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Wenn Muri zum «Little New York» wird

Vergangenen Sonntagabend performte das talentierte Ziv Ravitz Trio im Pflegidach Muri. Die zahlreich erschienenen Zuschauer kamen nicht aus dem Staunen heraus.
29.03.2019, 06:43
Nadine Melliger*

Der Israeli Ziv Ravitz, einer der renommiertesten Schlagzeuger der New Yorker Jazzszene, begleitet von dem Gitarristen Gilad Hekselman und dem Saxophonist Will Vinson faszinierten als Trio die Besucher. Die Musiker waren schon mehrmals im Pflegidach zu hören, aber noch nie in dieser Konstellation.

Gespannt war man auf Ziv Ravitz's neuestes Projekt: NO MAN IS AN ISLAND. Die Freude an der Musik war den Künstlern ins Gesicht geschrieben, die Stimmung hatte sich schnell auf das Publikum übertragen und so wurde auch während den Musikstücken applaudiert und laut gejubelt.Von schnelleren Rhythmen bis zu sanften Klängen, die Zuschauer wurden mit variantenreichem Jazz verwöhnt. Die verschiedensten Jazzvorlieben der Gäste wurden rundum abgedeckt: «Vor allem die letzten zwei Stücke haben mir sehr gut gefallen, sie waren sehr transparent und melodiös», so Werner Raggenbass, ein häufiger Besucher des Pflegidachs.

* Hinweis
Die Autorin ist Schülerin an der Kanti Wohlen. Im Rahmen ihres Deutschunterrichts verfassen die Schüler auch Konzertberichte, die in die Note einfliessen.

New York oder doch lieber Muri?

Die Truppe überzeugte das Publikum nicht nur mit ihrem musikalischen Können, durch ihre charmante Art gewannen sie schnell die Herzen der Zuschauer. Zwischen den einzelnen Stücken erklärte der Band-Leader, Ziv Ravitz, worum es in diesen Kompositionen ging. So gelang es ihm, eine Verbindung zu den Gästen herzustellen und brachte den einen oder anderen zum Schmunzeln. «Das Line-up in Muri ist immer super. Ich denke mir dann manchmal, dass ich hier wohnen möchte, und ich wohne in New York! Irgendwie ist Muri wie ein Little New York, grossartige Musiker aus der ganzen Welt kommen hierher um zu spielen», witzelte Ziv Ravitz.

«Geld ist nicht das wichtigste im Leben»
Ziv ravitz

Für Ziv Ravitz war schon im frühen Alter klar, dass er Musik machen will. Bereits im Alter von dreizehn Jahren begann er professionell aufzutreten. Auf die Frage wie seine Eltern auf seine Zukunftspläne reagiert hatten, antwortete Ravitz: «Glücklicherweise stamme ich von einer musikalischen Familie ab. Klar, waren meine Eltern etwas besorgt, dass ich nicht genug Geld als Musiker verdienen würde. Aber es geht im Leben nicht um Geld, es geht darum etwas zu tun, was man liebt und an das man glaubt. Wenn man seine Leidenschaft auslebt, ist Geld nicht wichtig. Der Sinn des Lebens ist, was man anderen Menschen gibt und was man bekommt. Von diesem Thema handelt der Name des Albums: NO MAN IS AN ISLAND». Übersetzt heisst das «Kein Mensch ist eine Insel», damit meint er, dass alle mit allem verbunden sind.

Ziv Ravitz - No Man Is A Island - «Peire Aussane»

Alles kann eine Inspiration sein

Die am Sonntag gespielten Kompositionen handeln alle von wichtigen Personen in seinem Leben. Doch sind es nur Menschen, die ihn inspirieren? «Ich werde von allem inspiriert. Ich habe zum Beispiel Musik für einen Film geschrieben, wo ich nur von der Natur inspiriert wurde. Für eine Tanzgruppe habe ich eine Komposition geschrieben, welche auf die Geräusche von Maschinen aus Fabriken basiert», so Ziv Ravitz.

Mit seinen musikalischen Fähigkeiten und seiner Lebenseinstellung begeistert er nicht nur sein Publikum, sondern auch unzählige junge Künstler.

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Ziv Ravitz Trio @ «Musig im Pflegidach» Muri

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Ziv Ravitz Trio @ «Musig im Pflegidach» Muri
quelle: stephan diethelm
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In alter Frische – oder in frischem Alter
Samara Joy (Gesang) aus New York, Ben Paterson (Klavier) aus Philadelphia, Malte Arndal (Schlagzeug) aus dem ländlichem Dänemark und Mathias
Allamane (Bass) aus Südfrankreich zeigten am letzten Sonntagabend bei «Musig im Pflegidach» in Muri, in einer perfekt eingespielten Formation, wie universell und zeitlos Jazz war und bis heute ist.

«Diese Sängerin hier wird einmal ganz gross werden.» Mit diesen Worten begrüsste Stephan Diethelm am letzten Sonntagabend das Publikum und die 22-jährige Samara Joy. Da es sich in den letzten 20 Jahren schon öfter herausstellte, dass Künstler*innen, die bei «Musig im Pflegidach» auftraten, später grössere Erfolge feiern durften, muss man Diethelms Vorhersage ernst nehmen.

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