DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Rassismusvorwurf gegen Oscar-Moderator Chris Rock

Bei den Oscars kritisierte Chris Rock spitzzüngig Hollywoods Diskriminierung von Schwarzen – und machte sich dann über Asiaten lustig. Nun wird ihm selbst Rassismus vorgeworfen.
01.03.2016, 10:1101.03.2016, 10:17
Ein Artikel von
Spiegel Online

Viele Kritiker feierten Oscar-Moderator Chris Rock für sein bissige Kritik an Hollywoods Diskriminierung schwarzer Schauspieler – an einer Showeinlage des Comedians kommt jetzt aber Kritik auf: Als Rock die Buchhalter von der Firma PricewaterhouseCoopers ankündigte, die die Abstimmungsergebnisse der Academy prüft, sagte er: «Sie schickten uns ihre am härtesten arbeitenden Vertreter.» Auf der Bühne erschienen zwei Jungs und ein Mädchen mit asiatischen Gesichtszügen. Ausstaffiert mit Aktentaschen erfüllten sie das Klischee vom hart arbeitenden Asiaten, der in Mathematik brilliert.

«Falls sich irgendwer über diesen Witz aufregt – twittert es einfach mit eurem Handy, das auch von diesen Kindern hergestellt wurde», kommentierte Rock den Auftritt in Anspielung auf Kinderarbeit in asiatischen Ländern.

Der schmale Grad zwischen Satire und beleidigender Grenzüberschreitung war ihm somit durchaus bewusst – aber gerade das nehmen Kritiker Rock krumm. So kommentierte das Internetmagazin Slate: «Sogar wenn der zweite Teil versucht, den Witz umzukehren – er erlaubt dem, der ihn erzählt, trotzdem, einen Asiatenwitz zu machen und sich gleich dafür zu entschuldigen.»

Chris Rock bei den Oscars.<br data-editable="remove">
Chris Rock bei den Oscars.
Bild: EPA/AMPAS

Oscars 2016: Alle Sieger im Überblick

1 / 13
Oscars 2016: Alle Sieger im Überblick
quelle: ap/a24
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Weitere Kritik kam etwa auch von der Schauspielerin Constance Wu auf Twitter: «Kleine Kinder auf die Bühne holen, die nichts sagen dürfen und so bloss als Arsch für einen rassistischen Witz herhalten, ist widerlich.» Die Publizistin Mina Kimes schrieb, dass der Witz weniger wehgetan hätte, wenn an diesem Abend mehr Asiaten auf der Bühne gewesen wären.

Nicht nur die Ungleichbehandlung von Weissen und Schwarzen, sondern auch die Diskriminierung von Schauspielern mit asiatischen Wurzeln ist immer wieder Thema in Hollywood: Eine aktuelle Studie der University of Southern California kommt zu dem Ergebnis, dass in mehr als der Hälfte der Filme, TV- und Streamingserien, die in den letzten zwei Jahren veröffentlicht wurden, kein asiatisch-amerikanischer Schauspieler mit Sprechrolle vorkam.

Jetzt auf

In der «New York Times» kommentierte der Komödiant Ken Jeong, der mit der TV-Serie «Community» bekannt wurde, kürzlich dieses Problem: «Es wird ein bisschen besser, aber es ist nicht toll», sagt er.

(eth)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

26 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
TanookiStormtrooper
01.03.2016 12:48registriert August 2015
"Ich bin kein Rassist, ich hasse alle Menschen gleichwertig!" trifft ziemlich gut auf Chris Rock zu. Er hat Witze über Weisse, Schwarze und auch Asiaten gemacht. Keine "Rasse" wurde also verschont. Wenn sich alle im Publikum etwa gleich beleidigt fühlen, hat er seinen Job richtig gemacht.
805
Melden
Zum Kommentar
avatar
Homelander
01.03.2016 10:18registriert Oktober 2014
Empören, das. Volkssport der übersättigten Gesellschaft anfangs des 21. Jahrhunderts.
740
Melden
Zum Kommentar
avatar
Edgar Allan Klo
01.03.2016 10:22registriert Februar 2014
Mir kommen die Tränen. Aber wirklich jetzt. Da trumpelt ein Donald durch jeden Porzellanladen dieses Landes und meint jedes Wort ernst, das er unter jede noch so tiefe Gürtellinie jagt, und diese Idioten jammern wegen einem Comedian? Was für ein kaputtes Land.
754
Melden
Zum Kommentar
26
Luke Mockridges Comeback sorgt für Proteste – Juso will Auftritt in Zürich verhindern
Nach einer Pause ist Luke Mockridge zurück auf Tournee in Deutschland – das gefällt nicht allen.

Lange war es still um den Schauspieler und Komiker Luke Mockridge. Grund dafür ist die Anzeige wegen versuchter Vergewaltigung seiner Ex-Freundin Ines Anioli aus dem Jahr 2019. Eine weitere Ex-Freundin sagte dem Spiegel gegenüber, sie habe Ähnliches erlebt. Mockridge bestritt damals alles, das Verfahren wurde 2020 wegen fehlender Beweise eingestellt. Der Schaden aber war angerichtet, Mockridge sagte alle seine Auftritte für die Jahre 2021 und 2022 ab.

Zur Story