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Trump gibt eine Pressekonferenz, die eigentlich abgesagt war – 6 Punkte dazu



Sie war erst angekündigt, dann abgesagt und schliesslich wieder angekündigt worden: Trumps Pressekonferenz am Montagabend im Rosengarten des Weissen Hauses. Trump hatte seine regelmässigen Pressekonferenzen in der Corona-Krise am Wochenende infrage gestellt.

Die verrücktesten Momente aus Trumps Corona-Pressekonferenzen:

Video: watson/een

Was habe es für einen Zweck, Pressekonferenzen abzuhalten, wenn die Medien «nichts als feindselige Fragen stellen & sich dann weigern, die Wahrheit oder Fakten genau zu berichten», schrieb er am Samstag auf Twitter. «Sie haben Rekord-Einschaltquoten & das amerikanische Volk bekommt nichts als Fake News.» Das sei den Aufwand nicht wert. Am Samstag und Sonntag fanden daraufhin keine Pressekonferenzen statt. Hier sind die sechs wichtigsten Punkte:

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Der Wahltermin steht

Donald Trump wies Spekulationen seines Rivalen Joe Biden über eine mögliche Verschiebung des Termins für die Präsidentschaftswahl am 3. November wegen der Corona-Krise zurück. «Ich habe nie auch nur daran gedacht, den Wahltermin zu verschieben», sagte Trump. Trumps wichtigstes Wiederwahl-Argument war bis zur Corona-Krise die brummende US-Wirtschaft. Ex-Vizepräsident Biden hatte nach Angaben von Journalisten am vergangenen Donnerstag gesagt, er glaube, Trump wolle den Wahltermin nach hinten verschieben, weil dieser sich nur so eine Chance auf einen Sieg ausrechne. Biden ist nach dem Rückzug des linken Senators Bernie Sanders der einzige verbliebene Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten.

Kritik an China

Trump macht erneut China für die weltweite Verbreitung des Coronavirus verantwortlich. Dort war das Virus zuerst festgestellt worden. «Wir sind nicht glücklich mit China», sagte Trump. Seine Regierung habe eine «ernste Untersuchung» begonnen, wie es zu der Ausbreitung des Virus habe kommen können. Es gebe «viele Wege», wie China zur Rechenschaft gezogen werden könnte.

Mehr Tests sollen kommen

President Donald Trump speaks about the coronavirus in the Rose Garden of the White House, Monday, April 27, 2020, in Washington, as Vice President Mike Pence listens. (AP Photo/Alex Brandon)
Donald Trump

Donald Trump und Vizepresident Mike Pence am Montag im Rosengarten des Weissen Haus. Bild: AP

Trump kündigte an, dass die Test-Kapazitäten in den USA in den kommenden Tagen dramatisch ausgeweitet würden. «Wir wollen unser Land öffnen», sagte er. «Tests werden überhaupt kein Problem sein.» Trumps Regierung ist seit Wochen wegen eines Mangels an Tests in der Kritik. Eine Ausweitung der Kapazitäten gilt als Voraussetzung für die von Trump angestrebte graduelle Wiedereröffnung der Wirtschaft.

Vizepräsident Mike Pence sagte, bislang seien 5.4 Millionen Coronavirus-Tests ausgeführt worden. Man sei fast an der angestrebten Kapazität. Die Regierung gehe davon aus, dass ausreichend Tests vorhanden seien, damit Bundesstaaten in die erste Phase der Lockerung der Schutzmassnahmen eintreten könnten.

Texas will Massnahmen lockern

Trump hatte Mitte April Richtlinien vorgestellt, um die Bundesstaaten in der Corona-Krise in drei Phasen auf den Weg zur Normalität zurückzuführen. Vor dem Eintritt in jede der Phasen sollen sie eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. Unter anderem sollen die Bundesstaaten einen Rückgang der nachgewiesenen Infektionen über jeweils einen 14-tägigen Zeitraum verzeichnen. Mehrere Bundesstaaten kündigten eine Lockerung der Schutzmassnahmen an, darunter am Montag etwa der wichtige Bundesstaat Texas.

Fast eine Million Infektionen

Trump sagte am Montagabend: «Alle Teile des Landes sind entweder in guter Verfassung oder werden besser.» Die Strategie seiner Regierung, die Ausbreitung des Virus zu begrenzen, habe «zahllose Leben» gerettet. Bis Montagabend (Ortszeit) verzeichneten die USA mehr als 987'000 der weltweit mehr als drei Millionen bestätigten Infektionsfälle mit dem Virus. Infolge des Coronavirus kamen mehr als 56'000 Menschen in den USA ums Leben. Trump warf Ländern wie China erneut vor, die Opferzahlen nicht transparent zu melden.

Trump erwartet rasante Erholung der Wirtschaft

Trotz verheerender Schäden durch die Corona-Krise rechnet US-Präsident Donald Trump mit einer rasanten Erholung der Wirtschaft in den USA noch in diesem Jahr. Das dritte, vor allem aber das vierte Quartal würden mit Blick auf das Bruttoinlandsprodukt «spektakulär», kündigte Trump an. Auch das kommende Jahr werde «phänomenal». Trump drängte erneut auf eine baldige Wiedereröffnung der Wirtschaft in den Vereinigten Staaten – die «schnell, aber sicher» erfolgen müsse.

Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett hatte am Montag im Sender CNBC gesagt, im zweiten Quartal müssten sich die Amerikaner darauf einstellen, dass die US-Wirtschaft so stark wie seit der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er-Jahre nicht mehr schrumpfen werde. In der ersten Mai-Woche könne die Arbeitslosenquote auf 16 bis 17 Prozent ansteigen. Im Februar hatte sie noch bei 3.5 Prozent gelegen, dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. Infolge der Corona-Pandemie haben in den USA inzwischen mehr als 26 Millionen Menschen ihren Job verloren. Trump nahm für sich in Anspruch, bis zur Krise «die grösste Wirtschaft in der Geschichte der Welt» aufgebaut zu haben.

Trumps Konferenzen

Trump hat seit Mitte März fast täglich Pressekonferenzen abgehalten, die teilweise länger als zwei Stunden dauerten. Journalisten konnten ihm dabei ausführlich Fragen stellen. Wegen verbaler Attacken auf einige Medienvertreter, umstrittener, teils falscher Aussagen und viel Eigenlob handelte sich Trump zunehmend Kritik für seine Auftritte ein. Am Donnerstag hatte Trump bei der Pressekonferenz Forscher ermuntert, Möglichkeiten zu prüfen, Menschen im Kampf gegen das Virus Desinfektionsmittel zu spritzen. Damit löste er breite Empörung aus. Am Freitag versuchte er, seine Äusserungen einzufangen, und sagte, diese seien nur «Sarkasmus» gewesen. (sda/dpa)

(sda/dpa)

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dani S 28.04.2020 11:57
    Highlight Highlight Lasst ihm nur genug Seil, die Orange hängt sich rhetorisch laufend selbst.
    Hat man ja schon öfter gesehen.

    Er ist ja schon wieder dabei mit dem "spektakulärsten Aufschwung aller Zeiten in Q3 und Q4 2020"...
  • Vanessa_2107 28.04.2020 11:37
    Highlight Highlight Er kann's nicht lassen. Seine Rallies fehlen ihm. Dieser Typ braucht das Rampenlicht. Er fühlt sich immer wie in einer TV Show. Was kümmern ihn seine Lügen? Was kümmert ihn was er gestern erzählt hat?!
  • re-spectre 28.04.2020 11:25
    Highlight Highlight ist doch milchklar, wenn china das virus so stabilgenial bekämpft hätte, wie trump es in den USA getan hat, hätte das schlimmste vermieden werden können. jetzt wird china mindestens soviel schadenersatz zahlen müssen, wie die USA nach der spanischen grippe (patient null kam aus boston) bezahlt haben. zudem wird die schokoladenration von 100 gramm auf 50 gramm erhöht.
    • DieFeuerlilie 29.04.2020 06:25
      Highlight Highlight @re-spectre

      😁 Danke für den Verweis auf Orwells 1984. 😁

      Wenn ich nicht wüsste, dass Trump keine Bücher liest, würde ich wetten, dass er zumindest dieses gelesen hat..
  • re-spectre 28.04.2020 10:40
    Highlight Highlight der uringelbe ist jetzt grau. setzt ihm die krise zu oder hat china die tönung nicht geliefert?
  • Score 28.04.2020 10:38
    Highlight Highlight Warum berichtet ihr überhaupt über sowas?
  • Democracy Now 28.04.2020 10:34
    Highlight Highlight "Trump nahm für sich in Anspruch, bis zur Krise «die grösste Wirtschaft in der Geschichte der Welt» aufgebaut zu haben."

    Eine Wirtschaft, die sofort komplett zusammenbricht, ist eher nicht die beste aller Zeiten..
  • Lowend 28.04.2020 10:14
    Highlight Highlight Hier noch ein nettes Video, dass ein lieber Freund aus Chicago gepostet hat.

    Die Adaption des Kinks-Hits "Lola" hat nicht direkt mit der Wahlkampfshow -- ähh Entschuldigung mit der Pressekonferenz von Don Dump zu tun, gibt aber die Stimmung in gewissen Kreisen der USA sehr gut wieder. Viel Spass!

    Play Icon
  • Bambusbjörn aka Planet Escoria 28.04.2020 09:39
    Highlight Highlight War ja eigentlich klar, dass Trump es nicht aushält, sich selbst jeden Tag zwei Stunden über sich selbst reden zu hören.
    Erinnert mich irgendwie daran, als die Simpsons Bob Dole verarscht hatten.🤔
    "Am liebsten hört Bob Dole Bob Dole über Bob Dole sprechen. Bob Dole!" 😂😁😜
  • lilas 28.04.2020 09:07
    Highlight Highlight Plattitüden blabla wie gewohnt, andere Beschuldigen, Lügen und Widersprüche, ein paar "grossartige" leere Adjektive anhängen. Der Versuch einen intelligenten Gesichtsausduck hinzubekommen ist ihm auch diesmal misslungen
  • Nick nolte 28.04.2020 08:18
    Highlight Highlight Und vor 2 Tagen dachten wir, das er uns von nun an verschont, mit seinem medizinischen Fachwissen aber auch mit der ewigen Opferrolle. Aber das kann er einfach nicht ...grumpy old man.
  • Gawayn 28.04.2020 08:12
    Highlight Highlight Trump tut das was Trump immer, auch vor der Presidentschaft getan hat.
    Er macht seine Trump Show.
    Macht Werbung für sich.

    Die Not, die Probleme des Landes, nimmt er gar nicht zur Kenntnis.
    Nur er sich selbst und ihn sind wichtig.
    Der Welt bekanntester Influencer....
  • Varanasi 28.04.2020 07:48
    Highlight Highlight Was will er uns nur sagen? Covefe?

    https://twitter.com/thedailyshow/status/1254894119652077571?s=21
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 28.04.2020 09:37
      Highlight Highlight Was ist eigentlich die Mehrzahl von Covfefe?
    • that's my mustard 28.04.2020 20:25
      Highlight Highlight Mehrzahl von covfefe?
      Covefiele?
  • plaga versus 28.04.2020 06:44
    Highlight Highlight Solid ist seine Wirtschaftsstrategie nicht, wenn praktisch auf einen Schlag über 26'000'000 Menschen arbeitslos werden. Sie kriegen auch wenig bis gar keine Hilfe vom Staat. Ah ja... Ausser den orangenen Check, der ja nicht für sie, sondern für die Wirtschaft bestimmt ist...
    • René Obi (1) 28.04.2020 10:36
      Highlight Highlight Hauptsache dem Irren sein Name steht auf dem Check.

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