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IS-Kämpfer in Syrien (Archiv).
IS-Kämpfer in Syrien (Archiv).Bild: STRINGER/REUTERS
IS-Vormarsch

Rebellen rücken auf Militärflughafen in Westsyrien vor

29.07.2014, 16:3112.08.2014, 08:17

In der westsyrischen Provinz Hama sind Rebellen nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten auf einen wichtigen Flughafen der Regierungstruppen vorgerückt. Die Rebellen stünden inzwischen neun Kilometer vor dem Armeestützpunkt, teilte die in Grossbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag mit. Ziel sei, den Flughafen lahmzulegen.

Ein Rebellenführer in der Region sagte, der Stützpunkt sei von zentraler Bedeutung, weil die Streitkräfte von Staatschef Baschar al-Assad dort Fassbomben, also mit Sprengstoff gefüllte Ölfässer, herstellten. Zudem würden von dem Gelände aus Angriffe auf von Aufständischen gehaltene Gegenden in dem Bürgerkriegsland geflogen.

In der Region um den Flughafen hatten die Rebellen in den vergangenen Tagen Erfolge gegen die Armee verbuchen können. Der Bürgerkrieg in Syrien wütet bereits seit über drei Jahren und hat mehr als 170'000 Todesopfer gefordert. Ausgangspunkt waren Mitte März 2011 zunächst friedliche Proteste gegen Assad.

Wackeliges «Kalifat»

Auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) lieferte sich am Dienstag wieder heftige Kämpfe mit der Armee um die ölreiche Provinz Deir al-Sur im Nordosten Syriens. Die sunnitischen Fundamentalisten hatten kürzlich ein so genanntes Kalifat ausgerufen mit dem Iraker Abu Bakr al-Baghdadi als Nachfolger des Propheten Muhammad.

IS-Kämpfer in Mosul (Archiv).
IS-Kämpfer in Mosul (Archiv).Bild: STRINGER/REUTERS

Wie die oppositionsnahen Menschenrechtsbeobachter am Dienstag mitteilten, nahmen Soldaten mehrere Ortschaften im Umland der Stadt Deir al-Sur unter Beschuss. Sie stehen unter der Kontrolle der sunnitischen Fanatiker. Diese nahmen Militärstützpunkte unter Feuer. Auf Seiten der Armee habe es viele Tote gegeben, hiess es. Zahlen zu getöteten Fundamentalisten oder Zivilisten gab es zunächst nicht.

Der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte der Nachrichtenagentur DPA, die IS-Miliz verkaufe Rohöl aus einigen von ihr eroberten Ölfeldern - insbesondere dem wichtigen Al-Omar-Feld in Dei al-Sur - auf dem Schwarzmarkt. Dies geschehe mit Hilfe von Schmugglern aus der Türkei oder dem Irak. In den von ihr kontrollierten Gebieten verkauften die Kämpfer das Öl öffentlich. 

Der UNO-Sicherheitsrat hatte am Montag den Kauf syrischen oder irakischen Öls von der IS-Terrormiliz und von der Al-Kaida-nahen Al-Nusra-Front verurteilt. Alle Staaten seien aufgefordert, sicherzustellen, dass keiner ihrer Bürger mit diesen Gruppen Handel treibe, hiess es in einer Erklärung.

Auch Kämpfe im Irak

Auch im Irak kam es zu Kämpfen zwischen Dschihadisten und Soldaten. Dabei sowie bei zwei Bombenanschlägen starben nordöstlich der Hauptstadt Bagdad mindestens 37 Menschen. Wie die Polizei mitteilte, gehörten die meisten Opfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an.

Demnach kamen am Dienstag 20 IS-Kämpfer bei einem irakischen Luftschlag auf einen Fahrzeugkonvoi der sunnitischen Extremisten in der Region Bakuba ums Leben. Bei Gefechten zwischen Sicherheitskräften und radikalen Islamisten seien zehn weitere gestorben.

Drei Zivilisten wurden laut Sicherheitsbehörden bei der Explosion einer Sprengfalle bei Mikdadija nördlich von Bakuba in den Tod gerissen. Zwei weitere seien gestorben, weil Dschihadisten auf dem Markt eines nahe gelegenen Dorfes um sich geschossen hätten.

Ein Polizist sei ebenfalls einem Bombenanschlag zum Opfer gefallen. Ein kurdischer Peschmerga-Soldat kam den Angaben nach bei einem Mörserangriff der IS-Miliz ums Leben.

Der Irak steckt wegen des gewaltsamen Vorgehens des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki gegen die sunnitische Opposition in einer schweren politischen Krise. Die IS-Terrormiliz hat das ausgenutzt und vor sechs Wochen ihren Vormarsch auf Bagdad gestartet. (sda/afp/dpa) 

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