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Ärger nach Odermatt-Sieg am Lauberhorn wegen «falschem Wetterbericht»

Marco Odermatt of Switzerland in action as he takes the start during the men's Downhill race at the Alpine Skiing FIS Ski World Cup, in Wengen, Switzerland, Saturday, January 17, 2026. (KEYSTONE/ ...
Der Start erfolgte in der Lauberhorn-Abfahrt am Hundschopf.Bild: keystone

Ärger nach Lauberhornabfahrt: «Falscher Wetterbericht» führte zu verkürzter Strecke

17.01.2026, 18:2819.01.2026, 09:40

Normalerweise dauert die Lauberhornabfahrt fast zweieinhalb Minuten. Bei seinem Sieg am heutigen Samstag benötigte Marco Odermatt aber lediglich gut 93 Sekunden und damit 49 Sekunden weniger als im Vorjahr. Der Grund dafür: Der Start wurde oberhalb des Hundschopfs durchgeführt. Die Rennleitung fürchtete den Wind im oberen Streckenteil.

Dieser blieb aber wohl aus. «Ich bin verärgert!», schimpfte FIS-Renndirektor Markus Waldner nach Rennende gemäss «Blick», «und zwar, weil ich offensichtlich einen falschen Wetterbericht erhalten habe!» Der offizielle Wetterdienst des Veranstalters der Rennen in Wengen – die Firma von Jörg Kachelmann – sagte vorher, dass es im oberen Abschnitt den ganzen Tag winden werde. «Doch beim Rennstart um 12.30 Uhr war es oben windstill. Somit wäre ein Rennen vom Originalstart aus möglich gewesen», berichtet Waldner.

epa12638071 Markus Waldner, FIS Chief Race Director World Cup Men, speaks with staff and FIS personnel next to a member of the civil protection, during the preparation of the race slope near the finis ...
FIS-Renndirektor Markus Waldner war sauer.Bild: keystone

Head-Rennchef Rainer Salzgeber hatte seine Überraschung bereits vor dem Rennen geäussert. «Ich hatte während der Streckenbesichtigung nicht das Gefühl, dass man verkürzen muss. Ich habe keinen heftigen Wind gespürt.»

Doch weshalb wurde die Abfahrt am Lauberhorn dann verkürzt? «Fakt ist, dass es im oberen Streckenabschnitt bis eine Stunde vor dem Rennen stark gewindet hat», erklärte Christoph Leibundgut, der Medienverantwortliche der Lauberhornrennen. Deshalb hätten sich die Organisatoren vorzeitig für eine Heruntersetzung des Starts entschieden, um das Rennen zu sichern. Damit sollte ein faires Rennen möglich gemacht werden. «Wir haben hier lieber ein verkürztes Rennen, als einen Wettkampf vom Originalstart, in dem einer der Top-Favoriten vom Wind verweht würde», so Leibundgut, der die Meteorologen verteidigte: «Der Guggiföhn wird für sie immer total unberechenbar bleiben.»

Die Siegesfahrt von Marco Odermatt.Video: watson/elena maria müller

Deutliche Kritik für den Entscheid gibt es aber von Hans Knauss. Der 54-jährige Österreicher warnte beim Blick davor, «übervorsichtig» zu werden. «Der Wind ist beim Hundschopf kein grosses Problem, weil er gut geschützt ist. Und wenn ein Rennfahrer bei der Minschkante eine Böe erwischt, ist das auch nicht so gefährlich, weil man hier ja nicht wie beim Golden Eagle in Beaver Creek 50 bis 60 Meter weit fliegt», findet Knauss und poltert: «Eine Lauberhornabfahrt ohne den Sprung über den Hundschopf ist in meinen Augen keine richtige Lauberhornabfahrt.» (nih)

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Die Sieger der Lauberhorn-Abfahrt seit 1997
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Die Sieger der Lauberhorn-Abfahrt seit 1997

2026: Marco Odermatt (Schweiz).

quelle: keystone / peter schneider
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Video: watson
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15 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Kei Luscht
17.01.2026 18:55registriert Dezember 2015
Ein Stück weit verstehe ich die Aufregung. Aber ich finde, dass es gefährlich wird, wenn Spektakel über alles gestellt wird. Der Bünzli in mir ist der Meinung, dass man besser einmal zu viel vorsichtig ist, anstatt die Gesundheit der Athleten zu gefährden. War ja auch so ein tolles Rennen.
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Amboss
17.01.2026 20:09registriert April 2014
Mein Gott, es ist eine Outdoor-Sportart in den Bergen. Igendwann muss jemand entscheiden und das haben die Verantwortlichen gemacht.

Das Ergebnis: Ein von A bis Z faires, tolles Rennen. Was will man mehr?

Seid doch mal zufrieden!
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Mr. Proper
17.01.2026 18:44registriert Dezember 2021
Wäre vielleicht gut mehr als nur einem Wetterbericht zu vertrauen.
Die Entscheidung ist gefallen und es war ein erfolgreiches Rennen.

Im umgekehrten Fall wird dann auch der Schuldige gesucht wenn etwas passiert.
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