Klartext in Zürich: Deshalb will Jesse Eisenberg nie mehr Zuckerberg spielen
Eigentlich kam Jesse Eisenberg ans Zurich Film Festival, um über seinen neuen Film «The Debut», eine Art Märchen aus der New Yorker Theaterszene mit Julianne Moore, zu reden. Doch bei einem moderierten Talk am ersten Festivalfreitag redete er auch über «The Social Reckoning», die Fortsetzung von «The Social Network» (2010, Regie David Fincher), in dem Eisenberg den jungen Mark Zuckerberg und wie er Facebook erfand, gespielt hatte. Das Drehbuch hat wie schon 2010 Aaron Sorkin geschrieben, jetzt führt er auch noch Regie.
Sorkin hatte fest damit gerechnet, dass Eisenberg die Rolle wieder spielen würde, er hatte sein neues Drehbuch für ihn geschrieben. Doch Eisenberg wollte nicht.
«Ich habe das Skript dreimal gelesen, es ist ein tolles Drehbuch. Ich habe mich mehrmals mit Sorkin unterhalten, aber ich will nie mehr mit dieser Rolle zu tun haben. Ich benutze ‹seine› Apps nicht, weder Facebook noch Instagram, ich bin nicht auf den sozialen Medien», erzählte Eisenberg in Zürich vor Publikum.
«Die Art, wie soziale Medien uns ermutigen, miteinander umzugehen, ist unnatürlich und schadet der Gesellschaft. Für mich ist es zum Beispiel erniedrigend, den Leuten zu sagen: ‹Hey, ich bin Schauspieler, ich frühstücke gerade und hier ist ein Bild von meinen Füssen!› Sowas macht keinen Sinn.»
Soziale Medien, sagt er, würden Neid und Hass fördern. «Gibt es etwas Zerstörerischeres für unsere Gesellschaft, als uns beizubringen, einander zu hassen, weil einer damit Geld machen kann?»
Eine deutlichere Absage hätte er Aaron Sorkin nicht geben können. Übernommen hat die Rolle schliesslich Jeremy Strong. Der hat seit «Succession» kein Problem mit amoralischen Bösewichten.
(sme)
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