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Das sind die Länder mit den wenigsten Touristen – längst nicht in allen herrscht Krieg

Gunnar Garfors aus Norwegen hat mit 38 Jahren bereits jedes Land der Welt bereist und darüber ein Buch geschrieben. Jetzt hat er ausgewertet, welche Länder 2014 am wenigsten Touristen hatten. Darunter sind auch wahre Perlen.



epa04856131 South Korean soldiers stand guard at the Military Demarcation Line in the Demilitarized Zone (DMZ) in the border village Panmunjom, South Korea, 22 July 2015. North Korea is believed to have erected a gantry at the station that is capable of firing long-range missiles twice the size of the 30-meter-long 'Unha-3', South Korean military and intelligence officials said on 22 July 2015.  EPA/JEON HEON-KYUN

Die am schwersten zu passierende Grenze? Von wegen. Nordkorea hatte 2014 125'000 Touristen zu Besuch. Bild: JEON HEON-KYUN/EPA/KEYSTONE

Gunnar Garfors ist ein Reise-Junkie und lässt die Welt in seinem Blog daran teilhaben. Eines seiner neuesten Werke: Eine Liste mit den Ländern, die am wenigsten Touristen beherbergen. Zwar hat die World Tourism Organisation der UNO (UNWTO) ebenfalls einen Tourismusbericht 2014 herausgegeben. Garfors hat sich diese Daten der UNWTO denn auch zunutze gemacht, sie aber mit weiteren Daten ergänzt und abgeglichen. Denn laut dem Norweger hat die UNWTO in ihrem Bericht nur Länder aufgelistet, die offizielle Zahlen angeben konnten.

Die restlichen Länder hat Garfors selber recherchiert, wie er schreibt. Er hat mit Touristenagenturen gesprochen, Passagierzahlen von Flughäfen ermittelt und Medienberichte studiert. Er räumt zwar ein, dass solche Zahlen nie exakt stimmen können, das Resultat kann sich aber trotzdem sehen lassen. Hier Garfors Liste der 26 am wenigsten besuchten Länder der Welt:

10. Turkmenistan: 8697 Besucher

People gather for the monument unveiling ceremony in Ashgabat, Turkmenistan Monday, May 25, 2015. The isolated energy-rich Central Asian nation of Turkmenistan has unveiled a gold-leafed statue of the president in a gesture intended to burnish the leader's burgeoning cult of personality. The 21-meter monument presented to the public Monday consists of a statue of President Gurbanguly Berdymukhamedov atop a horse mounted on a towering pile of marble. (AP Photo/Alexander Vershinin)

Wem ist diese Statue gewidmet? Bild: Alexander Vershinin/AP/KEYSTONE

Turkmenistan ist das unbekannte Nordkorea. Die Diktatur ist zwar weniger strikt, dafür sucht der Personenkult um den ehemaligen Präsidenten Saparmyrat Nyýazow (genannt Turkmenbaschi, Führer der Turkmenen) seinesgleichen. Ein Beispiel gefällig? Gunnar Garfors schreibt: «Imagine that you were to travel with Turkmenbashi (the man) from Turkmenbashi (the airport) to Turkmenbashi (the city) during Turkmenbashi (the month) to visit Turkmenbashi (the school) in Turkmenbashi (the street) to drink Turkmenbashi (the vodka)?»

Wer nun denkt, die Frage sei hinfällig, wen die goldene Statue oben auf dem Bild verkörpert, irrt. Das ist nicht Turkmenbaschi sondern Gurbanguly Berdimuhamedow, der neue Präsident, der seinen eigenen Personenkult startet.

9. Guinea-Bissau: 7500 Besucher

A woman sorts through a pile of cashew nuts as children look on next to a farm owned by former Guinea Bissau army chief General Antonio Indjai outside Mansoa, Guinea-Bissau, May 8, 2015.  Relaxing in flip-flops in a shady corner of his farm near a pile of freshly-raked cashew nuts, the former head of Guinea Bissau's army General Antonio Indjai says he has turned in his weapons and his days as a coup leader are over. For many, Indjai is a symbol of all that went wrong in the former Portuguese colony that is one of Africa's most fragile states. Since 1980, Guinea Bissau has suffered nine coups or attempted coups, including one led by Indjai in 2012 that led to two years of public looting and a surge in drug trafficking. Picture taken May 8, 2015. To Match Insight BISSAU-MILITARY-INSIGHT   REUTERS/Emma Farge

Guinea-Bissau: Ein unbekanntes Land mit wenig Infrastruktur. Bild: STAFF/REUTERS

«Erwarte kein Zeichen modernen Lebens», schreibt Garfors. Das afrikanische Land ist seit 1973 unabhängig und war vorher eine portugiesische Kolonie. Es gilt als politisch instabil und ist von der Entwicklungszusammenarbeit mit der UNO abhängig.

8. Libyen: 6250 Besucher

In this photo taken on April 4, 2015, a street is filled with debris and abandoned houses in the city of Benghazi, Libya. Destruction has permeated the North African country since the civil war ousted Moammar Gadhafi four years ago. For Benghazi, the past year was the worst.   (AP Photo/Mohamed Salama)

Bei solchen Bildern ist es kaum erstaunlich, dass es kaum Touristen in Libyen gibt. Bild: Mohamed Salama/AP/KEYSTONE

Das von Bürgerkrieg erschütterte Libyen scheint nicht zur Ruhe zu kommen. Seit dem Sturz von Gaddafi bekämpfen sich rivalisierende Milizen und es brechen immer wieder heftige Gefechte aus. 

Es gibt kaum einen sicheren Weg, ins innere des Landes zu gelangen. Der Flughafen in Tripolis wurde nach Bomben-Attentaten geschlossen und nur Libyan Airlines, Afriqiyah Airways oder Buraq Air landen auf dem kleineren Mitiga Flughafen. 

7. Kiribati: 6000 Besucher

ADVANCE FOR USE SUNDAY, JUNE 14, 2014 AND THEREAFTER - In this undated photo provided by The International Group for Historic Aircraft Recovery in June 2015, Ric Gillespie, the group's co-founder, stands on a beach during an expedition to the South Pacific island of Nikumaroro in Kiribati. Gillespie and TIGHAR team members have made several trips to the island in search of any sign of Amelia Earhart and her navigator, Fred Noonan. So far, nothing can be proven - but he says several of artifacts they've found are from the right era. (TIGHAR via AP)

Kiribati: das unbekannte Paradies. Bild: AP/The International Group for Historic Aircraft Recovery

Kiribati ist eine Ansammlung von Inseln im Pazifik, nordöstlich von Australien. Im Ranking von 2013 war es noch auf dem vierten Platz. Als Grund für das Fehlen von Touristen nennt Garfors, dass schlichtweg niemand den Staat kennt. Die Inseln seien aber ohne weiteres per Flugzeug erreichbar.

6. Äquatorial-Guinea: 5700 Besucher

Signs are seen on the border with Equatorial Guinea and Gabon in Kye-Ossi, Cameroon May 23, 2015. A month after six central African nations scrapped visa requirements for their citizens, the long lines at the Kye-Ossi border crossing in southern Cameroon show the challenges facing efforts to boost trade on the continent. Picture taken May 23, 2015.  REUTERS/Sylvain Andzongo


In Äquatorial-Guinea ist die Schere zwischen Arm und Reich am grössten. Bild: STRINGER/REUTERS

Warum es in Äquatorial-Guinea so wenige Touristen gibt? Laut Garfors ist es als nicht US-Bürger beinahe unmöglich, ein Visum zu erhalten. Der Norweger musste durch ein «quälend-bürokratisches» Verfahren, um eine Einreiseerlaubnis zu erhalten.

Einer, der anfangs Jahr das Land bereiste, war watson-Sportchef Reto Fehr. Genau, das ist der, der jetzt mit dem Velo durch die Schweiz fährt, weil er Afrika (bis jetzt) besser kannte als die Heimat. Er nutzte die Gelegenheit, dass der Afrika-Cup in Äquatorial-Guinea war und es so (ein ganz klein wenig) einfacher war, an ein Einreisevisum zu kommen. In seinem Abschlussbericht schreibt er: «Ein so spezielles Land habe ich selten erlebt.»

5. Südsudan: 5500 Besucher

Jikany Nuer White Army fighters, a local youth militia affiliated with the rebels, walk in Upper Nile State February 12, 2014. South Sudanese rebels withdrew on Tuesday a threat to boycott peace talks with the government, saying mediators had promised to address their list of demands. REUTERS/Goran Tomasevic (SOUTH SUDAN - Tags: CIVIL UNREST POLITICS TPX IMAGES OF THE DAY)

Der Südsudan ist der jüngste Staat der Erde und hat etwas Startschwierigkeiten. Bild: GORAN TOMASEVIC/REUTERS

Fotos zu machen ist im Südsudan verboten. Gunnar Garfors' Erfahrung im afrikanischen Land: «James, der Receptionist in meinem Hotel, ist vor Lachen beinahe umgekippt, als ich ihm sagte, ich sei als Tourist hier.» 

Das frisch gebackene Land wird immer wieder von kämpferischen Auseinandersetzungen heimgesucht. Es geht dabei meistens um politische Macht und Ressourcen. Die Blauhelme der UNO versuchen die Situation unter Kontrolle zu halten. Wenig überraschend: Auch das EDA rät von Reisen und Aufenthalten ab.

4. Marshallinseln: 4600 Besucher

Remains of fallen trees litter the beach near Laura, a village in the Marshall Islands, on April 25, 2007. The owner of the beach park, Wilfred Kendall, Marshall's education minister, says he has also lost about 50 feet of property to erosion near his house on Majuro Atoll. (AP Photo/Rusty Middleton)

Unberührte Strände gibt es auf den Marshallinseln zuhauf. Bild: AP

Der einzig wirklich bekannte Ort auf den Marshallinseln ist das Bikini Atoll und zwar aus folgendem Grund: 

Animiertes GIF GIF abspielen

Die Marshall Inseln waren 1952 die radioaktiv am meisten kontaminierte Gegend der Welt. 

Aber: Es gibt mehr als 1'000 verschiedene Fisch- und 250 Korallarten. Ein Paradies für jeden Taucher. 

3. Tuvalu: 1200 Besucher

tuvalu

wikipedia/tuvalu

Tuvalu besteht aus neun Inseln, von denen acht bewohnt sind. Grund für das Fehlen von Touristen ist, dass die Inseln nur schwer zu erreichen sind. «Die Freundlichkeit, die ich in Tuvalu erlebte, sucht seinesgleichen», sagt Garfors. «Nimm aber australische Dollar mit. Oder eine Bettelschale.» Kreditkarten werden nicht akzeptiert.

2. Somalia: 400 Besucher

FILE - In this Sunday, Sept. 23, 2012 file photo, masked Somali pirate Hassan stands near a Taiwanese fishing vessel that washed up on shore after the pirates were paid a ransom and released the crew, in the once-bustling pirate den of Hobyo, Somalia. A U.N. official said Friday, Feb. 27, 2015 that Somali pirates have released four Thai sailors who were held hostage for nearly five years, after their ship the FV Prantalay 12 was seized by Somali pirates on April 18, 2010. (AP Photo/Farah Abdi Warsameh, File)

Somalia ist von Bürgerkriegen zerrüttet. Bild: Farah Abdi Warsameh/AP/KEYSTONE

Der Ostafrikanische Staat Somalia wird seit Jahren von Bürgerkriegen heimgesucht und Schiffe, die vor der Küste verkehren, brauchen Begleitschutz. Die islamistische al-Shabab-Miliz ist allgegenwärtig und versucht, die Herrschaft über das ganze Gebiet zu gewinnen. Die Hauptstadt ist laut Gunnar Garfors «relativ sicher» und am Flughafen bieten sich bewaffnete Führer an. Das Eidgenössische Amt für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) sieht's etwas anders: «Von Reisen nach Somalia wird abgeraten.»

1. Nauru: 160 Besucher

NAURU, NAURU:  The barren and bankrupt island state of the Republic of Nauru awaits the arrival of 521 mainly Afghan refugees, 11 September 2001 which have been refused entry into Australia.  The 25-square-kilometers of land encompassing Nauru has been devastated by phosphate mining which once made the Micronesian Nauruans the second wealthiest people per capita on earth.          AFP PHOTO/Torsten BLACKWOOD (Photo credit should read TORSTEN BLACKWOOD/AFP/Getty Images)

Der Inselstaat Nauru war bereits in der Liste von 2013 auf dem ersten Platz (oder auf dem Letzten). Bild: AFP

Nauru hat eine Fläche von 21,1 Quadratkilometer und etwas mehr als 10'000 Einwohner. Früher verfügte die Insel über das qualitativ beste Phosphat-Vorkommen der Welt. Die Einkünfte aus dem Phosphat-Export kamen der Bevölkerung zugute. So besass laut Wikipedia jeder Haushalt mehr als zwei Autos und die ärztliche Behandlung war kostenlos. Mittlerweile sind die Phosphat-Vorkommen erschöpft und der Inselstaat ist auf Finanzhilfe von Australien angewiesen.

Ein Besuch lohnt sich vor allem für Hipster: «Weisst du, ich war in Nauru, kennst du bestimmt nicht, da gehen nur ganz wenig Leute hin, aber ich war da.» Ausserdem kann man das ganze Land in einem Tag umrunden.

(lhr)

Die 26 Länder mit den wenigsten Touristen

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pura vida 28.07.2015 21:05
    Highlight Highlight Malo e lelei. Nuku'alofa
  • Damien 28.07.2015 19:17
    Highlight Highlight War Nauru nicht auch der Staat, der nach dem wirtschaftlichen Aufstieg plötzlich 90% ubergewichtige bzw. 70% fettleibige Einwohner hatte?
    • Leo Helfenberger 28.07.2015 20:00
      Highlight Highlight Wie die Zahlen genau sind, weiss ich nicht. Aber ja, auf Nauru waren mehr als die Hälfte übergewichtig und viele hatten Diabetes.
  • Marco4400 28.07.2015 18:50
    Highlight Highlight Es wundert mich, dass der Inselstaat Palau nicht in de Liste zu finden ist.

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