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Überlebender russischer Pilot sagt, es habe keine Warnung gegeben – Türkei behauptet das Gegenteil

24.11.2015, 01:1225.11.2015, 19:25

Liveticker: Mittwoch, 25.11.: #ParisAttacks

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19:27
Fürs Erste ruht dieser Live-Ticker
Da absehbar in den folgenden Stunden nicht viel passieren wird, pausiert die Live-Berichterstattung. Was bisher geschah ist in der unten stehender Chronik nachlesbar.
15:41
Gab's einen Funkspruch oder nicht.
Der russische Pilot, der den Kampfjet-Absturz überlebt hat, berichtet, dass es keine Warnungen seitens der Türkei gegeben hat.


Die Türkei beharrt indessen weiterhin auf dem Standpunkt, dass der russische Flieger mehrmals gewarnt wurde, bevor es zum Abschuss kam. Der türkische Sender Fox News strahlte heute den angeblichen Funkspruch aus, der gestern gesendet worden sei. «You are approaching Turkish air space. Change your heading south immediately», sagt die Stimme im Video. Verifiziert ist das Tape allerdings noch nicht. Die Bilder, welche zu sehen sind, sind Archivbilder.
13:46
Heftige Anschuldungen seitens Russlands
Der russische Aussenminister Sergej Lawrow erhebt am Mittwochmittag im russischen Fernsehen schwere Vorwürfe an die Türkei. Ankara treibe mit dem «IS» Ölhandel, auch Organhandel sei in Nordsyrien bereits beobachtet worden.
11:45
Weitere Kämpfe im Absturzgebiet
Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldet neue russische Luftangriffe auf Rebellen nahe der Grenze zur Türkei im Nordwesten Syriens. Dort war das russische Flugzeug abgeschossen worden.

Es gebe seit dem Morgen auch heftige Kämpfe zwischen Anhängern und Gegnern des Regimes, hiess es weiter. In dem Gebiet leben Angehörige der Minderheit der Turkmenen, mit denen sich die Türkei sehr verbunden fühlt. (sda/dpa/reu)
11:43
Video zeigt Helikopter-Abschuss
Syrische Rebellen haben ein Video veröffentlicht, in dem ein Helikopter-Abschuss zu sehen ist. Vermutlich handelt es sich um den Hubschrauber, der gestern auf der Suche nach den beiden abgestürzten Kampfjet-Piloten war. Besonders pikant: Die benutzte Waffe stammt aus den USA.
11:25
Warnungen vor Eskalation
US-Präsident Barack Obama ebenso wie Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel hatten nach dem Abschuss vor einer Eskalation der Lage in Syrien gewarnt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan beschwichtigte: «Wir denken definitiv nicht an so etwas wie eine Eskalation dieses Zwischenfalls», sagte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch in Istanbul.

Russland drohte hingegen mit wirtschaftlichen Konsequenzen. Als Reaktion könnten wichtige gemeinsame Projekte gestoppt werden, teilte Ministerpräsident Dmitri Medwedew am Mittwoch in einer Erklärung auf der Internetseite der Regierung mit.

Der russische Präsident Wladimir Putin forderte seine Landsleute am Mittwoch auf, nicht mehr in die Türkei zu reisen. Putin bekräftigte damit eine Empfehlung seines Aussenministeriums. «Unsere Bürger, die sich in der Türkei aufhalten, könnten in Gefahr geraten», sagte Putin. (sda/afp/dpa/reu)
11:17
Zweiter abgeschossener russischer Pilot in Sicherheit
Der zweite Pilot des abgeschossenen russischen Jets ist in Sicherheit gebracht worden. Es habe einen gemeinsamen Sondereinsatz syrischer und russischer Kräfte gegeben, sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Mittwoch.

Die Aktion sei «erfolgreich» verlaufen, der Pilot sei auf einen russischen Luftwaffenstützpunkt zurückgekehrt, sagte Schoigu laut Nachrichtenagenturen. Zuvor hatte der russische Botschafter in Frankreich, Alexander Orlow, dem französischen Radiosender Europe 1 bereits gesagt, die syrische Armee habe den Piloten «herausgeholt».

Der Pilot sei bei einer Aktion «hinter den Linien der Bewaffneten», also der Rebellen, gerettet worden, meldete am Mittwoch die libanesische Nachrichtenseite Al-Mayadeen, die gute Kontakte zu Syriens Regierung hat. Laut Al-Mayadeen wurde der Pilot zu einem Militärflughafen in der Nähe der Stadt Latakia gebracht.
10:57
Medwedew haut in die Twitter-Tasten
Der russische Premierminister Dmitri Medwew meldet via Twitter:



«Die kriminellen Handlungen der Türkei haben drei Konsequenzen zur Folge. Erstens, eine gefährliche Verschärfung der Beziehung zwischen Russland und der Nato.»





«Zweitens, die Türkei hat gezeigt, dass es den «IS» unterstützt. Drittens, die freundlichen Beziehungen zwischen Russland und der Türkei wurden untergraben.»
10:01
Ein kleiner aber feiner Unterschied
Ankara behauptet, der russische Jet sei in den türkischen Luftraum eingedrungen ...


... Moskau sieht das jedoch anders.
Das russische Verteidigungsministerium hat nun ebenfalls Radar-Bilder des Kampf-Jet-Flugs veröffentlicht. Im Gegensatz zur türkischen Version bewegte sich der abgeschossene Flieger aber nur über syrischem Staatsgebiet. Eins ist klar: Eine der beiden Versionen ist gefälscht.
9:53
Moskau will Generalstab mit USA und Türkei gegen IS
Im Kampf gegen die sogenannte Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ist Moskau nach Angaben seines Botschafters in Paris zur Einrichtung eines «gemeinsamen Generalstabs» mit den USA, Frankreich und anderen Ländern wie selbst der Türkei bereit.

«Wir sind bereit, (...) zusammen Luftangriffe auf Positionen von Daesch zu planen und dafür eine gemeinsamen Generalstab einzurichten mit Frankreich, mit Amerika, mit allen Ländern, die sich an dieser Koalition beteiligen wollen», sagte Botschafter Alexander Orlow am Mittwoch dem französischen Radiosender Europe 1. «Die Türken sind willkommen, wenn sie wollen.»
9:13
Syrische Armee findet zweiten Piloten
Beim gestrigen Abschuss des russischen Kampfjets betätigten die beiden Piloten den Schleudersitz. Noch während er im Fallschirm hing, wurde ein Pilot von den syrischen Rebellen angeblich getötet. Der zweite russische Kampfjet-Pilot hatte mehr Glück. Der russische Botschafter in Frankreich sagte heute morgen, dass er zwar schwer verletzt sei, aber von der syrischen Armee gefunden wurde und nun zu einem russischen Luftwaffen-Stützpunkt transportiert werde.
9:03
U-Bahn in Brüssel fährt wieder
Nach vier Tagen Stillstand ist am Mittwoch in Brüssel bei anhaltend hohem Terroralarm das öffentliche Leben wieder in Gang gekommen. Am Morgen wurde die U-Bahn wieder in Betrieb genommen. Seit 6 Uhr waren 35 der 69 Brüsseler Metro-Stationen wieder geöffnet.

Das teilten die Brüsseler Verkehrsbetriebe STIB auf ihrer Webseite mit. Viele Linien verkehrten aber nur eingeschränkt. Schulen und Krippen waren ebenfalls wieder offen, wobei besondere Sicherheitsvorkehrungen galten. So wurden die Eingänge überwacht, Eltern und Kinder sollten sich ausweisen.

Nach wie vor gilt die höchste Terrorwarnstufe in Brüssel; dies soll bis nächsten Montag so bleiben. Grund dafür ist, dass die Regierung ähnliche Anschläge wie in Paris fürchtet und nach Terrorverdächtigen fahndet. Belgien hatte am Dienstagabend in Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris einen weiteren Terrorverdächtigen international zur Fahndung ausgeschrieben. (sda/dpa)
8:18
Erstes grosses Konzert in Paris
Nach den Anschlägen von Paris hat die deutsche Hardrock-Band Scorpions als eine der ersten internationalen Gruppen am Dienstag wieder ein Grosskonzert in der französischen Hauptstadt gegeben. Es solle ein Fest für Frieden und Hoffnung werden, lautete die Ansage.

Geprägt war der Abend in der Konzerthalle Bercy vor allem von emotionalen Momenten, etwa als der Drummer der Scorpions die Marseillaise anstimmte und tausende Fans die französische Nationalhymne A-capella sangen. Zuvor hatte bereits Frontmann Klaus Meine auf Französisch gesagt, die Band sei nach Paris gekommen, um ein Fest für Frieden und Hoffnung zu feiern.
8:06
Video zeigt Tunnelsystem der «IS»
Vor rund einer Woche eroberten kurdische Kämpfer die nordirakische Stadt Sindschar zurück, die lange Zeit von der Terrormiliz «IS» besetzt war. Die Nachrichtenagentur «AP» hat jetzt ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie sich die Kämpfer des sogenannten Islamischen Staats in Sindschar eingerichtet hatten.

Zu sehen sind unter anderem Tunnelsysteme, welche im Gegensatz zur komplett zerstörten Stadt noch relativ intakt sind. Wie die kurdischen Peschmerga-Kämpfer behaupten, haben sie ausserdem ein Massengrab entdeckt. Bei den gefundenen menschlichen Überresten soll es sich um getötete Jesiden handeln, die vom «IS» gewaltsam aus ihren Dörfern und Städten vertrieben wurden.
7:50
US-Regierung: Keine unmittelbare Bedrohung der USA durch IS-Miliz
Die US-Regierung sieht derzeit keine unmittelbare Bedrohung der USA durch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Es gebe «keine spezifische, glaubhafte Bedrohung» im Inland, erklärte das Weisse Haus am Dienstag.

Präsident Barack Obama wies zugleich «sein nationales Sicherheitsteam an, die Intensivierung der laufenden Anstrengungen zur Schwächung und Zerstörung des IS fortzusetzen», hiess es in der Erklärung weiter. Dazu habe Obama unter anderem eine verstärkte Sicherheits- und Geheimdienstzusammenarbeit mit den Verbündeten der USA gefordert.

Eine US-geführte internationale Militärkoalition fliegt seit mehr als einem Jahr Luftangriffe in Syrien, die sich gegen den IS richten. Seit September sind auch russische Kampfflugzeuge über dem Bürgerkriegsland im Einsatz. (sda/afp)
5:44
Wieder systematische Grenzkontrollen am Flughafen Basel-Mulhouse
Am Flughafen Basel-Mulhouse kommt es ab Mittwoch zu zusätzlichen Kontrollmassnahmen. Die Polizei unterzieht alle abfliegenden und ankommenden Passagiere am EuroAirport systematischer Grenzkontrollen. Ausgenommen sind Fluggäste von und nach französischen Flughäfen.

Die Massnahmen gelten ab 4.00 Uhr, wie der EuroAirport am späten Dienstagabend mitteilte. Verwiesen wird einerseits auf die UNO-Klimakonferenz vom 30. November wie auch auf die Anschläge. Das französische Innenministerium habe deswegen zusätzliche Massnahmen für alle 22 Flughäfen inklusive den Flughafen Basel-Mulhouse angeordnet.

Von Basel-Mulhouse aus waren am Samstag mehrere mutmassliche Islamisten nach Zypern gereist, wo sie von den Behörden an der Einreise gehindert wurden. Die türkischen und algerischen Staatsangehörigen sollen zurück nach Basel-Mulhouse geflogen werden.
1:17
Valls fordert Aufnahmestopp der EU für Flüchtlinge
Nach den Anschlägen von Paris hat Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls an Europa appelliert, umgehend den Zustrom von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten zu stoppen: «Wir können nicht noch mehr Flüchtlinge in Europa aufnehmen - das ist nicht möglich.»

Die Kontrolle von Europas Grenzen entscheide über das Schicksal der Europäischen Union: «Wenn wir das nicht tun, dann werden die Völker sagen: Schluss mit Europa!», sagte der sozialistische Politiker in einem Gespräch mit mehreren Zeitungen.

Valls bezog sich dem Vorabbericht der «Süddeutschen Zeitung» zufolge mit seinen Äusserungen auf Erkenntnisse der Ermittler, dass mindestens zwei der Attentäter vom 13. November getarnt als Flüchtlinge über Griechenland und Serbien nach Westeuropa gereist waren.

Statt weiterhin Tausende von Migranten unkontrolliert nach Europa zu lassen, müsse Europa mit Syriens Nachbarstaaten Türkei, Libanon und Jordanien Lösungen finden, dort mehr Flüchtlinge aufzunehmen und zu erfassen. «Sonst stellt Europa seine Fähigkeit in Frage, seine Grenzen wirksam zu kontrollieren», sagte Valls. (sda/reu)
epa05032309 (FILE) A file photograph showing French Prime Minister Manuel Valls answers a question during the questions to the government at the French Parliament in Paris, France, 17 November 2015. Manuel Valls on 19 November 2015 has warned that France could face chemical or biological attack from terror groups.  EPA/ETIENNE LAURENT
Bild: ETIENNE LAURENT/EPA/KEYSTONE
«Wir können nicht noch mehr Flüchtlinge in Europa aufnehmen - das ist nicht möglich», sagte der französische Regierungschef Valls gegenüber mehreren Zeitungen.
0:55
Frankreich zerstört Kommandostand des "IS"
Französische Kampfflugzeuge sollen am Dienstag einen Kommandostand der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) nahe der nordirakischen Stadt Mossul zerstört haben. Das verlautete am Rande des Washington-Besuchs von Frankreichs Präsident François Hollande aus Delegationskreisen. Das französische Verteidigungsministerium teilte später mit, dass auch ein Ausbildungslager des IS angegriffen worden sei.

Die Kampfjets vom Type Rafale starteten demnach vom Flugzeugträger "Charles de Gaulle", den das französische Militär nach den Anschlägen von Paris in das östliche Mittelmeer verlegt hatte. An dem fünfstündigen Einsatz seien auch US-Kampfflugzeuge beteiligt gewesen. (spon)
0:43
Die wichtigsten Entwicklungen vom Vortag
Nach wie vor sucht die Polizei nach möglichen Mittätern und Komplizen der Attentäter von Paris. Gesucht wird vor allem der 26-jährige Salah Abdeslam.

Am Dienstag schrieb die belgische Justiz zudem einen weiteren mutmasslichen Verdächtigen zur Fahndung aus: Der 30-jährige Mohamed Abrini sei zwei Tage vor den Abschlägen zusammen mit Abdeslam gesehen worden. Beigefügt wurde das Bild einer Überwachungskamera:
epa05040116 A handout picture provided by the Belgian Federal Police on 24 November 2015 shows Mohamed Abrini, who is wanted in connection with the Paris terror attacks, at a gas station in Ressons, France, 11 November 2015. Belgian prosecutors have issued an international arrest warrant for 30-year-old Mohamed Abrini, who was filmed on November 11 driving a Renault Clio car that was used two days later in the Paris attacks, in which 130 people were killed and hundreds injured on 13 November. Abrini was caught on video at a gas station in northern France together with alleged terrorist Salah Abdeslam, who is still being sought by police.  EPA/BELGIAN FEDERAL POLICE/HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES
Bild: EPA/BELGIAN FEDERAL POLICE
Ferner setzte der französische Präsident François Hollande seine diplomatische Offensive fort und besuchte US-Präsident Barack Obama in Washington. «Wir sind hier, um zu erklären, dass die Vereinigten Staaten und Frankreich in totaler Solidarität zusammenstehen», sagte Obama am Dienstag nach mehr als anderthalbstündigen Beratungen mit Hollande im Weissen Haus. Gemeinsam würden beide Länder die «Terroristen und jene, die sie geschickt haben» zur Rechenschaft ziehen und «unsere Nationen verteidigen».

Im Kampf gegen die Terrormiliz IS ergab sich in der Türkei ein neuer Entwicklungsstrang. Dort schoss am Dienstag ein türkischer Kampfjet einen russischen Bomber ab. Mehr dazu hier, hier und hier.
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