Sicherheitskonzept wirft Zweifel auf – Trump wirbt für Ballsaal
Der Vorfall mit Schüssen beim Gala-Dinner der US-Hauptstadtkorrespondenten mit der Regierung wirft Fragen zum Sicherheitskonzept auf. Mehrere Teilnehmer kritisierten die Vorkehrungen.
Wie in den Aufnahmen einer Sicherheitskamera zu sehen ist, stürmte ein Mann kurz nach Beginn der Veranstaltung durch die Sicherheitsschleuse des Secret Service. Mehrere Beamte zückten ihre Waffen und richteten sie auf den mutmasslichen Angreifer. US-Präsident Donald Trump postete den kurzen Clip selbst auf seiner Plattform Truth Social.
Doch dass der schwer bewaffnete Mann, der laut Behördenangaben ins Hotel eingecheckt hatte, überhaupt so weit kommen konnte, liess Zweifel am Sicherheitskonzept aufkommen. Der mutmassliche Angreifer trug Ermittlern zufolge eine Schrotflinte, eine Handfeuerwaffe und mehrere Messer bei sich.
Hoteleingang war angeblich nicht gesichert
Teilnehmer des Gala-Dinners gaben an, die Vorlage einer Einladung habe ausgereicht, um in das Gebäude gelassen zu werden. Ein Ausweis sei nicht verlangt worden. Die MAGA-Aktivistin Kari Lake bestätigte das in einem Post auf X. Sie könne nicht fassen, «wie lax die Sicherheitsvorkehrungen» beim Korrespondentendinner waren, schrieb sie.
Der «New York Times» zufolge war der Eingang des Washington Hilton selbst nicht mit Metalldetektoren gesichert. Die Schleuse zur Sicherheitszone sei erst näher am Ballsaal eingerichtet worden.
«Nicht schnell genug»
Donald Trump seinerseits nutzte die Sicherheitsbedenken zu Gunsten seines geplanten Ballsaals im Weissen Haus. Auf Truth Social schrieb der 79-Jährige am Sonntagnachmittag (MESZ): «Was letzte Nacht passiert ist, ist genau der Grund, warum unser grossartiges Militär, der Secret Service, die Strafverfolgungsbehörden und jeder Präsident der letzten 150 Jahre darauf bestanden haben, dass ein grosser, sicherer und geschützter Ballsaal auf dem Gelände des Weissen Hauses errichtet wird.» Dieser werde über die «höchstmöglichen Sicherheitsvorkehrungen» verfügen und könne «nicht schnell genug» fertiggestellt werden.
Nach einer Klage von Denkmalschützern stoppte ein Richter vor wenigen Wochen vorübergehend den Bau. Schon damals sagte Trump, der Saal diene auch der Sicherheit des Präsidenten. Nach Entscheidung eines Berufungsgerichts von Mitte April dürfen die Bauarbeiten vorerst weitergehen, während die juristische Auseinandersetzung weiterläuft.
Der 45. und 47. Präsident der Vereinigten Staaten war bereits mehrfach das Ziel missglückter Attentatsversuche. Vor dem Washington Hilton, in dem das Dinner nun stattfand, schoss zudem ein Angreifer 1981 auf den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan und verletzte ihn. (val/sda/dpa)
