DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die Kampfhandlungen in Ost-Aleppo seien beendet, sagte der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin in New York. Die mit Russland verbündeten syrischen Regierungstruppen hätten die Herrschaft über Aleppo übernommen. Zurück bleiben Zerstörung und Hoffnungslosigkeit.
Die Kampfhandlungen in Ost-Aleppo seien beendet, sagte der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin in New York. Die mit Russland verbündeten syrischen Regierungstruppen hätten die Herrschaft über Aleppo übernommen. Zurück bleiben Zerstörung und Hoffnungslosigkeit.
Bild: Abdalrhman Ismail/REUTERS

Russland meldet vollständige Kontrolle über Aleppo

13.12.2016, 21:04

Aleppo ist in der Hand von Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Nach jahrelangen Kämpfen und einer monatelangen Blockade durch Regierungstruppen gaben die Rebellen in Ost-Aleppo am Dienstag ihren Widerstand auf.

Die Kampfhandlungen in Ost-Aleppo seien beendet, sagte der russische UNO-Botschafter Witali Tschurkin in New York. Die mit Russland verbündeten syrischen Regierungstruppen hätten die Herrschaft über Aleppo übernommen.

Das syrische Militär habe seine Einsätze gestoppt, um den bewaffneten Aufständischen und ihren Familien die Flucht aus der Stadt zu ermöglichen, sagte Tschurkin weiter.

Die unter Vermittlung Russlands und der Türkei zustande gekommene Einigung auf eine Feuerpause und den Abzug der Zivilbevölkerung und der Aufständischen wurde auch von Seiten der Rebellen sowie des syrischen Militärs bestätigt.

Die Rebellen würden ab Mittwoch um 4 Uhr MEZ das von ihnen zuletzt noch gehaltene Gebiet im Osten der Grossstadt räumen, sagte ein Vertreter des syrischen Militärs gemäss der Nachrichtenagentur Reuters.

Zivilisten werden aus der Stadt Aleppo evakuiert. 
Zivilisten werden aus der Stadt Aleppo evakuiert. 
Bild: EPA/SANA

Evakuierung per Bus

Nach Angaben der wichtigsten Aufständischen-Gruppe sollte Aleppos ehemaliges Rebellengebiet vollständig evakuiert werden. Jeder werde Ost-Aleppo noch in der Nacht verlassen, teilte ein Sprecher der Gruppe Ahrar al-Scham am Dienstag mit. Die ersten Busse sollte bereits am Abend zum Einsatz kommen.

Zunächst sollten Zivilisten und Verletzte aus der Stadt gebracht werden. Anschliessend könnten Kämpfer mit leichten Waffen die Stadt verlassen. Alle könnten entscheiden, ob sie in Gebiete unter Kontrolle der Rebellen im Westen der Provinz Aleppo oder in der Nachbarprovinz Idlib wollten, teilte die Rebellengruppe Nurredin al-Sinki mit

Aleppo ist ein Trümmerfeld 

1 / 17
Aleppo ist ein Trümmerfeld (Update 13.12.16)
quelle: ap/ap / hassan ammar
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Massenhinrichtungen

Gemäss Schätzungen von Hilfsorganisationen waren noch etwa 100'000 Menschen im Osten Aleppos eingeschlossen. Die UNO-Botschafterin der USA, Samantha Power, forderte internationale Beobachter, die die Evakuierung überwachen sollten.

Den syrischen Regierungskräften war es in den vergangenen Tagen mit der massiven Unterstützung der russischen Luftwaffe sowie schiitischer Milizen aus dem Libanon, Iran, Irak und Afghanistan gelungen, die seit 2012 von den Rebellen gehaltenen Viertel im Ostteil Aleppos fast vollständig zurückzuerobern.

Die Einnahme der Grossstadt, die vor dem Bürgerkrieg das Wirtschaftszentrum des Landes war, ist ein militärischer Erfolg für Machthaber Baschar al-Assad.

Kurz vor der Einigung auf eine Feuerpause informierte die UNO über ihr vorliegende Berichte, wonach Soldaten von Präsident Assad und verbündete Milizen mindestens 82 Zivilisten während der Vorstösse ins Rebellengebiet getötet hätten.

Darunter seien elf Frauen und 13 Kinder, sagte der Sprecher des UNO-Büros für Menschenrechte, Rupert Colville, in Genf. Demnach wurden Menschen in ihren Wohnungen oder auf der Flucht auf der Strasse erschossen. Colville warnte vor Vergeltungsakten der Regierungstruppen und Milizionäre an Zivilisten.

«Nie gesehene Bombardierungen»

Nach der Einigung zwischen Rebellen und der syrischen Regierung für Ost-Aleppo rief UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zur Solidarität mit der Zivilbevölkerung auf. «Wir alle haben die Menschen in Syrien bislang kollektiv hängenlassen», sagte Ban bei einer kurzfristig einberufenen Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrats am Dienstag in New York.

Als erstes müsse das «Blutbad» in der Stadt sofort aufhören. Es gebe Berichte über «so bisher nie gesehene Bombardierungen», Hinrichtungen und Zehntausende Vertriebene. Alle Kriegsparteien rief Ban auf, den verbleibenden Zivilisten den Abzug aus der Stadt zu ermöglichen und humanitäre Hilfe hineinzulassen. (sda/afp/reu/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Darum bleibt Kurdistan ein Traum

Der Krieg ist zurück: Eine Splittergruppe der kurdischen Arbeiterpartei PKK verübt einen verheerenden Selbstmordanschlag in Ankara, die türkische Luftwaffe bombardiert darauf PKK-Stellungen in Anatolien. Dabei waren noch nie so viele Kurden der Unabhängigkeit so nah wie heute. Dennoch wird es vermutlich keinen gemeinsamen kurdischen Staat geben. 

Als Karl May seinen Roman «Durchs wilde Kurdistan» (1881) veröffentlichte, waren die meisten Kurden Untertanen des Sultans – Kurdistan war zum grössten Teil ein östliches Randgebiet des riesigen Osmanischen Reichs. Heute leben die 24 bis 30 Millionen Kurden zur Hauptsache in vier verschiedenen Ländern: in der Türkei, im Iran, im Irak und in Syrien. Kleinere Minderheiten gibt es in weiteren Ländern wie Armenien oder Aserbaidschan. Die Kurden sind das grösste Volk im Nahen …

Artikel lesen
Link zum Artikel