Nordkorea
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A NASA image released on February 24, 2014 shows a photo taken by the Expedition 38 crew aboard the International Space Station (ISS) on January 30, 2014 of the night view of the Korean Peninsula, and North Korea in the middle is almost completely dark compared to neighboring South Korea (bottom right) and China (top left).  The photograph was cropped and enhanced to improve contrast, and lens artifacts have been removed at source.   REUTERS/NASA-JSC/Handout  (OUTER SPACE - Tags: ENVIRONMENT SCIENCE TECHNOLOGY TPX IMAGES OF THE DAY) ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS - RTR3FOZZ

Ein Satellitenbild vom Februar 2014 zeigt die koreanische Halbinsel und China. Bild: © NASA NASA / Reuters/REUTERS

Land ohne Licht

Dunkles Nordkorea: Das sagt die Staatspropaganda zu den Satelliten-Bildern 

Die Satellitenbilder des nachtdunklen Nordkorea sprechen Bände – nur das Sprachrohr Kim Jong Uns, die nordkoreanische Zeitung Rodong Sinmun, weiss, dass die Aufnahmen in Wahrheit die Zukunft der USA prophezeien. 



Auf diesem Satellitenbild vom Februar 2014 ist die koreanische Halbinsel zu sehen. Unten rechts in der Ecke sieht man das hellerleuchtete Südkorea. Und der helle Punkt, der umgeben ist von nachtschwarzer Dunkelheit, das ist Pjöngjang, die Hauptstadt Nordkoreas. 

A NASA image released on February 24, 2014 shows a photo taken by the Expedition 38 crew aboard the International Space Station (ISS) on January 30, 2014 of the night view of the Korean Peninsula, and North Korea in the middle is almost completely dark compared to neighboring South Korea (bottom right) and China (top left).  The photograph was cropped and enhanced to improve contrast, and lens artifacts have been removed at source.   REUTERS/NASA-JSC/Handout  (OUTER SPACE - Tags: ENVIRONMENT SCIENCE TECHNOLOGY TPX IMAGES OF THE DAY) ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS - RTR3FOZZ

Der rote Pfeil zeigt Pjöngjang: Die Hauptstadt scheint der einzig elektrifizierte Ort in ganz Nordkorea zu sein. Bild: © NASA NASA / Reuters/REUTERS

Im offiziellen Statement der NASA hiess es dazu: «Das finstere Land scheint wie ein Kanal zu sein, der das Gelbe Meer mit dem Japanischen Meer verbindet. Die Hauptstadt Pjöngjang wirkt trotz der 3,26 Millionen (Stand 2008) Einwohner wie eine kleine Insel.»

Bereits 2002 wurden die ersten Satellitenaufnahmen Nordkoreas vom damaligen US-amerikanischen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld anlässlich einer Sitzung im Pentagon besprochen. Die Aufnahmen zeigen dasselbe Bild wie zwölf Jahre danach. Rumsfeld meinte: «Südkorea ist voll von Lichtern, Energie, Lebendigkeit und einer blühenden Wirtschaft; Nordkorea ist dunkel. Es ist eine Tragödie, was in diesem Land passiert.» 

Die Satellitenaufnahmen vom Februar 2014 im Video

abspielen

video: youtube/manueldorne

Heller wurde es also nicht in den zwölf Jahren, obwohl Kim Jong Un sich in seiner Neujahrsrede dafür aussprach, grosse Anstrengungen walten zu lassen, um das Land ausreichend elektrifizieren zu können. 

Derweil rattert die Propaganda-Maschinerie. Sie verwandelt die Düsternis in einen verheissungsvollen Hoffnungsschimmer. Zumindest versucht dies ein kürzlich in der nordkoreanischen Zeitung Rodong Sinmun erschienener Artikel, in dem folgende zwei Gedanken in Bezug auf das Satellitenbild angeboten werden: 

Der Titel des Berichts lautet «Right in Front of Our Eyes» in Anlehnung an die Worte des nordkoreanischen Führers: «Das Glück liegt direkt vor dir.» 

North Korean leader Kim Jong Un laughs as he watch a winter river-crossing attack drill of the armored infantry sub-units of the motorized strike group in the western sector of the front of the Korean People's Army (KPA) in this undated photo released by North Korea's Korean Central News Agency (KCNA) in Pyongyang January 27, 2015. REUTERS/KCNA (NORTH KOREA - Tags: POLITICS MILITARY) ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. NO THIRD PARTY SALES. NOT FOR USE BY REUTERS THIRD PARTY DISTRIBUTORS. SOUTH KOREA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN SOUTH KOREA

Kim Jong Un: «Das Glück liegt direkt vor dir.»  Bild: KCNA/REUTERS

Weiter heisst es, das Satellitenfoto sei missbraucht worden, um das Versagen des nordkoreanischen Systems zu beweisen: 

«Sie [Die Gegner Nordkoreas] klatschen in die Hände und rufen aus wegen eines Bildes von unserer nicht sehr hellen Stadt, aber das Wesen einer Gesellschaft zeigt sich nicht als glitzerndes Licht.»

Die amerikanische Wirtschaft sei aber in Tat und Wahrheit diejenige mit den echten Problemen, fährt der Schreiber fort: Die USA hätten mit hohen Staatsschulden zu kämpfen, auf ihrem Boden hätten die «Occupy Wall Street»-Proteste und die sozialen Unruhen wie in Ferguson stattgefunden. Zeichen genug also, dass dieser «dunkle Umhang» gen Westen ziehe: «Eine ausgediente Supermacht, die nun ihren Sonnenuntergang erlebt, kann vielleicht einen arroganten Gesichtsausdruck aufsetzen, aber sie wird niemals ihrem düsteren Schicksal entrinnen.» 

Der Rodong Sinmun zufolge ist das Glück für das nordkoreanische Volk also zum Greifen nah. Fragt sich nur, ob sie es in der Dunkelheit auch sehen können. 

(rof via The Wall Street Journal)

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