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Islamischer Staat (IS)
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Kampf um Kobane

Nach erneuter IS-Offensive: Atempause für die Kurden – USA rechnen mit weiterem Vormarsch

Nach dem gestrigen IS-Vormarsch sollen die kurdischen Verteidiger Kobanes die Dschihadisten heute wieder aus grossen Teilen der Stadt vertrieben und ihnen grosse Verluste zugefügt haben. Doch der IS soll bereits wieder eine Offensive planen.



Plötzlich gab es einen Hoffnungsschimmer: Der Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der eingekesselten syrisch-kurdischen Stadt Kobane sei gebremst, hiess es. Die Dschihadisten seien an den Stadtrand zurückgedrängt. Doch lange währte die Hoffnung nicht.

Die Lage wird immer dramatischer. Augenzeugen berichteten am Mittwoch von heftigen Gefechten im strategisch wichtigen Grenzort. Nachdem Luftschläge der internationalen Koalition und kurdische Kämpfer die Dschihadisten zunächst gebremst hatten, gingen die IS-Milizen zu einer Gegenoffensive über.

Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur DPA in Suruc berichtete von heftigen Gefechten in Kobane (arabisch: Ain al-Arab), die auf der türkischen Seite der Grenze zu hören seien. Verwundete kurdische Kämpfer würden aus Kobane in türkische Spitäler gebracht.

«Die Situation ist schlechter, als die Menschen denken», sagte ein Kämpfer der Volksschutzeinheiten, der aus Kobane über die Grenze kam. «Viele sind ernsthaft verletzt und noch immer drinnen (in Kobane). Es war nicht möglich, sie raus zu bringen. IS ist sogar noch näher gekommen.»

IS mit grossangelegtem Angriff

Ein kurdischer Aktivist sagte der DPA am Telefon, die Kämpfe konzentrierten sich auf den Osten der Stadt. «IS-Kämpfer haben eine gross angelegte Offensive begonnen, um den gesamten Bezirk Kani Araban unter ihre Kontrolle zu bringen», sagte er.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die kurdische Nachrichtenseite Welati hatten zuvor gemeldet, kurdische Kämpfer hätten mit Hilfe von US-Luftangriffen den Vormarsch der Dschihadisten gebremst und sie an den östlichen Stadtrand gezwungen. Die USA flogen nach eigenen Angaben mit ihren Verbündeten am Dienstag und Mittwoch sechs Angriffe auf den IS in Kobani.

Lesen Sie die aktuellsten Meldungen des Tages im Ticker.

Liveticker: IS-Vormarsch Kobane

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WStern
22:26
Europaweite Solidarität mit den Kurden
In diversen Städten Europa sind Menschen gegen den Vormarsch der klerikalfaschistoiden IS-Schergen auf die Strasse gegangen – Kurden vornehmlich, aber auch Frauengruppen und Linke. In der Türkei gingen die Sicherheitskräfte erneut hart gegen die Protestler vor ...

... etwa in Istanbul ...
Turkish riot policemen clash with Kurdish protestors in Istanbul, on October 8, 2014. Turkey's main pro-Kurdish party, the People's Democratic Party (HDP), late Monday called for street protests "against IS attacks and the AKP's stance on Kobane". At least 21 people were killed, 8 of the deaths came in Turkey's main Kurdish city of Diyarbakir where the most intense rioting took place overnight. AFP PHOTO/OZAN KOSE
... in Ankara:
Turkish riot police detain a protester as they use tear gas to disperse demonstrators protesting against the attacks launched by Islamic State insurgents targeting the Syrian town of Ain al-Arab, known as Kobane by the Kurds, and the lack of action by their government. Turkey's military on October 8 imposed a curfew in parts of the southeast after at least 19 people were killed in pro-Kurdish protests over the government's failure to act against jihadists attacking the Syrian border city of Kobane. AFP PHOTO/ADEM ALTAN
... oder in der Südostmetropole Diyarbakir:
Kurdish protesters throw stones as they clash with riot police (foreground) in Diyarbakir October 8, 2014. At least 12 people died on Tuesday during violent clashes across Turkey, local media reported, as the fate of the besieged Syrian border town of Kobani stirred up decades of tensions with Turkey's Kurdish minority. Violence erupted in Turkish towns and cities mainly in the Kurdish southeastern provinces, as protesters took to the streets to demand the government do more to protect Kobani, a predominantly Kurdish settlement which has been surrounded by Islamic State fighters for three weeks. REUTERS/Sertac Kayar REUTERS/Sertac Kayar (TURKEY - Tags: POLITICS CIVIL UNREST)
Demonstration aber auch in Athen ...
epa04437518 Kurds who live in Greece burn portraits of Turkish President Recep Tayyip Erdogan as they demonstrate in support of Kurdish fighters in Kobane, Syria, outside the University of Athens, Greece, 08 October 2014. Kurdish protesters claim that Turkish government turns a blind eye to the genocide committed by ISIS. Fighters from Islamic State (IS) militant group were pushing on 8 October 2014 for control of the eastern districts of Kobane, Syria, as a stream of gravely injured Kurdish defenders were brought across the Turkish border for treatment. Kurdish protesters claim that Turkish government turnsa blind eye to the genocide committed by ISIS.  EPA/ORESTIS PANAGIOTOU
... London ...
epa04437330 Kurdish supporters demonstrate in support of Kurdish fighters in Kobane, Syria, outside the British Houses of Parliament in central London, England, 08 October 2014. Fighters from Islamic State (IS) militant group were pushing on 09 October 2014 for control of the eastern districts of Kobane, Syria, as a stream of gravely injured Kurdish defenders were brought across the Turkish border for treatment.  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA
... oder der Hansenstadt Hamburg:
HAMBURG, GERMANY - OCTOBER 08:  Kurdish protesters shout slogans during a rally against IS terror on October 8, 2014 in Hamburg, Germany. Hamburg was shaken by violence during the last two nights, members of the Kurdish community and Salafists were using machetes and knifes to threaten each other.  (Photo by Alexander Koerner/Getty Images)
21:54
Leichte Atempause für die Kurden
Im Osten der umkämpften Stadt Kobane haben die IS-Schergen am Abend erneut angegriffen, um verlorene Strassenzüge zurückzuerobern - und dabei leichte Geländegewinne erzielt. Aus Rakka seien ihnen Kämpfer und Panzerfahrzeuge zu Hilfe gekommen. Die erbitterten Häuserkämpfe mit den zahlenmässig und ausrüstungstechnisch unterlegenen Kurdenkämpfern hätten gegen Abend hin aber nachgelassen. (sda/tat)
21:46
IS-Selbstmordattentäter und der Propaganda-Krieg
Wie bereits früher am heutigen Tage berichtet, haben die IS-Schergen erstmals einen Selbstmordattentäter in der Stadt Kobane eingesetzt. Die Dschihadisten teilten mit, der Mann sei mit einem sprengstoffbeladenen Fahrzeug in einen YPG-Stützpunkt gerast und habe viele Kurden getötet. Die Gegenseite behauptet, der Sprengsatz sei detoniert, bevor der Attentäter sein Ziel erreichte. Kurzum: Der Propagandakrieg tobt.

Mit Einbruch der Dunkelheit rückten die IS-Kämpfer wieder weiter vor. Ihr Vorteil: Sie besitzen Nachtsichtgeräte, die Kurden nicht. (spon/tat)
21:35
USA rechnen mit weiterem IS-Vormarsch
US-Aussenminister John Kerry sagte es in knallhartem Kalkül: «So schrecklich es ist, in Echtzeit zu verfolgen, was in Kobane passiert; Sie müssen einen Schritt zurücktreten und die strategischen Ziele verstehen». So wird Kerry nach einem Treffen mit seinem britischen Amtskollegen Philipp Hammond in Washington zitiert.

Während in der eingeschlossenen Stadt an der syrisch-türkischen Grenze noch immer Hunderte kurdische Kämpfer gegen die Milizionäre des "Islamischen Staats" kämpfen, spielt Kerry die strategische Bedeutung der Stadt herunter. «Ungeachtet der Krise in Kobane: Die ursprünglichen Ziele unserer Mission waren die Kommandozentralen und die Infrastruktur», sagte der US-Außenamtschef. «Wie versuchen, den 'Islamischen Staat' insgesamt zu schwächen, nicht nur in Kobane, sondern überall in Syrien und dem Irak.» (spon/tat)
20:50
Die «Celle der Gewalt»
In der niedersächsischen Stadt Celle ist es in diesen Tagen bereits mehrfach zu Ausschreitungen zwischen Salafisten und Jesiden gekommen. Die Kollegen von Spiegel Online mit einer lesenswerten Geschichte über die dortigen Verhältnisse. (tat)
17:30
IS startet offenbar Gegenoffensive in Kobane
Zunächst hiess es, der Vormarsch der IS sei gebremst. Nun berichtet ein Korrespondent der Nachrichtenagentur spa in Suruc von heftigen Gefechten, die auf der türkischen Seite der Grenze zu hören seien. Verwundete kurdische Kämpfer würden aus Kobane in türkische Spitäler gebracht. Ein kurdischer Aktivist sagte, die Kämpfe konzentrierten sich auf den Osten der Stadt. «IS-Kämpfer haben eine gross angelegte Offensive begonnen, um den gesamten Bezirk Kani Araban unter ihre Kontrolle zu bringen», sagte er.
16:50
Luftangriffe von US-Streitkräften
Die US-Streitkräfte bestätigen Luftangriffe auf die IS-Stellungen rund um den Mistenur-Hügel. Offenbar sind bei den Anschlägen Transportpanzer und Artilleriegeschütze der IS zerstört worden.

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16:03
YPG-Chef in Kobane
Der Journalistin Jenan Moussa ist es gelungen, mit dem Führer der Verteidigungskräfte in Kobane zu sprechen. «Die Luftschläge der Koalition haben uns geholfen, den Vormarsch der IS aufzuhalten. Aber wir benötigen mehr Luftunterstützung, um die IS-Welle ganz zurückzuwerfen».

Interessanterweise gab es zwischen den Verteidigern am Boden und der US-Army keine direkte Koordination bezüglich der Luftschläge.
14:55
USA bestätigt Luftschläge
Brett McGurk, Stellvertretender Assistent im Staatssekretariat für Nahöstliche Angelegenheiten, bestätigt sechs Luftschläge auf Stellungen der IS in und um Kobane. Neben den USA haben auch die Vereinigten Arabischen Emirate Angriffe geflogen.

14:51
IS-Flagge weht immer noch in Kobane
Die Flagge der Dschihadisten flattert noch immer im Wind. Paul Adams, BBC-Journalist an der syrisch-türkischen Grenze, hat eine zuvor getätigte, gegenteilige Aussage zurückgenommen: «Ich nehme es zurück. Es sind noch immer zwei Flaggen. »
14:41
Pausenloses Bombardement
Die Internationale Koalition fliegt auch am Nachmittag Luftangriffe auf die umkämpfte Stadt. Im Osten der Stadt ist es anscheinend ruhig. Dies berichtet Memet Aksakal.
13:45
IS bis vor die Tore Kobanes zurückgedrängt
Im nordsyrischen Kobani haben die US-Luftangriffe nach kurdischen Angaben die IS-Extremisten an den Stadtrand zurückgedrängt. «Sie sind nun vor den Toren der Stadt Kobani», sagte der stellvertretende Aussenminister des gleichnamigen Bezirks, Idris Nassan, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. «Das ist ihr grösster Rückzug seit sie in die Stadt eingedrungen sind», sagte Nassan. «Wir können davon ausgehen, dass das der Beginn ihres Rückzuges aus der Region ist.» (sda)
13:36
Luftangriffe oder Autobomben?
Täglich werden Bilder von Luftschlägen in den sozialen Medien publiziert. Ob die jeweiligen Explosionen tatsächlich von Luftangriffen – sprich Bomben, Raketen, Drohnen oder Ähnlichem – oder aber von Autobomben (sogenannten VBIED) stammen, ist nicht in jedem Fall eindeutig zu klären. Dieser Twitter stellt einem im Grenzgebiet anwesenden Journalisten genau diese Frage. Eine eindeutige Antwort erhält er nicht.




13:09
Explosionen erschüttern Kobane
Memet Aksakal, ein sogenannter Fixer, meldet erneut Raketeneinschläge innerhalb Kobanis. Die grösste Explosion liess die Erde auch im türkischen Grenzgebiet heftig erschüttern.
12:20
Karte zur Lage in Kobane
Wieso schicken die kurdischen Milizen keine Verstärkung durch Syrien? Jenan Moussa erklärt: Kobane ist von drei Seiten eingekreist, der einzige Korridor verläuft in Richtung türkische Grenze.

karte is
12:13
Lageeinschätzung zu Kobane
Jenan Moussa, Korrespondentin des in Dubai ansässigen Arabic Al Aan TV, mit einer kurzen Einschätzung zur Lage in Kobane. Sie relativiert insbesondere den weitverbreiteten Glauben, die Kurden in Kobane drängten auf einen Einmarsch der türkischen Armee. Laut Moussa wollen die syrischen Kurden in erster Linie, dass die Türkei die Grenzen öffnet für Hilfs- und Waffenlieferungen und dass kurdische Kämpfer ungehindert die Grenze überqueren können. In diesem Zusammenang sei auch noch einmal auf die Analyse unseres Polit-Redaktors Petar Marjanovic hingewiesen. Sie finden den Artikel hier.

12:02
Fluchtkorridor immer noch offen
Zwischen der belagerten Stadt und der türkischen Grenze existiert nach wie vor eine Fluchtroute. Im Norden der Stadt führt ein Weg zur türkischen Grenze, die allem Anschein nach im Moment für Flüchtlinge offensteht. Dies berichtet BBC-Journalist Paul Adams.
11:54
Häuserkämpfe in Kobane
Der IS gibt sich nicht so leicht geschlagen. Mit leichten Waffen und Granaten wird um jeden Strassenzug erbittert gekämpft. Die Flagge des IS weht laut BBC-Journalist Paul Adams nach wie vor.

11:50
NATO-Generalsekretär reist zu Gesprächen nach Ankara
Der neue NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg wird am Donnerstag zu Gesprächen über den Kampf gegen die Terrormiliz IS in der Türkei erwartet. Der frühere norwegische Ministerpräsident wird in Ankara unter anderen den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan treffen.

Sollte die Terrormiliz IS von der Grenzstadt Kobane in Richtung Türkei vorrücken, könnte Ankara den Bündnisfall ausrufen, der NATO-Partner zur Verteidigung der Türkei verpflichten würde. Wenn die Türkei bedroht werde, gebe es auch die Möglichkeit, Truppen zu entsenden, hatte Stoltenberg bereits vor einigen Tagen auf Fragen nach einem möglichen NATO-Einsatz in Syrien gesagt. (sda)
Incoming NATO Secretary General Jens Stoltenberg addresses a first media conference at NATO headquarters in Brussels on Wednesday, Oct. 1, 2014. Former two-term Norwegian Prime Minister Jens Stoltenberg started work Wednesday as NATO's secretary-general, the 13th in the trans-Atlantic organization's 65-year existence. (AP Photo/Virginia Mayo)
Generalsekretär Jens Stoltenberg während einer Pressekonferenz im NATO-Hauptquartier in Brüssel (Bild: 1. Oktober 2014).
11:47
Syrische Kurden bitten um schwere Waffen
Die syrischen Kurden baten die internationale Gemeinschaft eindringlich um schwere Waffen zur Verteidigung der Stadt. «Jeder sagt »wir stehen Euch bei"«, sagte der Ko-Präsident der syrischen Kurden-Partei PYD, Salih Muslim, der türkischen Zeitung »Hürriyet Daily News. Kein Land unternehme dafür aber konkrete Schritte. «Wir wollen panzerbrechende Waffen.»

Muslim forderte von der Türkei zudem einen Korridor für Kämpfer der Volksschutzeinheiten (PYG), die in Enklaven östlich und westlich der vom IS umstellten Stadt Kobane einsatzbereit seien. (sda)
Members of the Kurdish People's Protection Units (YPG) facilitate displaced people from the minority Yazidi sect, who are fleeing violence from forces loyal to the Islamic State in Sinjar town, as they make their way towards the Syrian border, on the outskirts of Sinjar mountain, near the Syrian border town of Elierbeh of Al-Hasakah Governorate, in this August 10, 2014 file photo. In Iraq, Kurds are one of the main Western allies against Islamic State. But in Syria, where Kurdish militia have carved out a swathe of northern territory and repeatedly battled against Islamic State during a three-and-a-half year civil war, Kurds have yet to win the West's acceptance as partners. The main Kurdish political party in Syria, the PYD, and its armed wing, the YPG, say they are obvious allies for Western states as the only force with a proven track record of combating Islamic State there. The Kurds are dismissive of the moderate Syrian opposition that has been backed by the West but outgunned by Islamist groups. But the West has so far kept Syria's Kurds at arm's length. NATO member Turkey has concerns over the PYD's historic links to the separatist PKK that fought for Kurdish rights on the Turkish side of the border. And pro-Western Syrian opposition groups accuse the PYD of having cooperated with Assad's government to take control of territory in 2012, which the Kurds deny. To match story SYRIA-CRISIS/KURDS       REUTERS/Rodi Said/Files (IRAQ - Tags: POLITICS CIVIL UNREST CONFLICT MILITARY)
Die Bewaffnung der YPG in Kobane besteht grösstenteils aus leichten Feuerwaffen – im Bild: kurdische Kämpfer mit AK-47.
11:42
Kurdische Gegenoffensive
Die kurdische Nachrichtenseite Welati vermeldete am Mittwoch, dass internationale Luftschläge sowie die kurdische Gegenwehr die sunnitischen IS-Extremisten zum Rückzug an den östlichen Stadtrand gezwungen hätten. Ein Sprecher der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) sprach auf dpa-Anfrage von einer «Gegenoffensive» der Kurden. (sda)
11:32
Fünf Luftschläge heute Morgen
Reporter berichten von mehreren Luftschlägen auf IS-Stellungen in und um Kobane heute Morgen. Der Rückzug der Dschihadisten ist laut Beobachtern zu grossen Teilen auf die anhaltenden Luftangriffe zurückzuführen. Das amerikanische Zentralkommando in der Region, das Centcom, hat noch keine Zahlen zu den Angriffen in den letzten Tagen publiziert. Verschiedene Quellen sprechen jedoch übereinstimmend von fünf Angriffen. Erstmals wurde auch der strategisch wichtige Hügel von Mischtanur, von dem aus IS-Milizen Kobane unter Beschuss nahmen, bombardiert.

11:07
Immer noch Zivilisten in Kobane
Die syrische Kurden-Miliz YPG lässt in einer Medienmitteilung verlautbaren, dass sich noch immer mehr als 1000 Zivilisten in der Stadt aufhalten. «Trotz all den barbarischen Attacken der IS-Söldner befinden sich noch immer Tausende von Zivilisten in Kobane.» Und weiter: «Wir, die YPG und die YPJ (der weibliche Arm der Miliz) werden die Zivilisten mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften und um jeden Preis verteidigen.»
11:01
Szenen von Kämpfen in Kobane
In den sozialen Medien kursieren seit Beginn der Belagerung in Kobane Videos von angeblichen Kampfhandlungen. Welche dieser Videos echt sind und welche nicht, kann kaum je zur Gänze verifiziert werden. Vom untenstehenden Video wird behauptet, dass es in Kobane gedreht worden ist. Laut Charles Lister, Charles Lister, Mitarbeiter am renommierten Think-Tank Brookings Doha Center, stammen die Aufnahmen aber aus Aleppo.
Das Video erhält Szenen von Strassenkämpfen, es sind jedoch weder Leichen noch Verwundungen zu sehen, auch fliesst kein Blut.

10:48
Lage in Kobane unübersichtlich
Über die Stellungen der IS in Kobane kursieren verschiedene Gerüchte. Klar ist nur, dass sich die Dschihadisten aus Teilen der Stadt zurückgezogen haben. Es scheint, dass die Luftangriffe nun Früchte tragen.

10:28
Türkische Polizei verhaftet 200 Personen
Türkische Sicherheitskräfte haben nach Angaben des Schweizer Journalisten Kurt Pelda über 200 Personen aus Kobane verhaftet. Darunter befinden sich auch der Übersetzer sowie der «Fixer» Peldas. Den Verhafteten wird vorgeworfen, die kurdische Miliz YPG zu unterstützen.
10:26
IS erleidet grosse Verluste
Es scheint, als hätte sich das Blatt in Kobane gewendet: laut verschiedenen Meldungen ist es den kurdischen Kämpfern gelungen, den IS aus Teilen der Stadt zu vertreiben.

10:17
IS-Milizen ziehen sich aus Teilen von Kobane zurück
Die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) hat sich aus Teilen der umkämpften nordsyrischen Stadt Kobane zurückgezogen. Infolge der internationalen Luftangriffe hätten die IS-Kämpfer Viertel im Osten und am Südwestrand der Stadt verlassen, seien aber weiterhin in der Stadt, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman.

Er begründete den Rückzug mit Luftangriffen auf ihre Stellungen vor Kobane, bei denen mindestens vier Fahrzeuge beschädigt worden seien.

Der kurdische Aktivist und Journalist Mustapha Ebdi berichtete am Mittwoch bei Facebook, die Strassen des Maktala-Viertels im Südosten Kobanes seien «voller Leichen» von IS-Kämpfern. Er warnte, die humanitäre Lage für die hunderten in der Stadt verbliebenen Zivilisten sei sehr schwierig. (sda)
10:01
Freiwillige Amerikaner kämpfen auf Seite der Kurden
Während die US-Regierung im Kampf gegen den IS weiterhin auf Luftschläge setzt, mehrt sich die Zahl derjenigen Amerikaner, die sich auf eigene Faust den Dschihadisten entgegenstellen. Nachdem bereits seit längerem bekannt war, dass der 28-jährige Amerikaner Jordan Matson auf Seiten der kurdischen YPG-Miliz kämpft, ist nun ein weiteres Video aufgetaucht, das einen freiwilligen Amerikaner in den Reihen der YPG zeigt. Über die Zahl der US-Amerikaner, die sich den kurdischen Milizen angeschlossen haben, ist nichts bekannt. Bei den meisten dürfte es sich um ehemalige Soldaten handeln.
US-Fighter Jordan Matson
Jordan Matson, Bild: Facebook

Quelle Video: youtube
08:53
Zahl der Toten bei Protesten steigt
Bei den Protesten von Kurden in der Türkei gegen Ankaras Syrien-Politik hat sich die Opferzahl auf 14 erhöht. Allein in der südöstlichen Grossstadt Diyarbakir seien acht Demonstranten getötet worden, berichtete die Zeitung «Hürriyet» am Mittwoch.

In der Kurdenmetropole gab es Zusammenstösse mit der Polizei, aber auch mit Anhängern der islamistischen Partei Huda-Par. Ein Vertreter der Sicherheitskräfte bestätigte die Medienberichte zur Opferzahl. Zuvor war von zwölf Toten die Rede gewesen.

Die Demonstranten werfen Ankara vor, dem drohenden Fall der nordsyrischen Kurdenstadt Kobane an die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) tatenlos zuzusehen.
08:30
Türkei bietet mehr Polizisten auf
Die Türkei soll gemäss dem türkischen Journalisten Ilhan Tanir alle verfügbaren Polizeikräfte aufgeboten haben. Damit reagieren die Behörden auf die Eskalation der Proteste gegen die türkische Strategie im Syrien-Konflikt.
08:12
Kanada will sich an Luftangriffen beteiligen
Das kanadische Parlament hat den Plan der Regierung um Premierminister Stephen Harper gutgeheissen, Kampfjets gegen den IS zu entsenden. Die zunächst auf sechs Monate befristete Mission umfasst die Abstellung von 600 Soldaten, sechs Kampfjets vom Typ F-18, sowie weiteren Militärflugzeugen. Den Einsatz von Bodentruppen hat Harper ausgeschlossen.
This October 4, 2014 US Navy handout image shows two US Navy F-18E Super Hornets supporting operations against IS, after being refueled by a KC-135 Statotanker over Iraq after conducting an airstrike.  The US military unleashed a wave of air strikes against Islamic State jihadists in Syria and Iraq this weekend, destroying tanks, armored vehicles and mortar teams, a statement said October 5. AFP PHOTO / HANDOUT / US AIR FORCE / Staff Sgt. Shawn Nickel    RELEASED         == RESTRICTED TO EDITORIAL USE / MANDATORY CREDIT: "AFP PHOTO / HANDOUT / US Air Force / Staff Sgt. Shawn Nickel  "/ NO MARKETING / NO ADVERTISING CAMPAIGNS / NO A LA CARTE SALES / DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS ==
FA-18-Hornet Kampflugzeuge
6:45
UNO appeliert an die Welt: «Wir müssen jetzt handeln»
United Nations Italian envoy on the Syrian crisis, Staffan de Mistura, leaves his hotel for a meeting on September 10, 2014 in Damascus. De Mistura, on his first Damascus visit as the new UN envoy on the Syrian conflict, is to hold talks with President Bashar al-Assad tomorrow, a newspaper close to the regime said.  AFP PHOTO / LOUAI BESHARA
Der UNO-Syrienvermittler Staffan de Mistura (Bild) ruft die Weltgemeinschaft zur Hilfe bei der Verteidigung Kobanes auf. «Wir alle werden es zutiefst bereuen, wenn der IS in der Lage ist, eine Stadt zu übernehmen, die sich selbst mit so viel Tapferkeit verteidigt hat, das aber bald nicht mehr kann. Wir müssen jetzt handeln», sagte de Mistura laut einer UNO-Mitteilung in Genf.

Die kurdischen Kämpfer würden sich mit grossem Mut selbst verteidigen, jedoch seien die Terroristen weitaus besser ausgerüstet. Die Kurden kämpften mit normalen Waffen, während die IS-Angreifer Panzer und Granatwerfer hätten, argumentiert de Mistura.
6:39
Karikaturen
So stellen Karikaturisten die Situation in Kobane dar:



6:28
Bild eines Luftangriffs
Dieses Bild zeigt einen der Luftschläge in Kobane:
epa04436005 A picture taken from Turkey shows smoke rising after an apparent airstrike by allied forces against Islamic State targets in the east of the Syrian city of Kobane, near Suruc district, Sanliurfa, Turkey, 07 October 2014. The Syrian Kurdish city of Kobane is 'about to fall,' said Turkish President Recep Tayyip Erdogan as he criticized US allied bombing of Islamic State militants surrounding the city for being insufficient.  EPA/SEDAT SUNA
3:35
Verletzte bei Protesten in Deutschland
Auch in Deutschland sind Kurdenproteste eskaliert: Bei Ausschreitungen in Hamburg und Celle sind mehrere Menschen verletzt worden. Der Lagedienst der Hamburger Polizei bestätigte mehrere Verletzte nach einer Kundgebung mit 500 Kurden am Dienstagabend in Hamburg: Es habe Auseinandersetzungen zwischen Kurden und einer «muslimischen Gruppierung» gegeben.




Nach Berichten des Onlinemagazins «Hamburg Mittendrin» auf Twitter hatten sich die ersten Konflikte zwischen den verfeindeten Parteien am Hamburger Hauptbahnhof entladen. Bei «heftigen Zusammenstössen» zwischen Kurden und Polizisten seien Flaschen und Steine geflogen, sagte Reporterin Isabella David. Zudem habe es bewaffnete Zwischenfälle zwischen mehreren Gruppen gegeben - unter anderem sollen dabei Messer und Schlagringe im Einsatz gewesen sein.

Außerdem bestätigte ein Sprecher der Polizeidirektion Lüneburg Medienberichte von Konfrontationen in der niedersächsischen Stadt Celle mit mehreren Verletzten. Die Cellesche Zeitung berichtete auf ihrer Internetseite von erneuten schweren Auseinandersetzungen zwischen kurdischen Jesiden, tschetschenischen Muslimen und der Polizei. Bereits am Montagabend hatte es eine Massenschlägerei im Ortsteil Neuenhäusen gegeben.

(via Spiegel Online)
0:32
Zwölf Tote bei Protesten in der Türkei
Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Kurden und der Polizei in der Türkei sind nach unterschiedlichen Medienberichten bis zu zwölf Menschen getötet worden. Vor allem im Südwesten der Türkei kam es zu Solidaritätskundgebungen das von der IS bedrohte Kobane. Tausende Demonstranten verlangten von der Regierung in Ankara, mehr zum Schutz Kobanes zu unternehmen.

In zahlreichen Städten kam es zu Zusammenstössen mit der Polizei. In der südöstlichen Grossstadt Diyarbakir (Bild) wurden zwei Menschen getötet und zehn weitere bei einem Schusswechsel zwischen Demonstranten und islamistischen Gruppen verletzt. Ein Polizeifahrzeug, weitere Autos, Geschäfte und Regierungsgebäude wurden in Brand gesteckt oder anderweitig beschädigt. In den kurdischen Provinzen Diyarbakir, Mardin, Siirt und Van wurde eine Ausgangssperre verhängt.
Kurdish protestors clash with Turkish riot policemen in the southeastern city of Diyarbakir on October 7, 2014. Fresh air strikes by the US-led coalition hit positions held by Islamic State jihadists in the southwest of the key Syrian border town of Ain al-Arab (Kobane), according to an AFP journalist just across the border in Turkey. The strikes came a day after the extremists pushed into Kobane, seizing three districts in the city's east after fierce street battles with its Kurdish defenders. AFP PHOTO / ILYAS AKENGIN
22:15
Kurdenproteste in ganz Europa
Auch europaweit protestierten Kurden am Montag und am Dienstag wegen der Lage in Kobane. In Brüssel drangen einige Dutzend Demonstranten in das Europaparlament ein und liessen sich zu einem Sit-in nieder. Parlamentspräsident Martin Schulz zeigte sich bereit, eine Delegation der Kurden zu empfangen. Auch einige Abgeordnete sprachen mit ihnen.

In vielen Städten Deutschlands kamen seit Montagabend teils mehrere hundert Menschen zu Spontandemonstrationen zusammen, um ihre Unterstützung für die in Kobane eingeschlossenen Menschen zu bekunden. Ihrer Meinung nach verzichtet Deutschland bislang aus Rücksicht auf die Türkei darauf, den Kurden dort zu helfen.

Im niederländischen Den Haag drangen am Montagabend etwa hundert kurdische Demonstranten in die Lobby des Parlaments ein. Auch am Flughafen der belgischen Hauptstadt Brüssel, am Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle und vor dem österreichischen Parlament in Wien gab es Solidaritätsaktionen.
22:00
Kurdische Demonstranten demonstrieren in der Schweiz gegen den IS
Angesichts des dramatischen Kampfes ihrer Landsleute gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak haben Kurden in verschiedenen europäischen Städten bei Protestaktionen mehr Unterstützung eingefordert. Auch in der Schweiz kam es zu Demonstrationen.

So versuchte in Genf eine Gruppe kurdischer Aktivisten auf das Gelände des Palais des Nations vorzudringen. Den Sicherheitsbeamten gelang es, sie daran zu hindern, in den europäischen UNO-Sitz einzudringen. Auf dem Platz der Nationen entfalteten dutzende Kurden Transparente, um gegen den Vormarsch der Dschihadisten in Kobane zu protestieren. Die herbeigerufene Genfer Polizei hielt sie in Schach.

In Zürich nahmen rund 300 Kurden und Sympathisanten an einer Anti-IS-Aktion teil. Mit einem Protestzug vor das türkische Konsulat protestierten sie gegen die fehlende Hilfe der Türkei an die vom IS belagerte Stadt an der Grenze.



Auch in Bern zogen am früheren Dienstagabend schätzungsweise 300 Kurden durch die Innenstadt.



Bereits am Vorabend hatten in Basel Demonstranten gegen die vorrückenden Dschihadisten protestiert. Für kurze Zeit legte die Aktion den Tramverkehr auf dem Marktplatz lahm. Die Aktionen verliefen friedlich.
20:06
Ein Toter bei Kurdenprotesten
Bei Protesten gegen die drohende Eroberung der syrischen Kurdenstadt Kobane durch die IS-Miliz ist auf der anderen Seite der Grenze in der Türkei offenbar ein Demonstrant tödlich verletzt worden, wie Spiegel Online schreibt. Türkische Polizeieinheiten lieferten sich am Dienstag in der Stadt Mus Strassenschlachten mit prokurdischen Demonstranten, die der Regierung in Ankara Tatenlosigkeit vorwarfen. Laut dem Fernsehsender NTV wurde dabei einer der Protestierenden von einer auf die Menge abgefeuerten Tränengaskartusche am Kopf getroffen und tödlich verletzt. Laut der Zeitung «Hürriyet» starb er durch eine Schussverletzung. Das Alter des Getöteten wurde in Medienberichten einheitlich mit 25 Jahren angegeben. Außerdem sei ein weiterer Demonstrant schwer verletzt worden, hiess es.
19:17
Verwirrung in US-Kommandostelle
Heisst es nun Ain al-Arab oder Kobane? Eigentlich handelt es sich ja um die selbe Stadt. Das eine ist der arabische Namen, Kobane der kurdische. Für die Presseabteilung der US-Kommandostelle im Nahen Osten, dem «U.S. Central Command», war die Konfusion mit den unterschiedlichen Namen offensichtlich zu gross, wie Spiegel Online schreibt: In einer Tabelle über die Luftschläge in Irak und Syrien, die über einen Twitter-Kanal des «Atlantic Media»-Konzerns veröffentlicht wurde, tauchen beide Schreibweisen auf. Damit gemeint waren zwei unterschiedliche Städte. Acht Luftschläge wurden demnach auf Kobane verübt, vier auf Ain al-Arab. Diese Verwechslung garantierte natürlich Hohn und Spott in den sozialen Netzwerken.
18:29
IS kontrolliert auf Stadtgebiet vorgedrungen
Der Leiter der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, sagte, die IS-Kämpfer seien nun auch in Stadtteile im Süden und Westen eingedrungen. Die Dschihadisten hätten dort mehrere Gebäude unter ihre Kontrolle gebracht. Zudem habe es neue Luftangriffe der US-geführten internationalen Militärallianz gegen IS-Stellungen gegeben. Auch von der türkischen Seite der Grenze waren die Kämpfe und Luftangriffe zu hören, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete.
Der in Kobane ansässige Aktivist Mustafa Ebdi sagte, die Luftangriffe hätten aber wenig bewirkt. Sie hätten das Plateau Mischtenur südlich von Kobane getroffen, wo sich keine IS-Kämpfer aufhielten. Ebdi bestätigte auch die Strassenkämpfe zwischen Kämpfern der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) und Dschihadisten in der Kurdenstadt.
18:04
Kobanes Fall nur noch eine Frage der Zeit
Kobanes Fall dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein. Die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) ist trotz Gegenwehr kurdischer Kämpfer immer tiefer in Kobane vorgedrungen. Angesichts der schwarzen IS-Flaggen über den Aussenquartieren dürfte ihr Fall kurz bevor stehen. Auch der türkische Präsident Erdogan rechnet damit, dass der IS die Stadt bald einnehmen werde, wie er heute sagte.
17:12
IS-Milizen im Stadtzentrum?
Twitter-User @ArmedResearch schreibt, die IS-Milizen seien ins Stadtzentrum eingedrungen. Diese Meldung wurde bislang nicht bestätigt.
16:10
Siebter Luftschlag in Kobane
BBC-Journalist Paul Adams zählt den mittlerweile siebten Luftschlag heute in und um Kobane.

16:00
Demonstration in Zürich
Über 300 Kurden und Sympathisanten haben am Nachmittag in Zürich an einer Anti-IS-Demonstration teilgenommen. Mit einem Protestzug vor das türkische Konsulat protestierten sie gegen die Angriffe der Terrorgruppe IS auf die kurdische Stadt Kobani in Syrien.
Die Stadtpolizei hatte die Demonstration kurzfristig bewilligt. Die Route führte vom Limmatquai über das Central hinauf zum türkischen Konsulat an der Weinbergstrasse. Der Anlass blieb friedlich, legte aber für kurze Zeit den Trambetrieb auf diesen Strecken lahm. (sda)
Bild: userinput
15:48
Solidaritätskundgebungen in ganz Europa
In zahlreichen Städten Europas gingen heute Menschen auf die Strasse, um für die Solidarität mit der kurdischen Sache zu demonstrieren. Die allermeisten Aktionen blieben friedlich. In Istanbul kam es allerdings bei Demonstrationen für den Schutz von Kobane zu Zusammenstössen mit der Polizei. Die Auseinandersetzungen dauerten bis weit nach Mitternacht, wie ein Augenzeuge berichtete. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt.
Im niederländischen Den Haag drangen am Montagabend etwa hundert kurdische Demonstranten in die Lobby des Parlaments ein. Nach einem Gespräch mit der Vorsitzenden der Zweiten Parlamentskammer, Anouchka van Miltenburg, verliessen die Protestierenden am frühen Morgen das Gebäude wieder, wie niederländische Medien am Dienstag berichteten.
Auch am Flughafen der belgischen Hauptstadt Brüssel, am Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle und vor dem österreichischen Parlament in Wien gab es Solidaritätsaktionen. In Basel blockierten etwa 250 Menschen für rund eine Stunde die Strassenbahngleise am Marktplatz, in Zürich versammelten sich circa 150 Menschen auf der Gemüsebrücke. (sda)
epa04435714 Kurds protest and hold up a portrait of long-term leader of Kurdistan's worker's party (PKK), Abdullah Ocalan during a demonstration calling for support for the Syrian Kurdish town of Ain al-Arab, known as Kobane, currently besieged by the Islamic State (IS), Duesseldorf, Germany, 07 October 2014. Islamic State jihadists pushed into the key Syrian town of Ain al-Arab (Kobane) on the Turkish border, seizing three districts in the city's east after fierce street fighting with its Kurdish defenders.  EPA/FEDERICO GAMBARINI
15:39
Auch in Marea rückt der IS vor
Während die westliche Welt gebannt auf Kobane blickt, scheint der IS an anderen Orten Boden gutzumachen. In der Stadt Marea, im Norden der syrischen Grossstadt Aleppo drängen die IS-Kämpfer laut Charles Lister langsam aber sicher die Islamische Front, einen Verbund oppositioneller Gruppen, zurück.



Charles Lister, Visiting Fellow des Polit-Thinktanks Brookings Doha Center
15:11
IS bereitet Erstürmung der Stadt vor
IS-Milizionäre haben angeblich ausserhalb Kobanes Fahnen ausgebreitet (Bild vom 4. Oktober)



Mete Sohtaoglu, türkischer Journalist, ehemaliger CNN-Korrespondent
15:01
Eine Analyse der Lage rund um Kobane
Unser Politresort-Redakteur Petar Marjanovic erläutert hier die Hintergründe, Interessen und Verstrickungen der in Kobane involvierten Akteure. Insbesondere geht er der Frage nach, warum weder die USA noch die Türkei gewillt scheinen, Kobane aus den Fängen der IS-Miliz zu retten.
14:52
IS von Luftschlägen unbeeindruckt
Trotz den Luftschlägen scheint die Terrormiliz IS weiter vorzurücken: das Gebäude mit der Flagge der kurdischen YPG-Miliz im Zentrum Kobanes wird anscheinend von Granatfeuer erschüttert.

14:47
Vierter Luftangriff
Die internationale Koalition fliegt weiterhin Luftschläge in Kobane. Ziel des letzten Angriffs war ein Gebäude im westlichen Stadtteil, wie der Journalist Harald Doornbos berichtet.

14:23
Hohe Opferzahl in Kobane
Laut Menschenrechtsaktivisten haben die Kämpfe in Kobane bislang mehr als 400 Opfer auf beiden Seiten gefordert. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von 412 Toten infolge des Konflikts. Die Zahl könne aber auch doppelt so hoch sein, so die Beobachtungsstelle mit Sitz in London, da es kaum möglich sei, inmitten der Kämpfe alle Todesfälle zu dokumentieren.
13:49
Es steht nicht gut um Kobane
Der türkische Präsident gegenüber der Nachrichtenagentur AFP : «Kobane wird fallen.» "The problem of ISIS (Islamic State) ... cannot be solved via air bombardment. Right now ... Kobani is about to fall," he said during a visit to a camp for Syrian refugees.

«Das Problem des IS kann nicht mittels Luftschlägen gelöst werden. Stand jetzt wird Kobane fallen», so Erdogan während eines Besuchs in einem Flüchtlingslager. Wir haben den Westen gewarnt. «Wir wollten drei Dinge. Eine Flugverbotszone, eine Sicherheitszone und das Training von moderaten syrischen Rebellen.»

"We had warned the West. We wanted three things. No-fly zone, a secure zone parallel to that, and the training of moderate Syrian rebels," he said.

13:30
Erneuter Luftangriff – Koalition intensiviert Attacken
Reporter melden erneut Luftangriffe im Westen der Stadt. Laut der Journalistin Jenan Moussa hat es in Kobani noch nie so viele Luftschläge an einem Tag gegeben. Ein Zeichen dafür, dass sich die Schlinge um die kurdischen Milizionäre langsam aber sicher zuzieht?

13:03
Ganz Rakka steht vor den Toren Kobanes
Kurdische Quellen berichten, dass der IS Tausende Kämpfer nach Kobane beordert hat. Ganz Rakka stünde vor den Toren von Kobane, so die Journalistin Jenan Moussa. Rakka wurde im März 2013 vom IS und dem Al-Kaida-Ableger Al-Nusra überrannt. Wenig später übernahm der IS vollständig die Kontrolle über die Stadt. Seither gilt Rakka als Hauptstadt des selbsternannten Islamischen Kalifats.

13:00
Kämpfe im Norden der Stadt
Nachdem sich die Kämpfe vor allem auf den Osten und Westen Kobanes konzentriert haben, stehen sich sich IS und YPG anscheinend auch im Norden der Stadt gegenüber.

12:36
Situationsgrafik Kobane
So sieht es rund um Kobane aus:
IS, Kobane, Karte, Map, Grafik
12:17
Europaweit Demonstrationen gegen den IS
epa04435482 Kurds demonstrate against the violence of Islamic State (IS) militants holding a banner reading 'Stop the IS attacks on Kobani' in Bremen, Germany, 07 October 2014. Islamic State fighters advanced deep into the eastern districts of the beleaguered Kurdish holdout of Kobane amid fierce street fighting, a monitoring group said.  EPA/CARMEN JASPERSEN
Kurdische Proteste gegen den IS in Bremen heute Mittag
Protesters hold a flag bearing a portrait of jailed Kurdish leader Abdullah Ocalan along with a Kurdish flag used by Syrian Kurds as riot police guard the main entrance of the European Parliament during a demonstration calling for support for the Syrian Kurdish town of Ain al-Arab, known as Kobane by the Kurds and currently besieged by the Islamic State (IS), in Brussels on October 7, 2014. Islamic State jihadists pushed into the key Syrian town of Ain al-Arab (Kobane) on the Turkish border, seizing three districts in the city's east after fierce street fighting with its Kurdish defenders. AFP PHOTO/EMMANUEL DUNAND
Demonstrationen vor dem Europäischen Parlament in Brüssel
epa04435333 Kurds living in Germany sit under a banner reading 'Kobani is not alone' as they take part in a demonstration against the Islamic State (IS) currently fighting in Syrian town of Kobani, in front of the city hall in Hamburg, Germany, early 07 October 2014. The protesters asked for support of the citizens of the embattled Syrian border town of Kobani. Islamic State militants have surrounded the enclave on all sides except the Turkish border to the north, leaving its lightly armed defenders from the Kurdish People's Protection Units (YPG) unable to receive supplies or reinforcements.  EPA/MARKUS SCHOLZ
«Kobani ist nicht alleine» – Kundgebung in Hamburg
12:07
Zusammenstösse auf der türkischen Seite der Grenze
Beinahe täglich kommt es zu Zusammenstössen zwischen Kurden und türkischen Sicherheitskräften auf der türkischen Seite der Grenze. Auch heute gerieten protestierende Kurden und türkische Polizei aneinander, so die Journalistin Jenan Moussa. Am Sonntag wurde ein BBC-Team, das sich im Grenzgebiet aufgehalten hatte, von einer türkischen Patrouille mit Tränengas angegriffen. Das Video dazu finden Sie hier.

Kurds run  from tear gas as the Turkish army removes them from the village of Mursitpinar next to the Syrian town of Ain al-Arab, known as Kobane by the Kurds, on the Turkish-Syrian border on October 6, 2014. Turkish security forces on Monday used tear gas to push dozens of reporters and Kurdish civilians away from the border zone close to intense fighting for the besieged Syrian town of Kobane. AFP PHOTO / ARIS MESSINIS
11:51
Propaganda im Krieg



Kämpfer mit der Waffe in der Hand geben ein beeindruckendes Sujet ab. Es suggeriert, dass sich Journalisten unter Lebensgefahr an die Front gewagt haben, um dort Bilder zu schiessen und die Öffentlichkeit über die wirklichen Verhältnisse zu informieren.

Informationen aus Konfliktgebieten sind jedoch schwierig zu verifizieren. Sowohl der IS als auch kurdische Milizionäre der YPG bespielen intensiv Twitter, Facebook und andere Kanäle, um Propagandamaterial als Tatsachen darzustellen.
Multimedia-Journalist Konrad Weber hat nicht als erster, aber visuell beeindruckend, auf diese Problematik hingewiesen.

10:30
Die Ruhe vor dem Sturm?
Noch immer seien nur vereinzelte Gewehrschüsse aus Kobane zu hören, ansonsten herrsche eine tödliche Stille in der umzingelten Stadt, so BBC-Journalist Paul Adams. Ist das die Ruhe vor dem Sturm?

11:21
Der türkische Aussenminister erklärt die Strategie seines Landes
Die Türkei sei bereit, Bodentruppen in Syrien einzusetzen, wenn andere internationale Akteure ihren Teil zur Eindämmung der Krise beitragen, so der türkische Aussenminister Ahmed Davutoglu in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender CNN. Es brauche eine klare Strategie gegen den IS und die Garantie, dass nach dem IS nicht eine weitere radikale Gruppierung die türkische Grenze berdohe, so Davutoglu weiter.
Officers stand in front of Turkish tanks as they line up on a hill outside the village of Mursitpinar next to the Syrian town of Ain al-Arab, known as Kobane by the Kurds, on the Turkish-Syrian border  on October 6, 2014. Turkish security forces on Monday used tear gas to push dozens of reporters and Kurdish civilians away from the border zone close to intense fighting for the besieged Syrian town of Kobane. AFP PHOTO / ARIS MESSINIS
Türkisches Militär an der Grenze zu Kobane.
11:00
Luftschläge im Westen Kobanes
Seit heute früh wurden nach Aussagen des BBC-Journalisten Paul Adams zwischen drei und vier Luftangriffe geflogen. Die jüngsten Angriffe erfolgten im westlichen Vorort der umkämpften Grenzstadt.

10:49
Türkische Armee nach wie vor untätig
Die Panzer der türkischen Armee stehen nach wie vor in Sichtweite Kobanes – und kein Anzeichen, dass die Türkei bald eingreifen wird. Das Unverständnis über die Haltung Erdogans ist nicht nur bei den Kurden gross.
TOPSHOTS
Turkish tanks line up on a hill outside the village of Mursitpinar next to the Syrian town of Ain al-Arab, known as Kobane by the Kurds, on the Turkish-Syrian border in the southeastern town of Suruc, Sanliurfa province, on October 6, 2014. Turkish security forces on Monday used tear gas to push dozens of reporters and Kurdish civilians away from the border zone close to intense fighting for the besieged Syrian town of Kobane. AFP PHOTO / ARIS MESSINIS
10:43
UN-Generalsekretär mit deutlichen Worten
Ban Ki Moon appelierte gestern an die internationale Gemeinschaft, sich dem «barbarischen Feldzug» des IS entgegenzustellen und die Zivilbevölkerung zu schützen. Die «groben und grausamen Verletzungen der Menschenrechte» der Dschihadisten müssten beendet werden, so ein Sprecher des Generalsekretärs.

10:37
Vorbereitungen im Krankenhaus in Suruc
«Im Krankenhaus der türkischen Grenzstadt Suruc ist es ruhig heute morgen. Das Personal bereitet sich auf die Welle von Verwundeten vor, die eintreffen wird, sobald die Gefechte an Intensität zunehmen»

10:30
Vereinzelte Gewehrschüsse – Lage relativ ruhig
Im Vergleich zu gestern halten sich die Kämpfe heute in Grenzen. Zwar sind regelmässig Gewehrfeuer und Granateneinschläge zu hören, allerdings nicht in derselben Intensität wie gestern, so der Journalist Harald Doornbos.

10:25
Flugzeuge über Kobane
Noch immer sind Flugzeuge über der umzingelten Stadt zu sehen. Die Taktik der IS-Milizionäre bestehe darin, sich sofort zurückzuziehen, sobald die Kampfflugzeuge in Sichtweite sind, so ein Kämpfer der YPG gegenüber der Journalistin Jenan Moussa.

10:20
Karte der umkämpften Stadt
Die syrisch-türkische Grenzstadt Kobane wird mittlerweile von drei Seiten her angegriffen. The Times hat eine Karte zusammengestellt, die die aktuelle Lage in Kobane illustriert.
Kobane
10:16
Übersicht über die Luftschläge
Das amerikanische Centcom, das Regionalkommandozentrum der US-Streitkräfte, hat eine Übersicht über die bisher in Syrien und im Irak geführten Luftschläge publiziert. Demnach wurden in Kobane (arabisch: Ain al-Arab) bislang 12 Angriffe geflogen.

Kobane (arab. Ain al-Arab) liegt an der türkischen Grenze. Kobane einmal eingenommen, eröffnet es den IS-Kämpfern viele Möglichkeiten, die syrisch-türkische Grenze zu kontrollieren.

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