2007 sagten über 50 Frauen gegen Epstein aus – dafür angeklagt wurde er nicht
Die am Freitag neu veröffentlichten Dokumente rund um Jeffrey Epstein zeigen: Der später verurteilte Sexualstraftäter hätte schon 2007 eine lebenslange Haftstrafe antreten können. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur AP.
Demnach habe die Staatsanwaltschaft eine solche Anklage vorbereitet, nachdem mehrere minderjährige Frauen ausgesagt hatten, von Epstein für sexualisierte Massagen bezahlt worden zu sein.
Gebrauchte Kondome entsorgt
In den am Freitag veröffentlichten Dokumenten wird ein persönlicher Assistent Epsteins zitiert. Zu seinen regelmässigen Aufgaben habe es gehört, Bargeld in 100-Dollar-Scheinen in Epsteins Schlafzimmer bereitzulegen.
Nach den Massagen habe er aufräumen müssen. Das habe unter anderem geheissen: gebrauchte Kondome zu entsorgen. Der Name des Mitarbeiters ist in den Akten geschwärzt.
Deal mit der Staatsanwaltschaft
Über 50 Frauen sagten damals gegen Epstein aus. Angeklagt wurde er gleichwohl nicht: Der damalige Generalstaatsanwalt in Miami, Alexander Acosta, schloss einen Deal mit Epstein ab.
Epstein entging der strafrechtlichen Verfolgung und bekannte sich im Gegenzug schuldig, eine Minderjährige in die Prostitution getrieben zu haben. Dafür erhielt er eine anderthalbjährige Haftstrafe.
Acosta diente in Donald Trumps erster Amtszeit als Arbeitsminister. Aufgrund seiner Rolle im Epstein-Skandal musste er 2019 zurücktreten.
(her)
