International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
President Donald Trump talks to reporters before departing the White House for a trip to Michigan, Thursday, May 21, 2020, in Washington. (AP Photo/Evan Vucci)
Donald Trump

Nimmt Chloroquin ein: US-Präsident Donald Trump. Bild: AP

Studie zeigt: Chloroquin erhöht Sterblichkeitsrate bei Covid-19-Patienten



Erst vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, dass er das Malariamittel Hydroxychloroquin zur Vorbeugung gegen Covid-19 einnehme. Nun zeigt eine weltweite Studie mit 96'000 Covid-19-Patienten, dass diejenigen, die mit dem Medikament behandelt wurden, eine höhere Sterblichkeitsrate aufwiesen.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Die beiden Malariamedikamente Hydroxychloroquin und Chloroquin hätten bei Patientinnen und Patienten, die mit Covid-19 hospitalisiert wurden, keinen Nutzen gezeigt, sagte Mandeep Mehra, der Chef des Center for Andvanced Heart Disease der Universität Harvard in Boston, gemäss einer Mitteilung des Universitätsspitals Zürich vom Freitag.

Im Gegenteil: Die Daten wiesen auf ein erhöhtes Sterberisiko hin. So verstarben 11,1 Prozent der Patienten, die mit einem der beiden Medikamente behandelt worden waren, im Spital. Bei einem Vergleich mit einer Kontrollgruppe unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Risikofaktoren lag die Sterblichkeitsrate bei 9,3 Prozent.

Risiko für Herzrhythmusstörungen

Ausserdem hätten sie ein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen bei Covid-19-Patienten beobachtet, die mit einem der beiden Medikamente behandelt wurden, insbesondere bei Patienten mit Herzerkrankungen. So erfuhren zwischen vier und acht Prozent der mit den Malariamitteln behandelten Patienten eine neue Herzrhythmusstörung, verglichen mit 0.3 Prozent bei der Kontrollgruppe.

Für die Wirksamkeit von Hydroxychloroquin und Chloroquin gebe es demnach «keine wissenschaftlichen Belege», sagte Frank Ruschitzka, Leiter Kardiologie am Herzzentrum der Universität Zürich. Die beiden Mittel sollten deshalb bei Covid-19 nicht mehr eingesetzt werden, bevor Ergebnisse von weiteren Studien vorlägen.

FILE - In this Thursday, April 9, 2020 file photo, a chemist displays hydroxychloroquine tablets in New Delhi, India. Scientists in Brazil have stopped part of a study of the malaria drug touted as a possible coronavirus treatment after heart rhythm problems developed in one-quarter of people given the higher of two doses being tested. Chloroquine and a similar drug, hydroxychloroquine, have been pushed by President Donald Trump after some early tests suggested the drugs might curb coronavirus entering cells.  (AP Photo/Manish Swarup, File)

Es gebe keine Wissenschaftliche Belege, dass Hydroxychlorquin oder Chloroquin gegen das Coronavirus helfe. Bild: AP

Das Forschungsteam der Harvard Medical School wertete in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Kardiologie am Herzzentrum des Universitätsspitals Zürich die weltweite Beobachtungsstudie bei 96'000 Covid-19-Patienten in 671 Spitälern auf der ganzen Welt aus. Knapp 15'000 von ihnen waren mit einem der Malariamedikamente schon früh nach Ausbruch der Krankheit behandelt worden. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift «The Lancet» veröffentlicht.

In der Schweiz nehmen zur Zeit 17 Spitäler an einer weltweiten Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) teil, bei der unter anderem auch die Wirksamkeit von Hydroxychloroquin getestet wird. (abu/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Diese Persönlichkeiten haben uns 2020 schon verlassen

In Irland kommen die Medikamente per Drohne

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Heuchelei: Trump wurde mit medizinischer Methode behandelt, die er politisch bekämpft

US-Präsident Donald Trump ist des Lobes voll über die Therapien, die er gegen seine Infektion mit SARS-CoV-2 erhielt – er bezeichnete sie als «Wunder, die von Gott gesandt wurden». Das Problem dabei: Der Medikamenten-Cocktail, der dem erkrankten Präsidenten verabreicht wurde, enthielt Antikörper und Wirkstoffe, die mittels Zelllinien entwickelt wurden, die ursprünglich aus dem Gewebe von abgetriebenen Föten stammen.

Dies widerspricht der Politik der Trump-Regierung, die im Verbund mit …

Artikel lesen
Link zum Artikel