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Amokschütze von Charleston, South Carolina, ist gefasst – Obama fordert schärferes Waffenrecht



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Amoklauf in Schwarzen-Kirche in Charleston
quelle: ap/ap / david goldman
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Nach der Bluttat in einer afroamerikanischen Kirchengemeinde in Charleston haben die Ermittler einen Verdächtigen festgenommen: Dylann R., 21, weiss, aus Columbia im US-Bundesstaat South Carolina. Der junge Mann war vom Tatort geflohen, die Polizei hatte mit einer Grossfahndung nach ihm gesucht.

Er wurde am Donnerstag in der Kleinstadt Shelby im nördlichen Nachbarstaat North Carolina bei einer Verkehrskontrolle festgenommen, wie Charlestons Polizeichef Gregory Mullen bekanntgab.

Den Behörden zufolge hat er aus rassistischen Motiven das Feuer auf die Gläubigen eröffnet. In der hauptsächlich von Schwarzen besuchten Kirche wurden sechs Frauen und drei Männer getötet. Den Ermittlungen zufolge hatte R. vor der Tat rund eine Stunde lang mit den Kirchenbesuchern in Charleston zusammengesessen. Gefasst wurde er nun offenbar in der Kleinstadt Shelby im Bundesstaat North Carolina, wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten. 

Auf Überwachungsbildern der Kirche ist der mutmassliche Schütze zu sehen. Der jungenhaft wirkende Verdächtige ist schmächtig, er trägt einen grauen Pullover, seine dunkelblonden Haare sind zu einem Pottschnitt frisiert. 

«Es ist unfassbar»

Die Polizei veröffentlichte zudem ein Fahndungsfoto des Verdächtigen und seines Fluchtwagens. Das Zuhause des 21-Jährigen wurde durchsucht. Er sei extrem gefährlich, sagte Polizeichef Gregory Mullen. Nach Mullens Einschätzung ist das Motiv des Mannes Hass. «Es ist unfassbar, dass jemand in unserer heutigen Gesellschaft in eine Kirche geht, wenn Menschen sich zum Beten treffen und ihnen das Leben nimmt.» 

Ein Onkel des mutmasslichen Schützen erkannte seinen Neffen eigenen Angaben zufolge auf den Fahndungsfotos. Der 56-Jährige sagte, vermutlich habe R.s Vater dem Verdächtigen die Waffe zum Geburtstag geschenkt. Laut Gerichtsdokumenten wurde der 21-Jährige in diesem Jahr bereits zweimal festgenommen – wegen eines Drogendelikts und wegen Hausfriedensbruchs. 

«Ich muss das tun»

Nach diesem Blutbad fordert US-Präsident Barack Obama erneut eine Verschärfung der Waffengesetze. In anderen entwickelten Ländern komme diese «Form der massenhaften Gewalt» nicht vor. 

Damit müssten sich die USA ernsthaft auseinandersetzen, forderte Obama. Abermals seien unschuldige Menschen getötet worden, unter anderem «weil jemand, der Schaden anrichten wollte, keine Schwierigkeiten hatte, eine Schusswaffe in die Hand zu bekommen», sagte Obama im Weissen Haus. 

Rassismus sowie Hass gegen Andersgläubige würden eine «besondere Bedrohungen für unsere Demokratie und unsere Ideale» darstellen, sagte der erste schwarze Präsident der USA. Obama zeigte sich aber zuversichtlich, dass die «alten Überreste des Hasses» überwunden werden könnten. (jas/sda/afp)

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