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«Bannon ist ein S****lutscher»: Trump-Sprecher sorgt mit Skandal-Interview für Eklat

New White House communications director Anthony Scaramucci speaks to members of the media in the Brady Press Briefing room of the White House in Washington, Friday, July 21, 2017. (AP Photo/Pablo Mart ...
Schlägt mit Fäkalsprache um sich: Der neue Kommunikationschef Tony Scaramucci. Bild: AP/AP

«Bannon ist ein S****lutscher»: Trump-Sprecher sorgt mit Skandal-Interview für Eklat

Der neue Kommunikationschef Anthony Scaramucci sollte Ruhe in das Weisse Haus bringen. Doch mit einer vulgären Tirade gegen den Stabschef Priebus sowie den Chef-Ideologen Steve Bannon bewirkt er das Gegenteil. 
28.07.2017, 04:2928.07.2017, 12:35

Im Weissen Haus ist ein offener Krieg im engsten Machtzirkel des US-Präsidenten ausgebrochen. Anthony «Mooch» Scaramucci, Nachfolger von Trump-Sprecher Sean Spicer, gab ein Skandal-Interview. Darin droht er Mitarbeiter fertigzumachen, die Informationen an die Presse weiterleiten.* Im gleichen Zug nannte er den Trump-Chefideologen Steve Bannon einen «Schwanzlutscher» und Stabschef Reince Priebus stellte er als «paranoid-schizophren» dar. 

Doch mal schön der Reihe nach:

Das Skandal-Gespräch

Der frühere Investment-Banker Scaramucci amtet seit gut einer Woche als neuer Trump-Kommunikationschef. Seine Mission: Alle undichten Stellen im Weissen Haus trockenlegen. Der US-Präsident hat den Scharfmacher eingestellt, obschon ihm sogar Rechtsaussen-Rüpel Steve Bannon dringend davon abgeraten hatte. 

Am Mittwoch rief Scaramucci eine Journalistin des «New Yorker» an, damit sie ihm die Quelle eines Artikels verrät. Denn er glaubte, dass Stabschef Priebus höchstpersönlich Informationen an sie weitergegeben hatte. Dann setzte er zu einer beispiellosen Tirade an. «Was ich machen will, ist alle Leute vernichten, die Informationen an die Presse leaken. Damit Trump endlich seine Agenda wieder auf Kurs bringen und den Amerikanern dienen kann.» Der Reporter hielt die Aussagen in einem Artikel fest. 

«Ich will alle vernichten, die Informationen leaken.»
Anthony Scaramucci

Attacke auf Bannon

Im Telefongespräch erklärte weiter Scaramucci: Man werde alle Assistenten des Präsidenten feuern, um die undichten Stellen auszuräuchern. Darauf sagte er, dass der Stabschef Reince Priebus bald zurücktreten werde. 

«Denn dieser ist verdammt paranoid und schizophren.» Dann fügte er an, dass es ihm bei seinem Job als Kommunikationschef nicht um seine eigene Publicity gehe: 

«Ich bin nicht Steve Bannon. Ich versuche nicht, meinen eigenen Schwanz zu lutschen.»
Anthony Scaramucci
FILE - In this Oct. 7, 2016, file photo, Steve Bannon, former head of Breitbart News and campaign CEO for Republican presidential candidate Donald Trump, appears at a national security meeting with ad ...
Steve Bannon und Scaramucci sind sich spinnefeind. Bild: AP/AP

Die «Entschuldigung»

Scaramucci bestreitet schon gar nicht erst, die Aussagen tatsächlich gemacht zu haben. «Manchmal verwende ich eine sehr anschauliche Sprache, davon nehme ich bei dieser Sache Abstand», twitterte er, nachdem das Interview publiziert worden war. 

Später legte er nach. Er habe einen Fehler gemacht. Nicht etwa mit seinen Aussagen, sondern dass er einer Reporterin vertraut habe. Er sei davon ausgegangen, dass das Gespräch «off the record» sei und nicht publiziert werde. 

Die Reaktionen

Es ist schon bizarr. Inzwischen musste sich sogar die Trump-Sprecherin Sarah Huckabee Sanders zu den verbalen Entgleisungen ihres Kommunikationschefs äussern. 

«Scaramucci ist halt ein leidenschaftlicher Typ, der eine bunte Sprache verwendet», sagte Sanders. Dies habe ihn im aktuellen Fall wohl etwas «übermannt». Priebus und Bannon lehnten Stellungnahmen ab.

Trumps Chefberater Steve Bannon ruft zum Kampf gegen die Medien auf

Video: reuters

*Update: In einer früheren Version dieses Artikels hiess es, Scaramucci habe gedroht, Mitarbeiter zu töten. Gemeint ist aber eher, «fertigzumachen» oder «zu vernichten».

(amü)

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