Diese 5 militärischen Optionen prüft Trump im Konflikt mit Iran
Nach Angaben mehrerer US-Regierungsvertreter hat Präsident Donald Trump in den vergangenen Tagen eine erweiterte Palette möglicher militärischer Schritte gegen Iran prüfen lassen. Die Optionen gehen deutlich über jene hinaus, die noch vor wenigen Wochen im Zusammenhang mit den damaligen Massenprotesten im Land diskutiert wurden. Ziel sei es, Irans Nuklear- und Raketenprogramme weiter zu schwächen oder den politischen Machtkern des Regimes unter Druck zu setzen.
Eine militärische Freigabe liegt bislang nicht vor. Laut dem Weissen Haus bleibe Trump weiterhin offen für eine diplomatische Lösung. Gleichzeitig dienten die öffentlich kommunizierten Drohungen auch dazu, Iran zu Verhandlungen zu bewegen.
Weitere Luftschläge gegen Atomprogramm
Zu den naheliegendsten Optionen zählen erneute gezielte Luftangriffe auf Irans Nuklearanlagen. Zwar erklärte Trump wiederholt, das iranische Atomprogramm sei bereits «obliteriert» worden, interne Strategiedokumente sprechen jedoch lediglich von einer «signifikanten Schwächung» durch die US-Angriffe im Juni.
US-Forderungen beinhalten einen dauerhaften Verzicht Irans auf Urananreicherung sowie die Aufgabe bestehender Lagerbestände. Ein Grossteil des hoch angereicherten Materials gilt allerdings als unter Trümmern verschüttet, was präzise Nachschläge technisch und politisch heikel macht.
Geheime Kommandoeinsätze auf iranischem Boden
Als besonders riskant gelten verdeckte Einsätze von US-Spezialkräften. Diese könnten gezielt Anlagen zerstören, die bei früheren Angriffen nicht getroffen wurden. Das US-Militär trainiert seit Jahren für solche Missionen.
Trump hat sich in der Vergangenheit jedoch skeptisch gegenüber Bodeneinsätzen gezeigt und mehrfach auf die gescheiterte Geiselbefreiung unter Präsident Jimmy Carter 1980 verwiesen. Laut Regierungsvertretern hat dieses historische Scheitern bis heute grossen Einfluss auf Trumps Abwägungen.
Schläge gegen politische und militärische Führung
Eine weitere Variante wären Angriffe auf militärische Kommandozentralen oder Führungspersonen des Regimes. Ziel wäre es, Instabilität zu erzeugen und einen Machtwechsel von innen zu begünstigen. Wer ein solches Machtvakuum füllen könnte, gilt jedoch als völlig offen.
Zusätzlich spielt Trumps persönliche Motivation eine Rolle: US-Justizbehörden hatten im vergangenen Jahr erklärt, iranische Akteure hätten Anschlagspläne gegen ihn diskutiert.
Unterstützung israelischer Angriffe auf das Raketenprogramm
Israel drängt laut US-Vertretern auf eine erneute gemeinsame Offensive gegen Irans ballistisches Raketenarsenal. Geheimdienstinformationen zufolge hat Iran Teile dieses Programms nach dem Krieg im vergangenen Sommer wieder aufgebaut.
Iranische Militärvertreter warnten zuletzt, jeder US-Angriff werde als Kriegshandlung betrachtet und mit Gegenangriffen beantwortet. Besonders Israel sieht sich durch Irans Raketenfähigkeit direkt bedroht.
Kombination mehrerer militärischer Schritte
Regierungsvertreter betonen, dass die Optionen nicht isoliert betrachtet werden. Möglich sei auch eine abgestufte Kombination aus Luftschlägen, verdeckten Operationen und politischem Druck. Ein klar definiertes Endziel gebe es jedoch noch nicht.
Militärische Vorbereitung läuft
Unabhängig von einer Entscheidung baut das US-Militär seine Präsenz in der Region weiter aus. Der Flugzeugträger Abraham Lincoln operiert im Arabischen Meer, begleitet von mehreren Zerstörern. Zusätzliche Kampfjets, Langstreckenbomber in erhöhter Alarmbereitschaft sowie Patriot- und THAAD-Abwehrsysteme sollen US-Truppen vor möglichen Vergeltungsschlägen schützen.
Offene Rechtsfragen
Unklar bleibt, auf welcher rechtlichen Grundlage ein Angriff erfolgen würde. Ohne Zustimmung des Kongresses wären grössere Operationen rechtlich umstritten. Die Regierung könnte Irans Rolle als staatlicher Unterstützer des Terrorismus als Begründung anführen, ähnlich wie beim Drohnenangriff auf General Qassim Suleimani im Jahr 2020.
Innerhalb von Trumps Beraterkreis besteht laut US-Vertretern bislang keine Einigkeit. Klar ist lediglich: Jede militärische Eskalation gegen Iran wäre deutlich komplexer und riskanter als frühere US-Operationen – und hätte weitreichende Folgen für die gesamte Region. (mke)
