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Mehr Kämpfer als bisher angenommen

CIA geht von bis zu 31'500 IS-Kämpfern aus



Der US-Auslandsgeheimdienst CIA schätzt die Zahl der Dschihadisten im Irak und Syrien auf «20'000 bis 31'500» und damit deutlich höher als zuletzt angenommen. Der Geheimdienst war zuvor von mindestens 10'000 Kämpfern der Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) ausgegangen.

Die neue Einschätzung basiere auf Geheimdienstberichten aus der Zeit von Mai bis August, erklärte CIA-Sprecher Ryan Trapani am Donnerstag (Ortszeit). Seit der Ausrufung eines «Kalifats» Ende Juni durch den IS in den von ihm kontrollierten Gebieten und nach Bodengewinnen habe die Gruppe verstärkt Kämpfer rekrutiert, erklärte Trapani weiter. Zudem habe die Miliz zusätzliche Informationsquellen erschlossen.

Am Mittwochabend hatte US-Präsident Barack Obama eine Ausweitung der Luftangriffe gegen den IS auf Syrien angekündigt. Ferner würden die Bombardements von IS-Stellungen im Irak verstärkt. «Unser Ziel ist klar: Wir werden den IS schwächen und schliesslich zerstören», sagte Obama in einer Rede an die Nation.

Obamas Vier-Punkte-Plan sieht zunächst vor, mit einer «systematischen Kampagne von Luftangriffen» eine Bodenoffensive von irakischen Regierungstruppen und kurdischen Peschmerga-Kämpfern zu unterstützen. Überdies sollten weitere 475 Militärausbilder in das Land entsandt werden, aber keine Bodentruppen.

«Viele Zweifel»

Der US-Präsident machte deutlich, dass er «nicht zögern» werde, auch gegen IS-Stellungen in Syrien vorzugehen. Offen blieb, wann die Angriffe beginnen sollen. Ausserdem drängte Obama den US-Kongress, grünes Licht für die Ausbildung und Ausrüstung der gemässigten Aufständischem in Syrien zu geben.

Der Kongress wird frühestens in der kommenden Woche darüber abstimmen. Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, John Boehner, erklärte am Donnerstag zwar persönlich seine Unterstützung für Obamas Strategie. Unter seinen Parteifreunden herrschten aber noch «viele Zweifel», ob der Plan des Präsidenten «ausreichend» für eine Zerstörung der Terrormiliz sei. «Wir werden irgendwann nächste Woche entscheiden, wie wir weiter vorgehen», sagte Boehner.

Die Zeit drängt, weil Senat und Repräsentantenhaus nach derzeitiger Planung Ende kommender Woche in eine Sitzungspause bis nach die Kongresswahlen im November gehen.

Bei den Luftangriffen im Irak und in Syrien vertritt das Weisse Haus dagegen die Auffassung, dass Obama hierfür keine gesonderte Zustimmung des Kongresses benötigt.

Luftangriffe vom Irak aus

Wie das Verteidigungsministerium in Washington mitteilte, sollen US-Kampfjets bald auch aus der nordirakischen Stadt Erbil zu Luftangriffen gegen die Dschihadisten starten. Bislang flogen sie von Stützpunkten ausserhalb des Irak sowie von in der Region stationierten Flugzeugträgern zu ihren Einsätzen.

Die US-Luftwaffe hat sei dem 8. August nach Angaben des Pentagon mehr als 150 Einsätze im Irak geflogen. Dabei seien 212 Ziele zerstört worden, darunter gepanzerte Fahrzeuge und Artilleriegeschütze.

Frankreichs Präsident François Hollande reist am Freitag in den Irak, wo er unter anderem mit seinem irakischen Kollegen Fuad Masum über Möglichkeiten sprechen will, das Land aus der Krise zu führen. Neben der militärischen Hilfe im Kampf gegen die IS-Islamisten soll es auch um den Prozess zur Wiederherstellung der staatlichen Einheit des Irak gehen. Paris hat bereits angekündigt, sich - falls nötig - an den Luftangriffen gegen den IS im Irak zu beteiligen. (mbu/sda/afp/dpa)

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