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«Gender-Thematik führt zu weit» – Tom Stauffer ärgert sich vor Olympia

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Tom Stauffer im Gespräch mit Marco Odermatt.Bild: keystone

«Gender-Thematik führt hier zu weit» – Schweizer Ski-Trainer regt sich vor Olympia auf

Wer darf an die Olympischen Spiele reisen? Der Kampf um die Tickets ist im Lager des Schweizer Männer-Ski-Teams hart – doch mehr Plätze stehen trotz starker Leistungen nicht zur Verfügung.
19.01.2026, 09:4119.01.2026, 12:18

Die Schweiz ist die Nummer 1 im alpinen Skirennsport. Sie führt auch in diesem Winter die Nationenwertung an und darf das Maximum von 22 Athletinnen und Athleten für die Olympischen Spiele 2026 in Mailand-Cortina nominieren.

Der Haken: Pro Geschlecht dürfen es höchstens elf sein. Und darin liegt der Hund begraben. Denn die Schweizer Männer haben in den Speed-Disziplinen mehr Anwärter für ein Olympia-Ticket, als dass solche zur Verfügung stehen. Derweil haben die Schweizer Frauen in diesem Winter Mühe, können die verletzungsbedingten Ausfälle von Lara Gut-Behrami und Michelle Gisin nicht kompensieren. Zwölf Männer haben die Selektionskriterien bisher erfüllt, aber erst fünf Frauen.

«Das hat nichts mehr mit Spitzensport zu tun»

Noch bei den Olympischen Spielen 2018 hätte dies ein kleineres Problem dargestellt. Damals durften 24 Athleten nominiert werden und maximal 14 pro Geschlecht. Doch aus Gleichstellungs-Gründen hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) diese Regelung in der Zwischenzeit angepasst.

Für Tom Stauffer, den Cheftrainer des Schweizer Männer-Teams, ein Ärgernis. «Die Gender-Thematik führt hier zu weit und ist nicht zielführend», sagte er dem «Tages-Anzeiger». Es gehe zu sehr um Politik, so Stauffer. «Das hat nichts mehr mit Spitzensport zu tun.» Das IOC arbeitet seit einigen Jahren darauf hin, an Olympischen Spielen eine Geschlechterparität zu haben. In Paris 2024 war dies beinahe erreicht worden.

Der 57-jährige Stauffer und sein Team stehen vor der schwierigen Aufgabe, für Abfahrt und Super-G das jeweils «richtige» Quartett aufzustellen. Erfüllt haben die internen Anforderungen – entweder ein Mal in den Top 7 eines Weltcuprennens oder zwei Mal in den Top 15 – mehr Fahrer, als es Startplätze hat.

KEYPIX - Marco Odermatt of Switzerland and his staff react in the finish area during the men's Downhill race at the Alpine Skiing FIS Ski World Cup, in Wengen, Switzerland, Saturday, January 17,  ...
Odermatt überthront alle, aber in seinem Windschatten surft das ganze Schweizer Speed-Team auf einer Erfolgswelle.Bild: keystone

Trotz erfüllter Kriterien müssen Fahrer zuhause bleiben

In der Abfahrt sind Marco Odermatt und Weltmeister Franjo von Allmen gesetzt. Alexis Monney als Schweizer Nummer 3 müsste sein Ticket auch auf sicher haben, zumal er auf der Olympia-Piste in Bormio im vergangenen Winter im Weltcup gewonnen hat. Die Kriterien ebenfalls erfüllt haben Niels Hintermann, Alessio Miggiano und Marco Kohler.

Im Super-G ist nebst Odermatt wohl auch von Allmen gesetzt. Stefan Rogentin war in diesem Winter zwei Mal Siebter und drei Mal Achter – er ist ein Muster an Beständigkeit. Monney kann dafür einen zweiten Platz in diesem Winter vorweisen und war im Vorjahr in Bormio Dritter. Loïc Meillard wirft einen siebten Platz in die Waagschale und den Fakt, dass ihm der Hang in Bormio liegt.

Nach Kitzbühel wird abgerechnet

Im Riesenslalom dürfte das Quartett Odermatt, Meillard, Thomas Tumler und Luca Aerni gesetzt sein. Im Slalom haben Meillard, Tanguy Nef und am Sonntag in Wengen auch Matthias Iten die Selektionskriterien erfüllt. Dieses Trio dürfte nach Italien reisen, denn mit der Team-Kombination, die neu im Olympia-Programm ist und in der die Schweizer Männer an der WM 2025 einen Medaillen-Sweep feierten, haben sie dort eine zweite Medaillenchance.

Den Speed-Fahrern bleibt ein letztes Wochenende, um Werbung in eigener Sache zu betreiben. Am Freitag und Samstag stehen in Kitzbühel ein Super-G und die legendäre Hahnenkamm-Abfahrt auf dem Programm. Nach dem Slalom am Sonntag müssen die Entscheidungen gefällt sein, welche Fahrerinnen und Fahrer an die Olympischen Spiele 2026 in Mailand-Cortina reisen dürfen.

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