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venezuela demonstration zürich

Bild: watson

Demonstration 

Kundgebung für eine offene und solidarische Schweiz in Bern stösst auf grosse Unterstützung

Weit über zehntausend Menschen haben sich am Samstag auf dem Bundesplatz versammelt, um an der nationalen Kundgebung für eine offene und solidarische Schweiz teilzunehmen. 



Nach dem knappen Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative drohe den über 1,8 Millionen Menschen ohne Schweizer Pass eine massive Verschlechterung ihrer Rechte in der Schweiz, heisst es im Aufruf zur heutigen Demonstration in Bern. «Dabei haben sie bisher wesentlich zu unserem gemeinsamen Wohlstand, unserer Lebensqualität und kulturellen Vielfalt beigetragen.» Aufgerufen hatten fast 60 Parteien und Organisationen, darunter mehrere Ausländervereinigungen.

Die Organisatoren erklärten gegenüber unsere Reporterin Rafaela Roth, dass rund 12'000 Personen vor Ort gewesen seien. Die Polizei rechnete mit 3000. Zu den aktuellen Zahlen äusserten sich die Behörden bisher nicht. Dennoch ging nichts kaputt und die Demonstranten verhielten sich friedlich.

Die Kundgebung richtet sich unter anderem gegen den Abbau der Rechte von Migrantinnen und Migranten. Die Wiedereinführung des Saisonnierstatus sei mit allen Mitteln zu verhindern. Mit der EU seien «gute und geregelte Beziehungen» anzustreben, damit ausgewanderte Schweizer in den EU-Staaten nicht diskriminiert würden. 

venezuela demonstration zürich

Tausende von Demonstranten fanden sich für die Kundgebung in Bern ein. Bild: watson

Fahnen, bunte Ballone und viele Transparente prägten das Bild auf dem Bundesplatz. «Die Schweiz ohne Ausländer ist wie Schweizer Schokolade ohne Kakao» war etwa zu lesen, «Grenzen sind konstruiert und alle sind Menschen» hiess es auf einem anderen Spruchband.

«Die Schweiz ohne Ausländer ist wie Schweizer Schokolade ohne Kakao»

Zitat auf einem Transparent an der Kundgebung in Bern

Auf dem Bundesplatz soll auch zum Kampf gegen die «noch radikalere» Ecopop-Initiative aufgerufen werden. Das Begehren verlangt eine strikte Beschränkung der Zuwanderung. Der Abstimmungstermin steht noch nicht fest. «Spätestens an jenem Sonntag müssen wir mehr als 50 Prozent der Stimmen auf unserer Seite haben», rief eine Rednerin.

Die Ecopop-Initianten warfen ihren Gegnern umgehend «polemische Fehlinformationen» vor. Die in der Schweiz lebenden Ausländer seien von der Initiative «selbstverständlich in keinster Weise betroffen», betonten sie in einem Communiqué. Es gehe lediglich darum, die künftige Zuwanderung wieder auf ein nachhaltiges Mass zu reduzieren.

Im Vorfeld der nationalen Kundgebung vor dem Bundeshaus hatten etwa 300 Menschen gegen Rassismus demonstriert. Angeführt wurde der Demonstrationszug von einigen Vermummten. Der Marsch durch die Innenstadt war auf Facebook angekündigt worden. (erf/sda/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 02.03.2014 13:06
    Highlight Highlight "10'000 Menschen haben am Samstag in Bern für eine offene und solidarische Schweiz demonstriert"
    Unter diesen "10`000 Menschen" dürften allerdings wieder besonders viele von jenen vertreten sein, die, wenn ihnen in überfüllten Zügen auf die Füsse getreten, oder auf verstopften Strassen die Zeit davonrennt, besonders laut vor sich her schreien.
    Billige Heuchler das!
  • Dietmar Jobst 01.03.2014 20:00
    Highlight Highlight Guys I love the international swiss, be active you need to show leadership for your own kind
  • MergimMuzzafer 01.03.2014 18:19
    Highlight Highlight Mein Gott wie beschränkt müssen die sein? Die haben einfach nichts begriffen! Diese Initiative hat NICHTS mit Rassismus zu tun! Es geht lediglich darum, die Einwanderung zu kontrollieren, was soll daran rassistisch sein? Unglaublich so etwas....Kanada, Australien etc. haben das schon lange!
  • hpm 01.03.2014 17:10
    Highlight Highlight Ich hoffe einfach, dass ausgeglichen berichtet wird.
  • Gianni Thommen 01.03.2014 17:01
    Highlight Highlight Eine tolle Kundgebung. Die Linke scheint das letzte liberale Fähnchen der Schweiz hochzuhalten!
  • Thomas Binder 01.03.2014 17:00
    Highlight Highlight Von der scheinbaren zurück zur authentischen Demokratie

    Trotz vieler Vorteile hat die direkte Demokratie den gravierenden Nachteil, dass es für mächtige scheinbare Demokraten mittlerweile einfacher ist, die Mehrheit des "Volkes" zu kaufen als die Mehrheit der (Verfassungs)richter, Parlamentarier und "Vögte", sowohl "eigene" als auch "fremde".

    Aus diesem Grund können eigeninteressierte Kreise, falls ihnen das "Volk" scheinbar das wichtigste in Wahrheit aber ziemlich egal ist, den "Volkswillen" über alles andere stellen wollen. Durch den wohl durchdachten strategischen Einsatz verschiedenster materieller und ideeller Mittel können sie das „Volk“ dann "kaufen" und somit die Demokratie. Dies ist nur möglich, wenn sie über ein mit Vorteil der Bundesverfassung oder dem Völkerrecht widersprechendes und durch Entwerten anderer das Ego des Wählers erhöhendes Thema die Deutungshoheit erlangen durch Dominanz der Medien.

    Früher hatten nur Monarchen und Diktatoren diese Mittel. Monarchie oder Diktatur und Demokratie schliessen sich, für jeden offensichtlich, aus. Heute haben diese Mittel aber in der Demokratie lebende neofeudale Superreiche. Es ist noch für (zu) wenige offensichtlich, dass sich diese, falls sie politisch zu aktiv sind, und Demokratie genauso ausschliessen.

    Neben der Einführung einer Verfassungsgerichtsbarkeit und einer Offenlegung der Interessenbindungen der Parlamentarier ist es für eine freiheitliche Demokratie im Zeitalter des neoliberalen Neofeudalismus deshalb meines Erachtens überlebensnotwenig, möglichst freie, zum Teil „staatliche“, Medien und eine „Anti-bösartigen-Narzissmus Strafnorm“ zu etablieren. Letztere muss die bewusste gezielte bösartige Entwertung einer Gruppe anderer Menschen zwecks Erhöhen des in diesen Fällen immer ziemlich jämmerlichen eigenen Ego verbieten. Es ist hierbei letztlich irrelevant, ob es sich bei dieser Gruppe um eine Rasse, um eine Religion oder um was auch immer handelt.

    Gegenüber Brillen-, Glatzenträgern und dergleichen hat die Wahl einer anderen Rasse („Rassismus“), Nationalität („Xenophobie“) oder Religion für den Entwerter, fast immer einen schweren bisweilen sogar bösartigen Narzissten, den Vorteil, bereits eine lange unrühmliche Tradition zu haben, weshalb das schon vorbestellte Feld einfach unterhalten werden kann. Zudem läuft der Entwerter hierbei niemals Gefahr, sich plötzlich selber in jener Gruppe vorzufinden.

    Heute muss sich der reale dem scheinbaren Demokraten entschlossen entgegenstellen. Diese vier Punkte sollten meines Erachtens in der Bundesverfassung einer freiheitlichen direkten Demokratie ganz weit vorne stehen. Sonst droht sie, in Unfreiheit zu enden:

    1) Eine Verfassungsgerichtsbarkeit

    2) Eine "Anti-bösartigen-Narzissmus Strafnorm"

    3) Eine vorsichtige Regulierung der Medien (Minimum: Transparenz der Besitzverhältnisse)

    4) Eine Offenlegung der Interessenbindungen der Parlamentarier

    Nach der Überflutung mit vielen Scheininitiativen der letzten Jahre ist es Zeit für eine reale Volksinitiative, die es verdient, dass diese vier Punkte in unsere Bundesverfassung zu stehen kommen und welche uns allen etwas bringt: Weniger scheinbare dafür mehr reale Freiheit!

    Welcher authentische Demokrat könnte diese heute guten Gewissens ablehnen?

    Lancieren wir diese Initiative - umsetzen muss sie nachher das Parlament, hahaha!
  • klugundweise 01.03.2014 15:21
    Highlight Highlight Zitat Peter von Matt:

    Ein Labor der Demokratie war auch die Schweiz einmal, nachdem Napoleon die wurmstichige alte Eidgenossenschaft vom Tisch gefegt hatte. Es war mühsam genug. Ein halbes Jahrhundert dauerte es, mit vielen Putschen und Kleinkriegen, bis wir ein einigermassen moderner Staat waren.
    Diesen Weg sucht und geht Europa heute. Auch er ist mühsam genug. Es gibt Leute, die sich darüber lustig machen. Aber gerade wir in der Schweiz haben keinen Grund dazu.
    Die Schweiz ist unsere Heimat, aber die Heimat der Schweiz ist Europa, dieses Europa, dessen Grossmächte seit mehr als einem halben Jahrhundert keinen Krieg mehr gegeneinander geführt haben. Das gab es überhaupt noch nie in der Geschichte. Wir sind die ersten Menschen, die das erleben dürfen. Es ist die gewaltigere Leistung als der Bau der Pyramiden oder der Flug auf den Mond. Wer nicht begreift, dass dieser Frieden auch der unsrige ist, hat einen armen Kopf und eine dürre Seele.
    • hpm 01.03.2014 17:10
      Highlight Highlight 50.3% der Schweizer wären denn das.
    • Thomas Binder 01.03.2014 18:09
      Highlight Highlight Nein, höchstens 1%. Alle anderen sind wunderbare bloss temporär von einer Handvoll schweren Narzissten Verblendete, quasi vor Liebe blinder. Die Papillons werden schon wieder sterben - no worries...
    • pun 01.03.2014 18:17
      Highlight Highlight 50.3% der abstimmenden stimmberechtigten, das heisst noch lange nicht 50.3% der "Schweizer"!
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