Ertappter Musk erklärt Epstein-Akten plötzlich für «Ablenkung»
Der Tesla-Milliardär Elon Musk bezeichnet die Epstein-Akten plötzlich als «Ablenkung», die «keine Rolle spielt» – nachdem Dokumente publik wurden, aus denen hervorgeht, dass er um eine Einladung zu einer Party von Jeffrey Epstein gebeten hatte.
Der 54-Jährige hatte sich lange dafür starkgemacht, die Epstein-Akten vollständig zu veröffentlichen und die Kunden des verstorbenen Sexualstraftäters strafrechtlich zu verfolgen. Nach der Freigabe neuer Dokumente am Freitag änderte Musk jedoch den Ton.
In einem Post auf X schrieb er am Samstagmorgen: «Was zählt, ist nicht die Veröffentlichung eines Teils der Epstein-Akten, sondern die Strafverfolgung derjenigen, die mit Epstein abscheuliche Verbrechen begangen haben.» Weiter ergänzte er: «Erst wenn es mindestens eine Festnahme gibt, ist etwas Gerechtigkeit hergestellt. Wenn nicht, ist das alles reine Symbolik – nichts als eine Ablenkung.»
E-Mails mit konkreten Reise- und Partyplänen
Die am Freitag veröffentlichten Akten enthalten E-Mail-Korrespondenz zwischen Musk und Epstein aus dem November 2012. Darin fragte Epstein Musk, «wie viele Personen ihr für den Helikopter zur Insel sein werdet». Musk antwortete: «Wahrscheinlich nur Talulah und ich. An welchem Tag/Nacht ist die wildeste Party auf eurer Insel?» Gemeint war Musks damalige Partnerin Talulah Riley, die er in den 2010er-Jahren zweimal heiratete und sich ebenso oft scheiden liess.
Einen Monat später schrieb Musk Epstein am Weihnachtstag und fragte, ob dieser ihm helfen könne, in der «Party-Szene loszulassen». Ein weiterer E-Mail-Austausch aus dem Jahr 2013 zeigt, wie Musk einen Besuch auf Epsteins Insel Little St. James plante. Epstein antwortete, es gebe dort «immer Platz» für ihn.
Widerspruch zu früheren Aussagen
Die Veröffentlichung widerspricht früheren Aussagen Musks. 2019 hatte er bestritten, Epsteins Insel je besucht zu haben, und diesen als lästig dargestellt. Gegenüber Vanity Fair sagte er damals, Epstein habe «wiederholt versucht, mich auf seine Insel zu bringen. Ich habe abgelehnt.»
Verteidigung durch Unterstützer – Musk stimmt zu
Nach der Veröffentlichung der Akten reagierten Nutzerinnen und Nutzer auf X gespalten: Kritiker griffen Musk wegen der E-Mails an, während Unterstützer versuchten, die Inhalte herunterzuspielen.
Der malaysische Influencer Ian Miles Cheong, der in sozialen Netzwerken für MAGA wirbt, stellte sich hinter Musk und sammelte Beiträge, in denen dieser die Veröffentlichung der Epstein-Akten gefordert hatte. Cheong schrieb: «Es gab niemanden, der lauter die Veröffentlichung der Epstein-Akten verlangt hat als Elon Musk. Wenn er etwas zu verbergen hätte oder sich etwas zuschulden kommen liess, hätte er diese Akten nicht öffentlich sehen wollen.» Musk teilte den Beitrag und kommentierte: «Absolut.»
Epstein-Files als politisches Druckmittel
Zugleich hatte Musk die Epstein-Akten in der Vergangenheit genutzt, um politischen Druck aufzubauen – auch gegen Donald Trump. Nach dem Bruch zwischen Musk und Trump im Sommer 2025 schrieb Musk: «Zeit, die richtig grosse Bombe platzen zu lassen: @realDonaldTrump ist in den Epstein-Akten. Das ist der wahre Grund, weshalb sie nicht veröffentlicht wurden.»
Zudem warf Musk dem Department of Justice eine «offensichtliche» Vertuschung vor und beklagte, «so viele mächtige Menschen» wollten diese Liste unterdrückt sehen.
