Israel
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
This undated image released by the Israel Defense Forces shows a combination of three photos of Israeli teens Eyal Yifrah, 19, Gilad Shaar, 16, and Naftali Fraenkel, a 16-year-old with dual Israeli-American citizenship, who disappeared while hitchhiking home near the West Bank city of Hebron late at night on June 12, 2014 and were never heard from again. The Israeli military found the bodies of the three missing teenagers on Monday, June 30, 2014, just over two weeks after they were abducted in the West Bank, allegedly by Hamas militants. The grisly discovery culminated a feverish search that led to Israel's largest ground operation in the Palestinian territory in nearly a decade and raised fears of renewed fighting with Hamas.(AP Photo/Israel Defense Forces)

Ejal, Gilad und Naftali: Die drei entführten Israelis wurden getötet. Bild: AP/Israeli Defense Forces

Ermordete Jugendliche

Ihr Lächeln ist erloschen

«Er lächelt die ganze Zeit und ist voller Lebenslust.» So beschrieb ein Freund den 16-jährigen Gilad Shaer. Nun ist Gilad tot, so wie Ejal Jifrach und Naftali Frankel. 



Die drei Jungen wurden am Montagabend gefunden. Ihre Leichen lagen unter Steinen in einer flachen Grube, irgendwo zwischen Beit Khalil und Chalchun, nahe bei Hebron im Westjordanland. Ejal Jifrach (19), Gilad Shaer und Naftali Frankel (beide 16) wurden erschossen, vermutlich schon kurz nach ihrer Entführung am 12. Juni. 

Die drei Religionsschüler waren beim Trampen an einer Kreuzung nahe beim Siedlungsblock Gusch Etzion in ein gestohlenes Auto mit israelischen Kennzeichen gestiegen. Seither fehlte jede Spur von ihnen. Die israelische Armee startete eine gigantische Suchaktion im Westjordanland, riegelte Hebron ab und nahm unzimperlich hunderte von Palästinensern fest. 

epa04293161 Israeli soldiers patrol in the hills in the West bank village of Halhoul, north of Hebron, 01 July 2014, near the place where the bodies of the three kidnapped Israeli teens Eyal Yifrah, 19, Gilad Shaar, 16, and Naftali Frankel, 16, were found in a field north of the city of Hebron on 30 June. The Israeli army reports that the teens were all murdered shortly after being abducted on 12 June 2014. The Israeli government is blaming the Islamist Hamas movement and are still searching for two suspects. Hamas denied involvement and accused Israel of using the deaths as a pretext for a planned military escalation against Palestinians.  EPA/ABED AL HASHLAMOUN

In dieser Gegend bei Chalchun wurden die Leichen gefunden.  Bild: ABED AL HASHLAMOUN/EPA/KEYSTONE

Das Schicksal der drei Jugendlichen hielt die Menschen in Israel in Atem; unter dem Slogan «Bring Back Our Boys» formierte sich eine Solidaritätsbewegung mit den Angehörigen. Als dann die wachsende Befürchtung, sie könnten ermordet worden sein, zur Gewissheit wurde, versammelten sich Trauernde an mehreren zentralen Orten. Sie sangen Lieder und zündeten Kerzen an.

Drei Talmudschüler

Wer waren die drei Jugendlichen, deren Heimreise von der Schule in den Tod führte? In den deutschsprachigen Medien wurden sie kurz nach ihrem Verschwinden oft als Siedler-Kinder beschrieben, obwohl nur einer von ihnen – Gilad Shaer – tatsächlich im Westjordanland wohnte. 

Allerdings stammten alle drei aus dem religiösen jüdischen Milieu und sie alle besuchten eine Jeschiwa (Talmudschule) in den besetzten Gebieten: Gilad und Naftali waren Studenten an der Jeschiwa Makor Chaim in Kfar Etzion, Ejal an der Shavey Hevron Jeschiwa in Hebron. 

Ejal

Ejal Jifrach war der älteste der drei Ermordeten; er war auch der älteste Sohn, neben sechs jüngeren Geschwistern, in seiner Familie. Die beschrieb ihn als vitalen, sportlichen Jungen, der Reisen und Tennis liebte. Ejal war Leiter in einer Jugendorganisation. 

abspielen

Ejal Jifrach in einem Video des israelischen Aussenministeriums. Video: Youtube/Israel's Foreign Affairs Min.

Naftali

Naftali Frankel, der amerikanisch-israelischer Doppelbürger war, stammte ebenfalls aus einer Grossfamilie; er war das zweitälteste von sieben Kindern. Seine Hobbys waren Basketball und Gitarre spielen. 

abspielen

Naftali Frankel in einem Video des israelischen Aussenministeriums. Video: Youtube/Israel's Foreign Affairs Min.

Gilad

Gilad Shaer hatte eine enge Beziehung zu einen Grosseltern und liebte Musikhören und lesen. In seinem Umfeld war er bekannt und beliebt für seine Kuchen und Muffins, die er als Hobby-Bäcker kreierte. 

abspielen

Gilad Shaer in einem Video des israelischen Aussenministeriums. Video: Youtube/Israel's Foreign Affairs Min.

Zusammen gestorben, zusammen beerdigt

Am Dienstag wurden die drei Jugendlichen bereits bestattet. Eine riesige Menschenmenge erwies ihnen die letzte Ehre. Ezra Shaer, Gilads Grossvater, sagte, die Familien hätten ihre Kinder gern auf dem Herzlberg in Jerusalem beigesetzt, dem israelischen Nationalfriedhof. Dieser sei aber Soldaten vorbehalten. Nun liegen Gilad, Ejal und Naftali, die zusammen starben, gemeinsam auf dem Friedhof von Modi'in. 

Parents, father Ofir (L seated), mother Batgalim (C) and sister Shirel (R) of Gilad Shaer, 16, are seen near his body during a funeral service at his hometown, the Talmon Jewish settlement, near the West Bank city of Ramallah,on July 1, 2014. Shaer along with two other Israeli youths Naftali Frenkel, 16, and Eyal Ifrach, 19, disappeared from a roadside in the southern West Bank on June 12. Their bodies were found on June 30, in a nearby field, with Israel blaming Hamas for their abduction and death and vowing to hunt down the killers. Shaer, Frenkel and Ifrach will be laid to rest in the central Israeli city Modiin in a joint ceremony. AFP PHOTO/MENAHEM KAHANA

Gilads Schwester Shirel spricht an einer Trauerfeier in Talmon, bevor der Leichnam ihres Bruders nach Modi'in gebracht wird. Ihr Vater Ofir sitzt im Hintergrund (l.), während ihre Mutter Bat-Galim sie stützt.  Bild: AFP

Avi and Rachel Fraenkel embrace during the funeral of their son, Naftali, a 16-year-old with dual Israeli-American citizenship, in the West Bank Jewish settlement of Nof Ayalon, Tuesday, July 1, 2014. The Israeli military found the bodies of three missing teenagers just over two weeks after they were abducted in the West Bank — a grim discovery that ended a frantic search that led to Israel's largest ground operation in the Palestinian territory in nearly a decade and drew Israeli threats of retaliation. (AP Photo/Tomer Appelbaum) ISRAEL OUT

Rachel und Avi Frankel trauern um ihren Sohn Naftali, dessen in eine israelische Flagge gehüllter Leichnam vor ihnen liegt.  Bild: Tomer Appelbaum/AP/KEYSTONE

epa04293621 Iris Yifrach (C) mother of Eyal Yifrach, one of the three Israeli teens found dead, attends her son's eulogy ceremony before his funeral at the synagogue in city of Elad, Israel, 01 July 2014. Israel was weighing further punitive measures against the Palestinian Islamist movement Hamas after three Israeli teens were found dead in a West Bank field, 18 days after they disappeared trying to hitchhike home. The bodies of the teens were found under a pile of rocks near the town of Halhul, some five kilometres north of Hebron, by teams of volunteers and Israeli troops combing the area.  EPA/ABIR SULTAN

Ejals Mutter Iris (M.) an der Trauerfeier für ihren Sohn in Elad. Auch Ejals Leichnam wurde danach nach Modi'in gebracht und dort beigesetzt. Bild: ABIR SULTAN/EPA/KEYSTONE

Tens of thousands Israelis attend the joint funeral of Gilad Shaer, 16, Naftali Frenkel, 16, and Eyal Ifrach, 19, in the central Israeli town of Modiin on July 1, 2014. The three had disappeared from a roadside in the southern West Bank on June 12, and on June 30 their bodies were found in a nearby field, with Israel blaming Hamas for their abduction and death and vowing to hunt down the killers. AFP PHOTO/GIL COHEN MAGEN

Zehntausende nehmen in Modi'in Abschied von den drei ermordeten Jugendlichen.  Bild: AFP

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Nach Raketenangriffen aus Gaza: Israel beschiesst Hamas-Stellungen

Nach erneuten Raketenangriffen aus dem Gazastreifen hat die israelische Armee am Sonntag Stellungen der islamistischen Hamas in dem Palästinensergebiet angegriffen. Militante Palästinenser hatten zuvor zwei Raketen auf Israel abgefeuert. Die Raketenangriffe erfolgten ein Jahr nach der gezielten Tötung des Militärchefs der Organisation Islamischer Dschihad, Baha Abu Al Ata, durch die israelische Luftwaffe. In der Küstenstadt Aschdod heulten in der Nacht die Warnsirenen, wie die Armee …

Artikel lesen
Link zum Artikel