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Noch keine Zinswende: US-Notenbank-Chefin Janet Yellen setzt weiterhin auf billiges Geld

Gelassenheit auf dem Börsenparkett: Die US-Börsen haben kaum auf den Fed-Entscheid reagiert.
Gelassenheit auf dem Börsenparkett: Die US-Börsen haben kaum auf den Fed-Entscheid reagiert.
Bild: LUCAS JACKSON/REUTERS

Noch keine Zinswende: US-Notenbank-Chefin Janet Yellen setzt weiterhin auf billiges Geld

17.09.2015, 20:0518.09.2015, 09:55

Die US-Notenbank Fed beendet die Ära des billigen Geldes noch nicht: Wie die Fed-Chefin Janet Yellen bekanntgegeben hat, wird der Leitzins vorerst auf dem Status Quo belassen. Der Schlüsselsatz für die Versorgung des Finanzsystems mit Geld bleibt damit in einer Spanne von 0 bis 0,25 Prozent.

Das gab die US-Notenbank Federal Reserve am Donnerstagabend nach einer zweitägigen Sitzung des Offenmarktausschuss bekannt. Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, die Fed könnte den Leitzins anheben, um langsam zu einer Normalisierung an den Finanzmärkten zurückzufinden.

Chinas Börsenturbulenzen hatten beunruhigt

Damit wird die Zinswende herausgezögert. Viele Experten rechnen aber damit, dass die Zinswende noch in diesem Jahr kommen wird. Zuletzt hatten die Sorgen vor einer allzu schnellen Zinswende zugenommen. 

Fed-Chefin Janet Yellen: Im Dezember, so wird erwartet, dürfte sie dann doch noch mit der Zinswende aufwarten.
Fed-Chefin Janet Yellen: Im Dezember, so wird erwartet, dürfte sie dann doch noch mit der Zinswende aufwarten.
Bild: Jacquelyn Martin/AP/KEYSTONE

Vor allem die Turbulenzen an der chinesischen Börse und die wirtschaftlichen Probleme mehrerer Schwellenländer hatten Experten beunruhigt. So hatte etwa der Internationale Währungsfonds (IWF) die Notenbanken weltweit vor voreiligen Zinserhöhungen gewarnt.

Die Notenbank hatte den Zinssatz, zu dem sich US-Banken bei der Fed Geld leihen können, mitten in der Finanzkrise Ende 2008 auf das historische niedrige Niveau gesenkt. Sie überschüttete Banken und Märkte mit billigem Geld, um zu verhindern, dass die Finanzströme austrocknen, ohne die auch die Realwirtschaft nicht überleben kann. Andere Notenbanken wie die Europäische Zentralbank folgten damals der Fed und senkten auch ihre Leitzinsen auf nahe null.

Billig-Geld-Strategie in den USA aufgegangen

Auch nach dem Höhepunkt der Krise liessen die Notenbanken die Zinsen auf Minimalniveau. Das sollte die Unternehmen zu mehr Investitionen und die Verbraucher zu mehr Käufen animieren. Wenn sie sich billig Geld leihen können, geben sie auch mehr Geld aus. Das beflügelt die Konjunktur. Zumindest in den USA ist die Strategie aufgegangen.

Die Wirtschaft wächst dort wieder robust. Die Arbeitslosenquote fiel im August auf den tiefsten Stand seit mehr als sieben Jahren.

Die US-Börsen haben am Donnerstag unter dem Strich zunächst kaum auf den Zinsentscheid der US-Notenbank Fed reagiert. Nachdem die Währungshüter den Leitzins in einer Spanne zwischen null und 0,25 Prozent belassen hatten, schwankte der Leitindex Dow Jones Industrial und notierte zuletzt 0,33 Prozent höher bei 16795,64 Punkten. (tat/sda/spon)

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