DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
People walk as they flee deeper into the remaining rebel-held areas of Aleppo, Syria December 13, 2016. REUTERS/Abdalrhman Ismail     TPX IMAGES OF THE DAY

Sie warten auf die Evakuierung: In Ost-Aleppo sind momentan etwa 100'000 Personen eingeschlossen. Bild: ABDALRHMAN ISMAIL/REUTERS

Evakuierungen von Zivilisten und Rebellen aus Aleppo verzögern sich



Rebellen und Zivilisten in Aleppo haben am Mittwochmorgen auf ihre Evakuierung aus dem Ostteil der syrischen Grossstadt gewartet. Die Evakuierungen sollten gegen 5. Uhr Ortszeit (4 Uhr MEZ) beginnen, verzögerten sich aber.

Pro-syrische Milizen würden verhindern, dass die Menschen aus den bis zuletzt von der Opposition gehaltenen Gebieten abziehen könnten, sagte ein Vertreter der Rebellen am Mittwochmorgen. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, bislang habe kein Kämpfer und kein Zivilist Ost-Aleppo verlassen. Der Grund dafür sei unbekannt.

Wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP vor Ort beobachtete, warteten im zwischen Rebellen und syrischen Regierungstruppen geteilten Viertel Salaheddin etwa 20 Busse, Zivilisten oder Rebellen waren aber nicht zu sehen.

Zuvor waren am Dienstagabend sechs Busse in den Bezirk gefahren, kamen aber leer zurück. Nach Angaben von Rebellen sollten zuerst die Verletzten und Zivilisten evakuiert werden, dann Rebellen mit leichten Waffen, die entweder in den Westen der Provinz Aleppo oder in die Provinz Idlib im Nordwesten Syriens gehen sollten.

USA nicht hinzugezogen

Die Vereinbarung zur Evakuierung von Zivilisten und Rebellen aus dem Ostteil Aleppos war am Dienstag von Rebellengruppen verkündet und von Russland und der Türkei bestätigt worden.

Das US-Aussenministerium teilte mit, dass es von Moskau oder Ankara nicht hinzugezogen worden sei. «Selbst wenn dies das Ende der Belagerung von Aleppo ist, ist es nicht das Ende des Krieges in Syrien. Er wird weitergehen. Die Opposition wird weiter kämpfen», sagte Ministeriumssprecher John Kirby.

Über 130'000 Flüchtlinge

In der Stadt schwiegen seit Dienstagnachmittag die Waffen, nachdem die Rebellenviertel von Ost-Aleppo vier Wochen lang von der syrischen Armee und ihren Verbündeten schwer bombardiert worden waren. Inzwischen kontrolliert die syrische Armee laut Beobachtungsstelle mehr als 90 Prozent von Ost-Aleppo.

Nach Angaben der Hilfsorganisation Médecins du Monde sind noch etwa 100'000 Menschen auf einem Gebiet von lediglich fünf Quadratkilometern im Osten der Stadt eingeschlossen. Bisher sind nach Angaben der Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netz von Aktivisten in Syrien stützt, bereits mehr als 130'000 Zivilisten aus Ost-Aleppo geflohen. (sda/afp/reu)

Die Analyse:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Mehr Angriffe gegen Juden in London nach Gewaltausbruch in Nahost

Nach dem Ausbruch der Gewalt im Nahen Osten im Mai hat es in der britischen Hauptstadt London deutlich mehr Gewalt gegen Juden gegeben.

Die Metropolitan Police verzeichnete im Mai 87 solcher Fälle, wie aus einer Informationsfreiheitsanfrage der Nachrichtenagentur PA hervorgeht, über die diese am Donnerstag berichtete. Die Zahl liegt mehr als vier Mal höher als der Durchschnitt der vorherigen Monate. Seit Mai 2018 hatte die Zahl sonst immer zwischen sieben und 22 Fällen pro Monat gelegen.

«Wenn es …

Artikel lesen
Link zum Artikel