Islamischer Staat (IS)
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04402168 The defendant Kreshnik B. (2-R) talks to his attorney Mutlu Guenal in the high security court room of the Oberlandgericht (Higher Regional Court) in Frankfurt, Germany, 15 September 2014. Germany's Federal Public Prosecutor's Office accusses the young man of the membership in the terror organization Islamic State (IS) and the preparation of a serious act of violent subversion abroad. After a stay in Syria, the defendant has been arrested at his re-entry at Frankfurt airport.  EPA/BORIS ROESSLER ATTENTION EDITORS: FACE PIXELATED DUE TO GERMAN LAW

Kreshnik B.: «Heilfroh», unversehrt aus Syrien heimgekommen zu sein.  Bild: EPA/DPA

Deutscher IS-Kämpfer in Frankfurt vor Gericht

«Ich chille, gehe kämpfen, tu meinen Job für Allah»

In Frankfurt steht ein 20-Jähriger vor Gericht, der in Syrien für den IS kämpfte und schon nach einem halben Jahr heimkehrte. Es ist der Auftakt zu einer regelrechten Prozessflut. 140 Verfahren sind ausstehend.

christoph reichmuth / aargauer zeitung



Ein Artikel der

Der Angeklagte heisst Kreshnik B., ist 20 Jahre alt, in der Nähe von Frankfurt aufgewachsen, Deutscher, Sohn kosovarischer Einwanderer. Kreshnik reiste im Juli letzten Jahres mit sechs weiteren Personen über die Türkei nach Syrien. Er wollte für die Sache der Islamisten kämpfen, für einen eigenen Staat nach Scharia-Gesetz. In der Provinz Aleppo schloss er sich der Terrormiliz IS an. 

Kreshnik leistete einen Treue-Eid auf den IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi, liess sich an der Kalaschnikow ausbilden, war bei Kampfeinsätzen dabei, schob Wachdienst und versorgte Verwundete. Umgerechnet 50 Euro soll ihm die Terrormiliz dafür monatlich bezahlt haben. 

Mit Kreshnik B. musste sich gestern zum ersten Mal ein IS-Kämpfer vor einem deutschen Gericht verantworten. Der Vorwurf: Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat im Ausland und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. 

Falsche Freunde

Der Angeklagte, laut seinem Anwalt «heilfroh», unversehrt aus Syrien heimgekehrt zu sein, äusserte sich gestern nicht. Beim Prozessauftakt wurden zwei von den Behörden mitgeschnittene Telefongespräche zwischen Kreshnik und seiner älteren Schwester abgespielt. «Mit 25 wirst du das bereuen. Du bist jung, dumm und naiv», sagte seine besorgte Schwester. Ein anderes Mal versuchte sie ihm klarzumachen, er treibe sich mit den falschen Leuten herum: «Keiner wird dich jemals so sehr lieben, wie deine Familie dich liebt. Keiner!» 

«Mit 25 wirst du das bereuen. Du bist jung, dumm und naiv.»

Schwester von Kreshnik B.

Kreshnik liess sich nicht umstimmen. In Chatnachrichten bluffte der Möchtegern-Terrorist: «Ich chille, gehe kämpfen, tu meinen Job für Allah.» Warum der 20-Jährige letzten Dezember dann doch zurückgekehrt ist, ist noch unklar. Wurde es ihm in Syrien zu gefährlich? Waren ihm die nächtlichen Wachtdienste vielleicht zu langweilig? Diese Fragen dürfte das Gericht nun klären. 

Wichtiger ist es für die Anklagebehörde herauszufinden, wie der stets unauffällig und gut integrierte junge Mann überhaupt auf die falsche Fährte geraten konnte. Offenbar ist der Realschüler in der Berufsschule in falsche Kreise geraten. Kreshnik bewegte sich um das Jahr 2011 herum in einer Gruppe strenggläubiger Muslime, besuchte eine bei Sicherheitsbehörden bekannte Moschee, behandelte plötzlich Frauen anders als Männer. 

Defendant Kreshnik B., waits for the start of his trial in a courtroom in Frankfurt September 15, 2014.  Kreshnik B, 22, is accused of being a member of the Islamic State, and is believed to have travelled to Syria in July 2013 with the intention of fighting with jihadists there.   REUTERS/Ralph Orlowski (GERMANY - Tags: CRIME LAW TPX IMAGES OF THE DAY)

140 Verfahren gegen deutsche IS-Kämpfer sind laut Spiegel hängig. Bild: RALPH ORLOWSKI/REUTERS

Sogar Frauen und Minderjährige

Der Fall Kreshnik B. ist nach Ansicht des Terror-Experten Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik Beispiel dafür, dass die deutschen Behörden noch immer nicht in der Lage sind, Radikalisierungsprozesse frühzeitig zu erkennen. 

Steinberg fordert mehr Personal und eine strengere Überwachung. Denn Kreshnik B. ist nur einer von etwa 400 Gotteskriegern, die aus Deutschland in den Irak und nach Syrien gezogen sind. Etwa 100 sind wieder zurückgekehrt, 25 von ihnen sollen über Kampferfahrung verfügen. Deutschland hat es nicht geschafft, die Absichten der Gotteskrieger frühzeitig zu erkennen. 

Die deutschen Gerichte richten sich auf eine regelrechte Flut von «Dschihad»-Prozessen ein. Nach Informationen des Magazins «Spiegel» sind im Zusammenhang mit deutschen Kämpfern für die IS-Terrormiliz 140 Verfahren ausstehend. Die Zahl könnte sich weiter erhöhen, nachdem Bundesinnenminister Thomas de Maizière ein Verbot rund um die Terrormiliz erlassen hat. Anwerben für die IS, das Schwenken der schwarzen IS-Fahne, Propaganda für die Gotteskrieger – wer das tut, dem drohen bis zu zwei Jahre Gefängnis.

Aufschlussreich sind die ebenfalls vom «Spiegel» veröffentlichten Ergebnisse einer Studie. Unter den rund 400 nach Syrien und in den Irak ausgezogenen deutschen Dschihadisten fanden sich 40 Frauen und etliche Minderjährige. Ein Drittel verfügte über eine abgeschlossene Ausbildung, manche besuchten eine Universität. Am stärksten radikalisiert wurden Islamisten durch Freunde und über das Internet. 

Die Furcht, dass die Rückkehrer den Dschihad von Deutschland aus fortführen, ist gross. Potenzielle deutsche Terroristen sollen künftig an der Einreise gehindert werden. Stehen Islamisten im Verdacht, mit terroristischen Absichten nach Syrien oder in den Irak ziehen zu wollen, sollen die Behörden zudem Pässe präventiv einziehen können. 

«Wir wollen Ihnen nicht mit aller Gewalt Ihre Zukunft verbauen», sagte der Vorsitzende Richter in Frankfurt zum Angeklagten Kreshnik B. Sollte dieser kooperieren und die Vorwürfe einräumen, drohen ihm maximal vier Jahre Haft. Kreshnik B., sagt sein Verteidiger, habe sich inzwischen vom radikalen Islam abgewandt.

Das könnte dich auch interessieren:

Siehst du öfters diesen Vogel? Das hat einen bestimmten Grund

Link zum Artikel

Teenie-Idol Billie Eilish (18!) macht Bond-Song. And WHY NOT? Könnte geil werden

Link zum Artikel

Weshalb sich Experten nach dem Freispruch der Klimaaktivisten an den Kopf fassen

Link zum Artikel

Der lange Weg des Daniele Sette zu seinen ersten Weltcup-Punkten – mit 27 Jahren

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Kreditkarten – so schützen uns die Karten-Detektive

Link zum Artikel

5 idiotische Menschentypen, die es im Leben einfacher haben als du

Link zum Artikel

Das Wahljahr hat begonnen und Donald Trump steht ziemlich gut da

Link zum Artikel

«Warum können viele Männer nicht mit einem Korb umgehen?»

Link zum Artikel

Grün wie die Hoffnung – hier kommt das erste Quizz den Huber im 2020!

Link zum Artikel

Déjà-vu für die Queen: Als eine geschiedene Amerikanerin den Briten ihren König stahl

Link zum Artikel

So viele Ordnungsbussen werden in Basel verteilt – und das sind die häufigsten Vergehen

Link zum Artikel

Parmelin eröffnet Untersuchung zu Hochseeschiffen

Link zum Artikel

«Habe versucht, so cool wie möglich zu tun» – die Stimmen zu Rinnes rarem Goalie-Goal

Link zum Artikel

Sie war Junkie, Kult und Bitch – jetzt ist Elizabeth Wurtzel gestorben

Link zum Artikel

Ulrich Tilgner: «Die Amerikaner schiessen im Nahen Osten gerade Eigentor um Eigentor»

Link zum Artikel

Ein Shitstorm entlädt sich über Roger Federer – und Greta Thunberg ist mitschuldig

Link zum Artikel

Besser extra zu spät als nie: PICDUMP!

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Siehst du öfters diesen Vogel? Das hat einen bestimmten Grund

75
Link zum Artikel

Teenie-Idol Billie Eilish (18!) macht Bond-Song. And WHY NOT? Könnte geil werden

73
Link zum Artikel

Weshalb sich Experten nach dem Freispruch der Klimaaktivisten an den Kopf fassen

470
Link zum Artikel

Der lange Weg des Daniele Sette zu seinen ersten Weltcup-Punkten – mit 27 Jahren

3
Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Kreditkarten – so schützen uns die Karten-Detektive

30
Link zum Artikel

5 idiotische Menschentypen, die es im Leben einfacher haben als du

60
Link zum Artikel

Das Wahljahr hat begonnen und Donald Trump steht ziemlich gut da

91
Link zum Artikel

«Warum können viele Männer nicht mit einem Korb umgehen?»

326
Link zum Artikel

Grün wie die Hoffnung – hier kommt das erste Quizz den Huber im 2020!

70
Link zum Artikel

Déjà-vu für die Queen: Als eine geschiedene Amerikanerin den Briten ihren König stahl

28
Link zum Artikel

So viele Ordnungsbussen werden in Basel verteilt – und das sind die häufigsten Vergehen

171
Link zum Artikel

Parmelin eröffnet Untersuchung zu Hochseeschiffen

20
Link zum Artikel

«Habe versucht, so cool wie möglich zu tun» – die Stimmen zu Rinnes rarem Goalie-Goal

7
Link zum Artikel

Sie war Junkie, Kult und Bitch – jetzt ist Elizabeth Wurtzel gestorben

9
Link zum Artikel

Ulrich Tilgner: «Die Amerikaner schiessen im Nahen Osten gerade Eigentor um Eigentor»

102
Link zum Artikel

Ein Shitstorm entlädt sich über Roger Federer – und Greta Thunberg ist mitschuldig

363
Link zum Artikel

Besser extra zu spät als nie: PICDUMP!

131
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Siehst du öfters diesen Vogel? Das hat einen bestimmten Grund

75
Link zum Artikel

Teenie-Idol Billie Eilish (18!) macht Bond-Song. And WHY NOT? Könnte geil werden

73
Link zum Artikel

Weshalb sich Experten nach dem Freispruch der Klimaaktivisten an den Kopf fassen

470
Link zum Artikel

Der lange Weg des Daniele Sette zu seinen ersten Weltcup-Punkten – mit 27 Jahren

3
Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Kreditkarten – so schützen uns die Karten-Detektive

30
Link zum Artikel

5 idiotische Menschentypen, die es im Leben einfacher haben als du

60
Link zum Artikel

Das Wahljahr hat begonnen und Donald Trump steht ziemlich gut da

91
Link zum Artikel

«Warum können viele Männer nicht mit einem Korb umgehen?»

326
Link zum Artikel

Grün wie die Hoffnung – hier kommt das erste Quizz den Huber im 2020!

70
Link zum Artikel

Déjà-vu für die Queen: Als eine geschiedene Amerikanerin den Briten ihren König stahl

28
Link zum Artikel

So viele Ordnungsbussen werden in Basel verteilt – und das sind die häufigsten Vergehen

171
Link zum Artikel

Parmelin eröffnet Untersuchung zu Hochseeschiffen

20
Link zum Artikel

«Habe versucht, so cool wie möglich zu tun» – die Stimmen zu Rinnes rarem Goalie-Goal

7
Link zum Artikel

Sie war Junkie, Kult und Bitch – jetzt ist Elizabeth Wurtzel gestorben

9
Link zum Artikel

Ulrich Tilgner: «Die Amerikaner schiessen im Nahen Osten gerade Eigentor um Eigentor»

102
Link zum Artikel

Ein Shitstorm entlädt sich über Roger Federer – und Greta Thunberg ist mitschuldig

363
Link zum Artikel

Besser extra zu spät als nie: PICDUMP!

131
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Was ein Statistik-Professor über lügnerische Zahlen und falsche Ängste zu sagen hat

Walter Krämer erzählt, wie mit fragwürdigen Studien Panik gemacht wird, während wir uns eigentlich vor ganz anderen Dingen fürchten sollten.

Herr Krämer, Sie sind Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik und entlarven als solcher gern zwielichtige Datenanalysen. Haben Sie derzeit eine Lieblingsstatistik? Walter Krämer: Ja. Das ist die Tabelle der Fussball-Bundesliga. Ich wohne direkt neben dem BVB-Stadion und bin seit mehr als einem Dutzend Jahren BVB-Aktionär.

Sie haben die Deutschen mal als «Volk von Innummeraten» (Zahlen-Analphabeten) bezeichnet und ihre bedauerliche Schwäche Goethe, dem dichtenden …

Artikel lesen
Link zum Artikel