die Unterteilung in gute und schlechte Terroristen ist ja wirklich zum kotzen.
    • Slowslam 28.10.2016 15:29
      Highlight Highlight Sign!!
  • Maett 28.10.2016 14:19
    Highlight Highlight Ich hoffe dass einige Leser nicht vergessen haben, als was uns diese Djihadisten alles verkauft wurden und wer sie ausgerüstet und unterstützt hat.

    Jetzt liest es sich nämlich so, als ob Watson mit Selbstmordattentätern sympathisiert (statt zu sagen wer sie wirklich sind, wird von Rebellen und Aufständischen geschrieben, während sie in Mossul Terroristen genannt werden). Hauptsache gegen Assad und Russland. Nur noch peinlich.
    • ands 28.10.2016 14:34
      Highlight Highlight Es mag Ihr Weltbild erschüttern, aber gegen Assad kämpft nicht nur eine Gruppierung.
    • Maett 28.10.2016 14:44
      Highlight Highlight @ands: welche Gruppierung in Ost-Aleppo (um die es in diesem Artikel geht) kämpft denn noch gegen Assad?

      Und wer kämpft insgesamt gegen Assad? Der IS und die restlichen Djihadisten, die in unserer Wertegesellschaft meistens Rebellen genannt werden. Dabei stehen sie dem IS näher, als sonst irgendwem, nur so zur Erinnerung. Der Unterschied zum IS ist, dass sie von den Saudis, den USA, am Rande auch von Frankreich, Deutschland, etc. unterstützt werden.
    • rodolofo 28.10.2016 17:49
      Highlight Highlight Das hat Assad jetzt davon, dass er nie etwas wissen wollte von Demokratischen Reformen!
      Damit hat er die Islamisten regelrecht gezüchtet!
      Wenn Du einer Bevölkerung keine Möglichkeit erlaubst, ihre Befindlichkeit auszudrücken und Forderungen zu stellen, dann staut sich unter dem Deckel einer Militärdiktatur ein gewaltiger Druck an!
      Dieser Druck hat sich im "Arabischen Frühling" entladen. Und er wird sich immer wieder entladen, wenn Assad und seine Hintermänner nicht endlich einlenken und ernsthafte Verhandlungen über eine Nach-Assad-Zeit beginnen!
      Die UNO könnte den Friedensprozess begleiten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Repplyfire 28.10.2016 13:52
    Highlight Highlight Schonen die Al-Qaida Terroristen (oder neu moderate Rebellengruppen) die Zivilbevölkerung mit deren Raketen und Grads? Wo bleibt hier der Aufschrei? West Aleppo ist noch viel dichter Bevölkert als der Ostteil.
    • ands 28.10.2016 14:33
      Highlight Highlight Nein, tun sie nicht. Von Terroristen erwarte ich aber auch nichts anderes.
  • glüngi 28.10.2016 13:12
    Highlight Highlight oooh ach.... jetzt sind die so netten rebellen also doch terroristen.
    • ands 28.10.2016 13:54
      Highlight Highlight Nein, die Terroristen sind Terroristen und die netten Rebellen sind weiterhin nette Rebel en. Sie haben nur den selben Feind.
    • demokrit 28.10.2016 13:59
      Highlight Highlight Die Al Kaida war schon immer eine Terrororganisation.
    • Maett 28.10.2016 14:45
      Highlight Highlight @ands: die Rebellen SIND die Terroristen. Ist halt eine Definitionsfrage, aber für mich sind islamische Selbstmordattentäter halt nicht die, mit denen man sich verbünden sollte. Auch wenn das einige westliche Staaten anders sehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Vernon Roche 28.10.2016 12:45
    Highlight Highlight Selbstmordattentäter bringen sich gegenseitig um? Erinnert mich an meinen alten Job, da wurden auch dauernd zwei mit der selben Aufgabe betraut😳.
    • Vernon Roche 28.10.2016 15:17
      Highlight Highlight Touché:)
  • smoking gun 28.10.2016 12:32
    Highlight Highlight Warum werden die al-Sham-Leute (vormalig al-Nusra) in diesem Artikel als "Rebellen" oder "radikalislamische Milizen" bezeichnet? Das sind doch al-Qaida-Leute oder etwa nicht? Und al-Qaida ist doch ganz klar eine terroristische Organisation?

  • Fischra 28.10.2016 11:33
    Highlight Highlight Man sollte diesen Kriegsgeilen Typen eine Wüste schenken wo sie ihre Kriege gegeneinander führen könnten und so die Zivilisten in Ruhe gelassen werden. Dann wär sogar die Berichterstattung unterhaltsam. Aktuell geht es mir nur auf die Nerven zu hören wer jetzt wieder wen wegbombt. An die Menschen in Zivil denkt niemand.
    • Bär73 28.10.2016 11:52
      Highlight Highlight Wahre Worte 👍👍👍

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