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Keine Wahl 

Nach der Devise «Friss oder stirb» – Yorkshire Terrier verzehrt totes Frauchen und überlebt so wochenlang

In Toulouse ist eine 64-Jährige gestorben und hat ihrem Hund einen Monat das Überleben gesichert, bis die Feuerwehr die Tote und ihren Terrier fand. Es ist beileibe nicht der erste Fall von «Leichenfledderei».
22.05.2014, 18:2823.05.2014, 13:16
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Es war eine «makabere Entdeckung», schrieb die französische Publikation La Depeche über den Fund von Feuerwehrleuten in Toulouse: Sie fanden eine halb zerfressene Tote und ihren quicklebendigen Yorkshire Terrier. Die 64-Jährige sicherte ihrem Hund fortan das Überleben. 

Die Frau ist offenbar eines natürlichen Todes gestorben. Erst Beschwerden über den strengen Geruch aus der Wohnung der Dame machte die Behörden aufmerksam: Nicht zuletzt weil ihr Ableben erst nach mehr als vier Wochen bemerkt worden ist, sprach die französische Publikation von einem «Einsamkeitsdrama». 

Der Fall von Toulouse könnte die Geschichte eines (Horror-)Filmes aus Hollywood sein: Hier Audrey Hepburn mit ihrem Yorkshire Terrier namens Mr. Famous im Film «Funny Face».
Der Fall von Toulouse könnte die Geschichte eines (Horror-)Filmes aus Hollywood sein: Hier Audrey Hepburn mit ihrem Yorkshire Terrier namens Mr. Famous im Film «Funny Face».
Bild: Richard Avedon/ Hollywood Dogs/John Kobal Foundation

Jener Yorkshire Terrier aus Frankreich ist kein Einzelgänger: Schon oft wurde von Besitzern berichtet, die einmal verstorben ihren treuesten Freunden als Fressen dienten. Auch wenn es Ausnahmen gibt – wie Sandy aus England: Am 27. Dezember 2002 verstarb Jean Crichton in Kirkliston, doch der Labrador-Mischlingshund wäre wohl lieber selbst gestorben, als Frauchen zu fressen.

Mischling Sandy musste aufgepäppelt werden.
Mischling Sandy musste aufgepäppelt werden.
Bild via BBC

Das 13 Jahre alte Tier trank aus der Toilette und war kaum noch bei Kräften, als die Crichtons-Leiche am 21. Januar 2003 gefunden wurde. «[Sandy] war in einem schrecklichen Zustand, als wir ihn bekommen hatten», sagte eine Tierpflegerin einige Tage darauf der BBC. «Es gab kein Fleisch an seinen Knochen.» Zwei Tage mehr und es hätte auch den Hund dahingerafft.

2008 wurde ein Fall bekannt, bei dem ein Hund sogar sechs Wochen neben seinem toten Herrchen ausgeharrt hat. Hierbei handelte es sich um das Tier eines Mannes, der im Juni 2008 in Weld County, Colorado, als vermisst gemeldet wurde. Der 25-Jährige beging im Park Pawnee National Grasslands Selbstmord, sein Deutscher Schäferhund wich ihm jedoch nicht von der Seite, bis die Leiche gefunden wurde.

Jake Baysingers Körper war unangetastet, sein Hund völlig ausgemergelt und dehydriert, wie The Telegraph berichtete. Cash konnte wohl überleben, weil er einige Mäuse fangen konnte, während er Kojoten abhielt, sein Herrchen anzufressen. Der Tote hinterliess eine Frau und einen damals zwei Jahre alten Sohn, der sich der englischen Zeitung zufolge sehr gefreut haben soll, (zumindest) Cash wieder zu sehen. Doch wie gesagt: Diese treuen Freunde sind die Ausnahme. 

Das Pawnee National Grassland, ein hartes Pflaster für hungrige Hunde.
Das Pawnee National Grassland, ein hartes Pflaster für hungrige Hunde.
Bild: WikiCommons/Jeffrey Beall

Im selben Jahr breitet die englischsprachige Ausgabe der Prawda beispielsweise den Fall eines Moskauers aus, der in seiner Wohnung einen Herzinfarkt erlag. Weil seine Angehörigen in Weissrussland lebten, wurde die Polizei erst zwei Wochen später alarmiert. Als diese die Tür aufbrach, bot sich ihnen ein blutiger Anblick. Der Deutsche Schäferhund hatte sein 66-jähriges Herrchen bis auf die Knochen abgenagt.

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Sogar ein ganzes Rudel konnte schon überleben, weil seine Halter das Zeitliche gesegnet hatten. Das Drama ereignete sich im kanadischen Yorkton: Nachdem eine 57-Jährige einer Krankheit erlegen war, beging ihr 67-jähriger Ehemann Suizid. Zurück blieben sieben Hunde: Die fünf Shetland Sheepdogs und zwei Mischlinge ernährten sich laut CBC News fünf Wochen von dem Ehepaar.

Der will nur springen: ein Shetland Sheepdog alias Sheltie.
Der will nur springen: ein Shetland Sheepdog alias Sheltie.
Bild: AP The Daily News Leader

Die Vierbeiner wurden danach übrigens allesamt vermittelt: Sie haben keine Gefahr für Menschen dargestellt und waren auch sonst in keiner Weise «traumatisiert». Das Phänomen hat selbst die Wissenschaft schon beschäftigt: Einige deutsche Forscher veröffentlichten im Fachmagazin Forensic Science, Medicine, And Pathology drei Fallstudien von Deutschen Schäferhunden, die ihre Besitzer post mortem enthauptet haben.

Besser, als wenn man lebend angeknabbert wird

Dabei handeln die Tiere natürlich bloss nach ihrer Natur. Sie sichern mit dem toten Fleisch ihr nacktes Überleben und sind im Gegensatz zu solchen Hunden, die ihre lebenden Halter anfressen, keine Bedrohung. 

Im angesprochenen, unappetitlichen Fall war laut Lokalsender Kait8 ein 39-Jähriger betroffen, der von der Hüfte abwärts gelähmt ist. Der Amerikaner aus Trumann, Arkansas, erwachte im Juli 2013 morgens, um festzustellen, dass der Streuner, den er drei Wochen zuvor mit nach Hause genommen hatte, ihm einen Hoden herausgerissen hat. Das Tier wurde eingeschläfert.

Was bleibt, ist die Erkenntnis: Nicht jeder Hund ist wie Hachiko, der treue Akita, der in Japan jeden Tag am Bahngleis auf die Rückkehr seines verstorbenen Herrchens wartete. Die Tiere tun, was sie tun müssen – und wie viele Hunde – ob lebend oder tot – in der Geschichte von Menschen schon gefressen worden sind, steht ohnehin auf einem ganz anderen Blatt.

Der Trailer des Hollywoodstreifens «Hachi: A Dog's Tale» («Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft») mit Richard Gere.
Video: YouTube/Hachiko a Dog's Story 

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