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Dutzende Häftlinge gefoltert – US-Armee beging womöglich Kriegsverbrechen in Afghanistan

epa04266069 A US soldier inspects the scene of suicide bomb attacks that targeted NATO logistic compound, in the Torkham area of the Nangarhar province, a crossing point on the border between Pakistan ...
US-Soldat in Afghanistan (Archivbild).Bild: GHULAMULLAH HABIBI/EPA/KEYSTONE

Dutzende Häftlinge gefoltert – US-Armee beging womöglich Kriegsverbrechen in Afghanistan

15.11.2016, 03:0215.11.2016, 03:02

Mitglieder der US-Streitkräfte und der CIA haben in Afghanistan möglicherweise Kriegsverbrechen begangen, indem sie Gefangene folterten. Zu diesem Schluss kommt ein vorläufiger Bericht der Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag.

CIA trägt Mitverantwortung

Mitglieder des US-Militärs hätten womöglich mindestens 61 Häftlinge gefoltert oder brutal behandelt, heisst es darin. Die Mehrheit der Vorfälle habe sich wahrscheinlich zwischen 2003 und 2004 ereignet. Mindestens 27 Gefangene seien von Vertretern der CIA gefoltert worden. Auch diese Fälle sollen sich grösstenteils in dem besagten Zeitraum abgespielt haben. Einige der Vorwürfe beziehen sich demnach aber auch auf die jüngere Vergangenheit bis hin zum Jahr 2014.

epaselect epa05631692 US President Barack Obama responds to a question from the news media during a press conference in the press briefing room at the White House in Washington, DC, USA, 14 November 2 ...
Barack Obama: Auch während seiner Amtszeit wurden in Afghanistan womöglich Häftlinge gefoltert. Bild: SHAWN THEW/EPA/KEYSTONE

Die CIA hatte nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ein Verhörprogramm entwickelt, um Terrorverdächtige zur Herausgabe von Informationen zu bewegen. Dazu gehörten Schlafentzug und das international geächtete «Waterboarding», also simuliertes Ertränken. 2014 kam ein Bericht des US-Senats zu dem Schluss, dass die Methoden brutaler waren als zunächst bekannt.

Die USA lehnen einen Beitritt zum Internationalen Strafgerichtshof ab. US-Bürgern könnte theoretisch aber eine Anklage drohen, wenn ihnen Taten in einem Land vorgeworfen werden, das Mitglied ist. Afghanistan hat den Grundlagenvertrag, das sogenannte Römische Statut, ratifiziert. Die Ermittler erklärten, sie wollten möglichst rasch darüber entscheiden, ob sie einen Antrag auf eine vollständige Untersuchung der Fälle in Afghanistan stellen. (cma/sda/dpa)

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