Epstein unterhielt gute Beziehungen zu Schweizer Banken – die Sonntagsnews
Exhumierung von Brandopfern: Staatsanwaltschaft gibt Verantwortung an Familien ab
Die Walliser Staatsanwaltschaft wälzt den Entscheid über mögliche Exhumierungen von Todesopfern der Brandkatastrophe in Crans-Montana VS laut der «NZZ am Sonntag» auf die Familien ab. Sie ordne Exhumierungen und Obduktionen nur an, wenn die Opferfamilien das explizit verlangten, sagten Anwälte von Familien zur Zeitung. Laut Gesetz müsste die Staatsanwaltschaft selbst entscheiden, ob das notwendig sei. Die Ermittlungsbehörde habe auf eine Anfrage nicht reagiert. Akten der Staatsanwaltschaft zeigen laut der Zeitung, weshalb die Schweiz nur zwei Opfer obduzierte: Zwei Wochen nach dem Brand sollte die Kantonspolizei demnach herausfinden, ob bei Schweizer Bestattungsunternehmen noch unbeerdigte Leichen lagen. Die zwei Obduzierten seien vermutlich schlicht die letzten Opfer gewesen, die noch nicht beerdigt waren, schlussfolgerte die «NZZ am Sonntag».
Steuererklärung widerspricht Moretti-Aussagen vor Ermittlern
Die Aussagen von Barbetreiber Jacques Moretti zum Einkommen von ihm und seiner Frau stimmen nach Angaben der «SonntagsZeitung» nicht mit der aktuellsten Steuererklärung überein. Es stelle sich demnach die Frage, ob die Kaution für seine Aufhebung der Untersuchungshaft von 200'000 Franken zu niedrig war. Moretti gab der Walliser Staatsanwaltschaft an, dass er und seine Frau pro Monat 10'000 Franken verdienten und nicht viel Vermögen hätten, wie die Zeitung schrieb. Zur Einvernahme kam es im Rahmen der Ermittlungen zur Brandkatastrophe in der von ihm und seiner Frau betriebenen Bar in Crans-Montana VS. Im Jahr 2024 habe das Paar monatlich doppelt so viel Geld zur Verfügung gehabt, wie angegeben, schrieb die «SonntagsZeitung» anhand der Steuererklärung. Da diese Steuererklärung erst im Dezember 2025 eingegangen sein, könnte es laut der Zeitung sein, dass sich das Gericht auf eine zu tiefe Steuererklärung 2023 berief.
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Bundesrat hat geheimen Krisenstab zu Crans-Montana eingesetzt
Der Bundesrat hat laut «SonntagsBlick» direkt nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS einen ausserordentlichen Krisenstab eingesetzt. Die Generalsekretäre der Bundesräte koordinieren seit Anfang Januar die Arbeiten zwischen Departementen, Kantonen und der Bundeskanzlei, wie die Zeitung schrieb. Die Konferenz der Kantonsregierungen, der Kanton Wallis und weitere Stellen seien eingebunden. Bislang habe es fünf Sitzungen unter der Leitung von Bundeskanzler Viktor Rossi gegeben. Der Krisenstab habe sich unter anderem damit beschäftigt, welchen Empfang sich den Bundesräten bei den Olympischen Winterspielen bieten dürfte und wie sie kritische Medienfragen beantworten sollen.
WEF-Stiftung zahlt Millionen an Führungskräfte
Die Eidgenössische Stiftungsaufsicht sieht nach Angaben der «NZZ am Sonntag» die Vergütungen vom Management des Weltwirtschaftsforums (WEF) kritisch. 11 von 20 Spitzenkräften erhielten im Geschäftsjahr 2023/24 mehr als 900‘000 Dollar, wie die Zeitung mit Verweis auf Angaben des US-Steueramts IRS schrieb. An der Spitze liege CEO Børge Brende mit über 1,9 Millionen Dollar. Das Jahr zuvor habe er 1,6 Millionen Dollar erhalten. Solche Vergütungen einer gemeinnützigen Stiftung, die steuerbefreit ist, seien heikel, schrieb die Zeitung. Die Aufsicht habe sich noch keine abschliessende Meinung gebildet. Der Bund habe die Aufgabe, eine Zweckentfremdung des Stiftungsvermögens zu verhindern, sagte der Direktor der Stiftungsaufsicht, Nils Güggi. Die Vergütungen orientierten sich an «Benchmark-Daten» für die Schweiz, erstellt von externen Experten, teilte ein WEF-Sprecher der Zeitung mit.
EDA lädt interne Dokumente in die Microsoft-Cloud
Im Aussendepartement ist es nach Informationen der «NZZ am Sonntag» zu einem heiklen Datenleck gekommen. Als «intern» eingestufte Dokumente landeten in der Microsoft-Cloud, wie die Zeitung einem Bericht der internen Revision des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) entnahm. «Aus technischer Sicht funktioniert die Vorrichtung, die das Hochladen von klassifizierten Dokumenten in die Cloud verhindern soll, derzeit nur teilweise», bestätigte demnach das EDA. Zum Inhalt der betroffenen Daten habe es sich nicht geäussert. Höher als «intern» klassifizierte Dokumente, – mit heiklerem Inhalt – seien nach Angaben des EDA nicht von der Sicherheitslücke betroffen. US-Firmen wie Microsoft sind laut der «NZZ am Sonntag» verpflichtet, Daten auf ihren Servern den US-Behörden zugänglich zu machen.
Neue Epstein-Dokumente zeigen gute Verbindungen in die Schweiz
Die am Freitag veröffentlichten Dokumente zum Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein haben laut Medienberichten dessen gute Verbindungen in die Schweiz verdeutlicht. Die Unterlagen zeigten insbesondere, wie eng Epsteins Umfeld jahrelang mit dem Bankenplatz Schweiz verflochten war, wie die «NZZ am Sonntag» schrieb. Das habe sich mit seiner stetigen Suche nach neuen jungen Frauen vermischt. Die Mitarbeiterin einer Privatbank habe ihm immer wieder Frauen vorgeschlagen. Auch nach Epsteins ersten Verurteilung als Sexualstraftäter hielten seine Beziehungen in die höchsten Bankenkreise an, wie die Zeitung schrieb. Epstein sei mit mindestens fünf Frauen in der Schweiz in Kontakt gestanden und habe sie finanziell von sich abhängig gemacht, schrieb «SonntagsBlick». Einer jungen Russin habe er zum Beispiel einen sechswöchigen Sommerkurs an einer Eliteschule am Genfersee bezahlt.
Spielautomaten bleiben in der Westschweiz erlaubt – unter Auflagen
Elektronische Glücksspiele, ehemals Tactilos, bleiben laut «Le Matin Dimanche» in der Westschweiz weiterhin erlaubt. Die interkantonale Geldspielaufsicht hat der Loterie Romande eine neue Bewilligung – verbunden mit Massnahmen gegen exzessives Spielen – erteilt, wie die Zeitung schrieb. So müsse ausgeschlossenen Spielerinnen und Spielern der Zugang zu den Geräten verwehrt werden. Ausserdem werde das Spiel gesperrt, sobald jemand das Einzahlungslimit von monatlich 2000 Franken hat. Diese Massnahmen erfordere den Austausch der Geräte bis Ende 2027, schrieb die Zeitung. Loterie Romande habe sich damit zufrieden gezeigt. Suchtfachleute bleiben laut «Le Matin Dimanche» jedoch kritisch.
Schweiz verschiebt Dialog mit Iran über Menschenrechte
Die Schweiz hat den Menschenrechtsdialog mit dem Iran laut «SonntagsBlick» verschoben. Eigentlich hätte das jährliche Treffen von Schweizer Diplomaten mit iranischen Vertretern nächstens stattfinden sollen, wie die Zeitung schrieb. «Aufgrund der aktuellen Situation» werde es wohl auf den Herbst verschoben. Das teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) der Zeitung mit. Die Schweiz verschärfe wohl schon bald die Sanktionen gegen den Iran, schrieb «SonntagsBlick». Die Europäische Union wolle die Revolutionsgarden zusätzlich als Terrororganisation einstufen. Nach Informationen der Zeitung habe sich auch im EDA die Lesart durchgesetzt, dass eine Beschwichtigungspolitik gegenüber dem Iran nicht belohnt werde.
Kritik an Bundesrats-Plänen zu Notfall-Alarmierung
Die vom Bundesrat angestrebte Modernisierung der Alarmierung der Bevölkerung bei Notfällen hat nach Worten der «SonntagsZeitung» bei diversen Stellen «die Alarmglocken schrillen lassen». Insbesondere die geplante Abschaffung des Notfallradios sorgte in der Vernehmlassung für Gegenwehr, wie die Zeitung schrieb. Die Alarmierung über Sirenen und Mobiltelefone reiche für die meisten Kantone nicht aus. Die Abschaffung habe der Bundesrat mit dessen hohen Kosten gerechtfertigt. Nebst Sirenen, dem herkömmlichen Radio und Meldungen über den Warndienst Alertswiss, sollen Behörden künftig Warnungen auch direkt auf Mobiltelefone schicken könne.
UBS will Ende März grosse Entlassungswelle einleiten
Die Listen für die bereits angekündigten Entlassungen bei der Grossbank UBS sind gemäss der «SonntagsZeitung» erstellt. Ende März werden die RIF-Briefe, Kündigungen mit Sozialprogramm, verschickt, wie die Zeitung schrieb. Betroffen seien vor allem ehemalige Mitarbeitende der Credit Suisse (CS) und solche, die für die Integration nach deren Übernahme durch die UBS verantwortlich waren. Konzern-Chef Sergio Ermotti hatte schon kurz nach der Übernahme angekündigt, dass im Rahmen der Integration bis Ende 2026 rund 3000 Stellen in der Schweiz wegfallen würden. Diese Zahl gelte weiterhin. Wie hoch der Stellenabbau inklusive natürlicher Fluktuationen sein werde und wie viele Kündigungen es weltweit gebe, sagte die UBS laut der «SonntagsZeitung» nicht. (sda/con)
