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Rep. Ilhan Omar, D-Minn., left, joins Speaker of the House Nancy Pelosi, D-Calif., as Democrats rally outside the Capitol ahead of passage of H.R. 1,

Ilhan Omar und Nancy Pelosi. Bild: AP/AP

Trump pestet gegen muslimische Abgeordnete – nun erhält sie Todesdrohungen

daniel jahn /afp



Sie ist noch neu im US-Kongress - und gehört bereits zu den bevorzugten Angriffszielen von Donald Trump. Vor einigen Tagen verbreitete der Präsident ein Webvideo über Ilhan Omar, in dem der muslimischen Abgeordneten vorgeworfen wird, die Anschläge des 11. September 2001 zu verharmlosen.

Trump sieht sich deswegen nun aber selbst heftiger Kritik ausgesetzt. Die Opposition wirft ihm vor, erneut anti-muslimische Ressentiments zu schüren - und Omars Sicherheit zu gefährden.

Trump macht mit Video Stimmung gegen Ilhan Omar.

Seit Trumps Video-Attacke hätten die Todesdrohungen gegen sie zugenommen, berichtete die 37-jährige Demokratin. Manche der Absender nähmen direkt Bezug auf das Video. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, veranlasste inzwischen bereits die Prüfung möglichen Polizeischutzes für die in Somalia geborene Abgeordnete.

Omar und ihre Parteikollegin Rashida Tlaib waren zu Jahresbeginn als erste weibliche Abgeordnete islamischen Glaubens in den Kongress eingezogen. Besonders Omar hat seither für viel Wirbel gesorgt.

Rep. Ilhan Omar, D-Minn., left, and Rep. Rashida Tlaib, D-Mich., right, listen as President Donald Trump delivers his State of the Union address to a joint session of Congress on Capitol Hill in Washington, Tuesday, Feb. 5, 2019. (AP Photo/J. Scott Applewhite)

Ilhan Omar und Parteikollegin Rashida Tlaib. Bild: AP/AP

Unglückliche Wortwahl ausgeschlachtet

Ihre vermeintlich verharmlosenden Äusserungen zu 9/11 stammen aus einer Rede vom März. «Einige Leute haben etwas getan», sagte sie damals über die Anschläge. Daraufhin seien allen Muslimen in den USA allmählich die bürgerlichen Freiheiten entzogen worden.

Die Worte «Einige Leute haben etwas getan» werden in dem Video breitgetreten - und von Bildern der Anschläge auf das New Yorker World Trade Center und das Pentagon unterlegt. Unterstützer der Abgeordneten weisen allerdings darauf hin, dass der Satz aus dem Kontext gerissen sei.

Omars Wortwahl mag unglücklich gewesen sein - tatsächlich suchte sie in ihrer Rede keineswegs die Anschläge mit rund 3000 Toten zu verharmlosen oder gar zu rechtfertigen. Solche Feinheiten interessieren Trump allerdings nicht.

President Donald Trump waves to members of the media as he walks on the South Lawn as he arrives at the White House in Washington, Monday, April 15, 2019, after visiting Minnesota. (AP Photo/Andrew Harnik)

Schürt anti-muslimische Ressentiments: Donald Trump- Bild: AP/AP

«Ideales» Angriffsziel

Präsidentenberater sehen in der Parlamentarierin mit Kopftuch ein «ideales» Angriffsziel, wie die «New York Times» berichtete. Sie soll benutzt werden, um ihre ganze Partei in Verruf zu bringen.

Klar ist damit, dass Trump wie schon in seiner vorherigen Präsidentschaftskampagne auch im Kampf um seine Wiederwahl darauf setzt, anti-muslimische Ressentiments zu schüren und auszuschlachten.

Gegen Omar zieht er schon seit einer Weile zu Felde. Anlass seiner früheren Attacken waren Kommentare der Neu-Abgeordneten, die israelfreundliche Haltung in den USA gehe auf Spenden einer mächtigen proisraelischen Lobbygruppe zurück.

Omar freut sich über die Unterstützung von Polit-Shootingstar AOC

Dafür handelte sich Omar auch aus der eigenen Partei den Vorwurf ein, sie bediene antisemitische Klischees. Sie entschuldigte sich. Trump nahm dennoch ihre Äusserungen zum Anlass, der gesamten Demokratischen Partei eine «antiisraelische und antijüdische» Haltung vorzuwerfen.

Historische Figur

Jenseits dieser Debatten ist Omar durch ihren Einzug ins US-Repräsentantenhaus schon jetzt eine historische Figur. Sie hat einen sehr weiten Weg hinter sich.

Als jüngstes von sieben Geschwistern flüchtete sie im Alter von acht Jahren mit der Familie vor dem Bürgerkrieg in Somalia. Vier Jahre lebte sie in einem Flüchtlingslager in Kenia, wo ihre Aufgabe darin bestand, für die Familie Wasser und Holz zu schleppen.

Als sie dann 1995 mit ihren Angehörigen in die USA umzog, sprach sie nur wenige Brocken Englisch. Sie lernte aber schnell und studierte später Politik und internationale Angelegenheiten.

epa07351073 Democratic Representative from Minnesota Ilhan Omar delivers remarks during a press conference on deportation at Capitol Hill in Washington, DC, USA, 07 February 2019. During the press conference Representatives called for a cutoff of funding to ICE (US Immigration and Customs Enforcement) and CBP (US Customs and Border Protection).  EPA/SHAWN THEW

Wanderte 1995 in die USA ein: Ilhan Omar. Bild: EPA/EPA

Die zierliche Frau betätigte sich unter anderem als Politikberaterin und Gemeindeaktivistin, bevor sie vor zwei Jahren in das Regionalparlament ihres Heimatstaats Minnesota einzog. In dem Wahlbezirk, in dem die dreifache Mutter dann in das US-Repräsentantenhaus gewählt wurde, lebt die grösste somalischstämmige Gemeinde des Landes.

Ihre Willensstärke hat Omar inzwischen auch in Washington unter Beweis gestellt. Energisch wehrt sie sich gegen alle Versuche, sie zur Buhfrau zu stempeln. «Niemand - egal wie korrupt, unfähig oder bösartig er ist - kann meine unerschütterliche Liebe zu Amerika bedrohen», erklärt sie. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tobsol 16.04.2019 22:22
    Highlight Highlight +++ Ihre vermeintlich verharmlosenden Äusserungen zu 9/11 stammen aus einer Rede vom März +++

    Das ist nicht mal die halbe Wahrheit, sondern nur Spitze des Eisberges. Unvergesslich zB ihr Interview in dem Sie für AlKaida und Hisbollah witzelte. Ausschnitt:
    Play Icon


    +++ Jenseits dieser Debatten ist Omar durch ihren Einzug ins US-Repräsentantenhaus schon jetzt eine historische Figur +++

    Dass Omar, AOC und Tlaib von den Justice Democrates gecastet wurden wie für eine Big Brother Soap, solltet ihr zumindest mal erwähnen.

    Und was soll das Mitleidsgetue, das Virtue Signalling?
  • no-limit 16.04.2019 22:20
    Highlight Highlight "Sie werden nie zugeben, dass er der einzige wahre Führer ist. Der Mann tut Veränderungen wie nie zuvor und tut alles für das Volk dieser Nation.

    Nach acht Jahren Tyrannei sehen wir endlich einen Unterschied."

    "Und zweitens, dass es einen neuen Präsidenten gibt, der viele unbekannte Fragen stellt. Und durch die Kombination des Teilvakuums und der neuen Fragen könnte man sich vorstellen, dass daraus etwas Bemerkenswertes und Neues entsteht."

    Dann sagt Kissinger unverblümt: "Trump stellt Amerika und seine Menschen an die erste Stelle.
  • no-limit 16.04.2019 22:18
    Highlight Highlight Wie wollen eigentlich diese frauen mitbestimmen, wo sie doch nie verantwortung tragen mussten und nie richtig gearbeitet haben ??? Wie lange muss noch dauern, bis es alle merken, dass trump der beste Präs. für die usa ist ?

    Kissinger über Trump ;"Donald Trump ist ein Phänomen, das andere Länder noch nie gesehen haben!"
    Der ehemalige Außenminister Henry Kissinger gibt uns ein neues Verständnis von der Außenpolitik von Präsident Donald Trump und prognostiziert deren Erfolg:

    "Die Liberalen und alle, die (Hillary) Clinton bevorzugen, werden es nie zugeben.






  • Pisti 16.04.2019 17:11
    Highlight Highlight Inwiefern wurde der Satz aus dem Kontext gerissen? Die Frau hat beste Beziehungen zu Salafisten in den USA, ist ja nicht ihr erster "Ausrutscher".
    • MacB 16.04.2019 22:07
      Highlight Highlight Bitte erkläre.
    • Tobsol 16.04.2019 22:24
      Highlight Highlight @MacB

      Play Icon
    • Pisti 16.04.2019 23:03
      Highlight Highlight Einfach mal ihre Verbindungen zu CAIR googeln. Und wer so bei dem Verein mitmischt und zu wem die Beziehungen pflegen. Die Muslimbrüder zum Beispiel.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Knäckebrot 16.04.2019 16:38
    Highlight Highlight Es wird wohl immer schwierig für Muslime sein, welche es gut meinen und einen moderaten Islam vertreten. Die stehen immer zwischen denen, welche sowieso gegen die Muslime sind und den fundamentalistischeren Muslimen. Da wird sie wohl durch müssen.

    Zudem haben sie noch ihre Geschichte, die sie auch immer einholen dürfte und es nicht leicht macht. Ironischerweise kommt gerade ihr Name "Omar" von Mohammeds Gefährten, der islamische Eroberungskriege führte und den Byzantinern und Persern vieles entriss. U.a. eroberte ausgerechnet er Palästina.
    • poga 16.04.2019 21:51
      Highlight Highlight Was zur Hölle soll den ein moderater Islam sein? Und zeig mir bitte auf, wo Ilhan Omar irgendwie moderat sein soll.....
    • Knäckebrot 17.04.2019 08:11
      Highlight Highlight Es gibt verschiedene Sorten von moderatem Islam.
      Der eine ist eine Version, welche in den eigenen Schriften nicht sehr bewandert ist und sich auf falsche Annahmen stützt.
      Der andere ist eine Version, die nur mit theologischer und historischer Gymnastik funktioniert.
      Und eine weitere Version scheint nur moderat, ist aber radikal, wenn man sie konsequent zu Ende denkt oder alle Karten auf den Tisch legt.

      Eine andere moderate Version begegnete mir bisher noch nie.

      Bez. Ilmar reicht nun der Platz nicht. Ich wünsche ihr alles Gute.

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